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Bild + Zitat

20.6.17 – Ich mache ja auf Facebook so eine Serie mit Bild + Zitat. Ich kam darauf, als ich mein Buch durchsah und dachte: „Mmh, eigentlich sind nicht meine Texte, sondern die Titelseiten der Kapitel das Beste.“ Nämlich ein Foto mit einem Zitat drunter. Man schaut sich ja auch in Zeitschriften am liebsten nur die Fotos an und liest die Bildunterschriften.

Inzwischen besteht diese Serie aus 234 Bildern. Die meisten habe ich wieder gelöscht, weil ich sie nicht gut genug fand. 78 sind noch zu sehen. Ich zeige hier mal ein paar davon. Als erstes eins, dass ich noch gar nicht rein gestellt habe, weil … weiß auch nicht warum:



Das Geld kommt immer irgendwie angedackelt, und ich gebe es frisch und froh aus.
Max Goldt, Die Kugeln in unseren Köpfen

Von selbst kommt es bei mir nicht angedackelt, aber ausgeben kann ich es frisch und froh, nämlich für Thaigirls. Dann gibt es ein paar Bilder, die zu veröffentlichen ich mich nicht getraut habe, das zum Beispiel:



„Weißt du, wir leben wie der Mann, der aus dem zehnten Stock eines Hauses fiel.“
„Wieso? Was war mit dem?“
„Der sagte an jedem Stockwerk, an dem er vorbeikam: Bis hierher ging's gut.“
Steve McQueen, Die glorreichen Sieben

Manchmal habe ich den Text selbst erfunden:



Wo sonst wird der Mann so begrüßt, wenn er nach Hause kommt? Nur in Thailand!

Es sieht aus, als begrüße sie mich, man sieht sogar rechts den Türgriff. Leider ist es die Balkontüre, und sie trocknet sich nur ihre Haare. Einmal hat Facebook mein Foto kommentarlos gelöscht, war denen wohl zu pornografisch, obwohl keine Nippel zu sehen sind:



Sogar beim Sex dachte ich: Ich tue es bloß, weil es sich so gehört, ich kam mir lächerlich vor. Machte aber trotzdem weiter. Was hätte ich sonst tun sollen?
Charles Bukowski, Den Göttern kommt das große Kotzen

Möglicherweise gibt es eins, das niemand verstanden hat, ich habe es auch nicht erklärt:



Thais sind der Meinung, dass der Ausländer grundsätzlich immer schuld ist. Wäre er zuhause geblieben, dann wäre der Unfall nicht passiert.
Günther Ruffert, Farang in Thailand

Im Text geht es um Verkehrsunfälle. Auf meinem Bild ist der hübsche Junge der Unfall, er ist offenbar ein Mischling. Er wäre nicht passiert, wäre der Farang zuhause geblieben.

Noch besser wäre es, wenn ich die Fotos speziell für die Texte inszenieren würde. Aber dafür bin ich zu faul. Hier und heute wollte ich eigentlich mein bestes Stück zeigen, kann mich aber nicht entscheiden. Dieses ist es nicht, aber ich mag es, weil es eine Liebeserklärung an die Thaigirls ist.



They tell me I'm too young to understand
They say I'm caught up in a dream
Well life will pass me by if I don't open up my eyes
Well that's fine by me
So wake me up when it's all over
When I'm wiser and I'm older
All this time I was finding myself
And I didn't know I was lost
Aloe Blacc, Wake me up

Das Mädchen arbeitet auf der Beach Road in Pattaya. Sie wartet da auf einen Mann, der sie mitnimmt ins Hotel. Anscheinend wartete sie schon ziemlich lange und hat sich für eine Pause hingelegt. Eins meiner letzten Bilder ist auch nett, Text passt, auch wenn Max Goldt an diese Dame sicher nicht dachte, als er das schrieb. Aber für den Verleih als Groteskpassant ist sie wie geschaffen. Dafür habe ich die meisten Likes bekommen:



Wenn man keinen Reisepartner hat, den man vor bombastische Baulichkeiten fremder Länder stellen kann, sollte es in der Nähe vielbesuchter Gebäude sogenannte Groteskpassantenvermietungen geben, wo man für ein paar Dollar abwegig gekleidete Personen mieten kann.
Max Goldt, Besser als Halme: Blutmagen, grob

[kommentar]



Kommentar Claudia Roth: Wie kommen Sie denn an mein Foto ?

zurken: Habe ich doch selbst gemacht vorm Hotel, schon vergessen? Und oben im Zimmer habe ich auch einige gemacht. Soll ich mal zeigen?




Gut angelegt, bringt Gewinn



13.6.17 – Zweimal in einer Nacht von Scheiße geträumt. Im zweiten Traum erinnerte ich mich an das erste Mal, aber nicht an den Traum, sondern dass vor kurzem schon mal ein Haufen in meinem Wohnzimmer lag, und nun schon wieder, und groß und grün war er, wie der Fladen einer Kuh. Verbissener Ärger über die Schweinerei, aber auch gewundert, dass der Haufen nicht stank und wie eine Kuh in mein Zimmer gelangen konnte. Wie im echten Leben kam ich also bis dahin, mich zu wundern (über das Leben), aber ich kam nicht so weit, den richtigen Schluss daraus zu ziehen. Im Traum hätte ich merken können, dass ich träume. Noch interessanter wäre der richtige Schluss für das echte Leben..

Von Scheiße träumen bedeutet Geld kriegen. Demnach kriege ich jetzt gleich zweimal. Die thailändischen Wahrsager haben mir das schon für letztes Jahr prophezeit. Das erinnert mich an meine Mutter. Ihr wurde von allen Wahrsagern der tolle reiche Mann prophezeit, auf den sie bis zu ihrem Tod gewartet hat. Keiner gekommen. So wird das auch mit meinem Geld werden. Kommt nicht. Da es noch weitere biografische Ähnlichkeiten zwischen mir und meiner Mutter gibt, gehe ich davon aus, dass ich auch so alt werde wie sie: 76. Noch acht Jahre. Zeit genug, einen Kredit abzuzahlen. Das wäre dann das prophezeite Geld. Denn meine Mutter machte den Fehler, passiv abzuwarten. Man muss schon ein bisschen dafür tun, wenn Prophezeiungen sich erfüllen sollen. Morgen gehe ich in die Sparkasse, das Gespräch mit dem SS = SparkassenSachbearbeiter wird so gehen:

SS: Sie möchten also ein privates Darlehen über 10.000 Euro. Für Anschaffungen?
Ich: Für in Pattaya verjubeln.
SS: Pattaya?
Ich: Badeort in Thailand, waren Sie da mal?
SS: Nein, müsste ich?
Ich: Unbedingt.
SS: Da wollen Sie baden, oder wie?
Ich: Nein, vögeln, ich bin Sextourist.
SS: Sie wollen sich Geld leihen für Sex mit thailändischen Prostituierten?
Ich: Ist gut angelegt, bringt Gewinn.
SS: Hüstel …
Ich: Glücksgefühle und Lebenserfahrung.
SS: Verstehe.
Ich: Aber ist ja auch egal wofür, oder?
SS: Haben Sie Sicherheiten? Wie hoch ist Ihr Einkommen?
Ich: Ich habe meinen Rentenbescheid mitgebracht. Bitte.
SS: 271 Euro?

Vor 26 Jahren wär das noch gegangen. Da bin ich in eine Deutsche Bank-Filiale spaziert und habe 120.000 DM gekriegt. Ohne Sicherheiten. In 9 Jahren abgezahlt. Machen die wohl heute nicht mehr.

[kommentar]



Kommentar Frosch: Geld soll es für dich regnen. Das werden wir dir im November in Pattaya erfüllen. In der Windmill werde ich zwei nackte Tänzerinnen engagieren, sie stellen sich breitbeinig vor dich und streuen 100 Zwanzig-Baht-Scheine über dich. Dann werden die freien Agogo-Tänzerinnen die Geldscheine aufsammeln, sie müssen dir aber dabei die Kleider vom Leibe reissen. Am Schluss kommen dann alle Mädels artig um sich bei dir zu bedanken und um etwas Kleines zu trinken. Auf welche Art sie das machen dürfen, ist dann dir überlassen.

zurken: Klingt ja wie ne Geburtstagsparty. Okay, ich erinnere dich dann, falls ich durch den dichten Ring deiner Freundinnen zu dir durchkomme.



Kommentar schaettman: würden täten sie ja, brauchen aber das Geld für eigene Schulden, die haben zuviel Geld so verjubelt, nich mit Weibern sondern mit faulen Krediten, seltsames Hobby ;-)

zurken: Darum wollen sie jetzt Sicherheiten. Sie können halt nicht wissen, was für ein ehrlicher Knochen ich bin. Brief unterwegs.




Jub Jub

6.6.17 – Ön hat mir geschrieben, sehr nett von ihr, dass sie an mich denkt. Weils so schön war, kopiere ich den Chat hier wörtlich:

Ön – Hey
Ich – Hey how are you? I miss you
Ön – I miss you to – What you do
Ich – I sit home and think of you
Ön – Haha
Ich – Want see you baby so much. Can you send me some pictures from you?



Kommentar zum Foto Ön – Sleep now [Fotos von sich machen sie ja immer gerne. Ist sie nicht süß? Hätte natürlich gern ein Nacktfoto gehabt]
Ich – Oh thank you, very nice, ok honey sleep well, I love you
Ön – Jub Jub [Das ist, nehme ich an, Thailändisch für „bla bla“, weiß das einer?]
Ich – It's true, I love you
Ön – I want money
Ich – Yes I know, no problem, I will give you in november, ok?
Ön – Now you can
Ich – I'm fine and you? [Missverständnis, ich hatte nicht genau hingeguckt, dachte, sie habe geschrieben: „How are you“. Dass sie sofort Geld will, damit hatte ich nicht gerechnet]
Ön – Good
Ich – Now I cannot give you money, you not here with me, I want see you. In november ok? [Erst die Arbeit, dann der Lohn]
Ön – Ok
Ich – Fine, I will make you happy
Ön – Ok

Ich vermute, da wächst eine neue Generation heran: die 30jährigen Girls machen das Spiel noch mit und sagen: „I love you too“, die jungen lachen mich aus und sagen: Sülz nicht rum, Alter, ich will nur dein Geld und am besten sofort.

[kommentar]



Kommentar Maras: Jub Jub, schreibe ich auch immer - und bedeutet, jo jo Quatschkopf.. Tut mir leid dir nichts netteres schreiben zu können ;-)

zurken: Dachte mir schon, dass es so was bedeutet



Kommentar Frosch: Bin nicht ganz einverstanden mit Maras, hab da eine offizielle Übersetzung aus dem Internet: jub jub Phonetic form of "kiss kiss" in Thai. It's time for me to go now. Take care. Jub jub! (urbandictionary.com)
Gruss und bis in 20 Wochen
Frosch

zurken: So, dann muss ich die Sache mal klären und meine Freundin Sabai mal fragen.



Kommentar Wolfgang: Jupp Jupp heißt: Kiss, Kiss., also eine nette Antwort!

zurken: Also schon 2 : 1 für Kiss Kiss ….



zurken: Sabai schreibt: "Jub jub means same Love you and good luck"



Kommentar Maras: Sorry, auf Thai heißt es tatsächlich Kiss Kiss, oder wie du schreibst.. Ich lebe in Krasnodar und verwende es so..und auch die Leute mit denen ich kommuniziere - wollte dich nicht auf eine falsche Spur lenken..

zurken: „No plomplämm“, wie die Thais sagen. Wow, ich habe einen Leser in Krasnodar!



Kommentar Jojo: Jub jub ;)

zurken: Danke gleichfalls!



Kommentar Da Saubazi: Hatte schon Angst um dich, aber du langweilst dich ja Gott sei Dank schon wieder!!!
http://www.focus.de/panorama/welt/video-verbreitete-sich-im-netz-thailand-tourist-wegen-oeffentlichem-oralsex-in-bar-festgenommen_id_5460274.html

zurken: Haha, in Gogo-Bars Alltag, aber wahrscheinlich war das in einer offenen Bierbar. Ich wars jedenfalls nicht, bin ja auch bisschen älter….






Voller Mitleid

31.5.17 – Vielleicht sollte ich mich im November mal umhören, ob ich als Manager in einer Gogo-Bar arbeiten kann. Noch besser wäre der Job der Mamasan, weil die sich um die Mädels kümmert und entscheidet, welche eingestellt werden. Beim Vorstellungsgespräch müssen sie sich ganz ausziehen. Ich könnte mich ja als Frau verkleiden, die Mamasan wäre also ein Ladyboy. Habe ich schon mal irgendwo gesehen. Mein Alter wäre okay, viele Mamsan sind in meinem Alter. Sähe dann ungefähr so aus:



Als Manager müsste ich mir wahrscheinlich schon mal was einfallen lassen, um das Geschäft zu beleben. Shows für die Ladys ausdenken zum Beispiel. Oder Schmiergelder zahlen, mich mit meckernden Kunden herumschlagen und mich bei blöden Leuten einschleimen, die sich wichtig vorkommen. Das wäre mir alles zu anstrengend.

Erst mal muss ich fünf Monate hier bleiben und arbeiten. Fünf Monate nicht leben. Nur Zeit absitzen. Andere Leute halten das nur aus, weil sie nicht wissen, dass sie nicht leben, dass es ein richtiges Leben gibt – in Pattaya. Ich bin immer voller Mitleid, wenn ich die Leute draußen sehe, die garantiert noch nie gelebt haben. Ich immerhin schon elf mal.

Ab jetzt gibt’s den Zurkenblog wieder nur 1x die Woche, immer Dienstags.

[kommentar]



Kommentar Marc :-): Ja so haben wir es natürlich alle gerne. Fünf Monate Zeit absitzen und nur noch einmal wöchentlich schreiben. Warum nicht regelmässiger schreiben, dafür auch weniger auf dem Hintern sitzen. Ok, beim Schreiben am Compi sitzt man ja auch auf dem Allerwertesten, dafür werden aber andere Körperteile aktiviert, vor allem die Hirnmuskeln. Und lass deine anderen Körperteile nicht einschlafen, denn die fünf Monate sind bestimmt schnell vorbei. Wir wollen doch nicht, dass du schon in der zweiten Woche den Rüssel hängen lässt - ich meine natürlich den Kopf.

zurken: 5 Monate der tägliche Trott, für mich Arbeit, für den Rüssel Pornofilme. Was gibt’s da zu schreiben? Schon ein Wunder, dass mir 1x in der Woche was einfällt.



Kommentar blog24: Zurken als Puffmutter. Der Höhepunkt und das Ende (?) einer großartigen Karriere.

zurken: Nein, das wird der Beginn meiner Karriere, und es heißt nicht Puffmutter, denn eine Gogo-Bar ist kein Puff, es heißt Mamasan!


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