Man reist in die Vergangenheit

4.12.18 – Bald bin ich 70. Ab 70 altert man doppelt so schnell, sagt mein Heilpraktiker. Es ist also Zeit, das Ende zu planen. Zunächst einmal hat auch mich die von mir entdeckte Alterskrankheit befallen, die pessimistische Sicht auf die Zukunft: „Das kann ja alles nicht gutgehen.“ (Zurkenblog 1.8.2014) Eine ernst gemeinte Prophezeiung geht nicht, aber wünschen ist erlaubt. Ich wünsche mir, dass die Zukunft wie folgt aussieht:

Man hat eingesehen, dass wissenschaftlich, technische Eingriffe in die Natur, wie Atomenergie, Organtransplantationen, Geoengineering, Genmanipulation usw. grundsätzlich gefährlich und nicht zielführend sind. Pompös aufgeblasene Reportagen über wissenschaftliche Forschung, wie sie heute noch auf Arte ausgestrahlt werden (kürzlich bei meiner Schwester gesehen), sind Lachnummern: „Unfassbar, wie dumm die Menschen waren!“

Die Überbevölkerung ist das einzige verbliebene Problem. Auf unkontrollierte Fortpflanzung steht die Todesstrafe (öhm, vielleicht etwas übertrieben). Todesfälle werden gefeiert: „Gott sei Dank, wieder einer weniger.“

Das Auswahlverfahren der Paare, die Kinder zeugen sollen (noch möchte man nicht aussterben), wird als Ulknummer im Fernsehen übertragen. Es wird demokratisch vom Publikum abgestimmt, wer es mit wem machen soll. Die Sendung könnte heißen: Deutschland sucht das Elternpaar oder so. Vorgeführt werden Frauen und Männer, die vorher auf ihren Gesundheits- und Geisteszustand untersucht worden sind. Von den Zuschauern werden mit Vorliebe grotesk unterschiedliche Individuen verkuppelt, wie der größte Mann Europas mit der kleinsten Frau aus Asien. Oder der intelligenteste Mann Australiens mit der Schönheitskönigin der Inuits. Oder ein 60jähriger Buschmann mit einer 16jährigen Indianerin. Usw.

Der aus diesen Verbindungen hervorgegangene Nachwuchs wird zur Aufzucht nicht den Erzeugern überlassen (die haben schon immer alles falsch gemacht), sondern einer dafür geschaffenen Einrichtung, einer Art Wohngemeinschaft, deren Wirken und Zusammenleben vom Publikum beobachtet wird, wie heute die Teilnehmer von Big Brother oder dem Dschungelcamp. (Es ist mir wichtig, darauf hinzuweisen, dass ich noch nie eine Folge dieser Blödeleien gesehen habe.)

Niemand ist genötigt, etwas zu tun, das ihm nicht gefällt. Sex hat jeder so viel er mag und schon von Kindheit an und nur mit dem Ziel, sich zu vergnügen. Was wir heute eine Orgie nennen, ist das Übliche. Aber Sex ist nicht mehr besonders spannend (auch Sport nicht), man hat anderen Zeitvertreib. Welchen? Öhm … man reist in die Vergangenheit mittels Hypnose zum Beispiel. Oder mittels anderer, noch zu entdeckender Techniken und Substanzen.




Kommentar th: Moin, da brauchte man ja nur die Ferkelkastration geringfügig erweitern ;-) Gruß th

zurken: Ohne Betäubung? Na gut, aber so gibts noch ne lustige Fernsehshow dazu.




5 vor 12

27.11.18 – Wie haben eigentlich Jäger und Sammler sich selbst gesehen? Sie hatten doch noch keine Spiegel. Ohne Spiegel dächte ich, ich sehe immer noch aus wie 20. Dass ich nicht mehr so fit bin, hat mir die Tour mit den 4 Usbeken mal wieder deutlich vor Augen geführt.

Als ich die 4 im Flughafen Frankfurt traf, dachte ich, wir steigen in den gemieteten Van (vielleicht ein schöner MB-Vito) und fahren in die gemietete lichtdurchflutete Loft-Wohnung. J., der das Unternehmen finanziert, ist ja ein reicher Mann. Dachte ich. Aber es gab weder Van noch Loft, weil keiner eine Kreditkarte hatte. Ob ich vielleicht mit meiner aushelfen könnte, fragte man mich. Ich war überrumpelt und sagte, ich hätte keine. J. fragte mich, wie ich in Deutschland ohne Karte überhaupt zurecht käme. Diese Frage bedeutete, ER, der glaubte, dass man ohne Kreditkarte in Deutschland nichts machen kann, will ohne Kreditkarte in Deutschland Auto mieten und LKW kaufen. Fand ich sympathisch, einfach mal nach Deutschland fliegen und dann weitersehen, wird schon irgendwie klappen. Als hätte er meine Reisetipps im Internet gelesen. So ähnlich habe ich ja auch meine Reisen nach Usbekistan geplant.

Als ich am dritten Tag meinen Ausstieg verkündete, erfuhr ich nebenbei, dass J. nicht nur keine Kreditkarte, sondern auch keinen Führerschein hatte. Angeblich daheim liegen lassen. Sonst an alles gedacht: Hammelfleisch, Fladenbrot, Plov, Wodka … nur der Führerschein … N. hatte auch keinen dabei. War das der Grund, warum man mich überhaupt engagiert hatte? Im Chat hatte ich im Vorfeld an N. geschrieben: „Vielleicht braucht ihr mich gar nicht, Auto fahren könnt ihr doch selbst.“ Auch ohne Lohn war ich ja ein Kostenfaktor: Übernachtung, Essen usw., und ein Unternehmer wirft doch kein Geld aus dem Fenster. Aber wie das so ist im Chat, manche Sachen gehen einfach unter.

Es war ein Fehler, den 4 Jungs meine Hilfe zuzusagen, ich hatte meine Kräfte maßlos überschätzt. Möglicherweise bin ich so kraftlos, weil ich das usbekische Hammelfleisch nicht mag (siehe unten). Immerhin hatte ich in weiser Voraussicht auf Lohn verzichtet. Von einem Angestellten, der ohne Lohn arbeitet, kann man nicht viel erwarten. Gut war auch, dass ich beim Autovermieter darauf geachtet hatte, neben mir einen zweiten Fahrer eintragen zu lassen. Kostete 50 € Aufpreis – für J. Aber hat sich gelohnt – für mich. Denn sonst hätte ich nicht aussteigen können. Eine Wahrsagerin sagte mal, in meinem Leben ginge immer 5 vor 12 noch mal alles gut aus. Das ist ausnahmsweise eine Prophezeiung, die schon mehrmals eingetroffen ist.

Um noch ein schönes Foto anhängen zu können, zeige ich euch meine süße 19jährige Freundin Moay (siehe 21.10.18), hier nicht von mir fotografiert, sondern von ihr selbst, und das ist ihr Kommentar: „Hast du die Bananen Schüssel fertig gemacht und gehst zur Ente?“




Kommentar Davy: Hallo Zurken, ich habe so den leisen Verdacht, daß Dich Deine "lieben Freunde" ganz einfach nur über's Ohr hauen und auch noch abzocken wollten.
Mal eine Frage: Wer hat den Mietvertrag bei der Autovermietung abgeschlossen, taucht also als Mieter im Vertrag auf? Und wer sonst als Du ist 2. Fahrer, ohne Führerschein?
Gruß Davy

zurken: Nein, die Jungs sind okay, sie haben sich nur etwas blauäugig auf ein Abenteuer eingelassen. Ich bin der Mieter des Autos, aber bezahlt mit einer anderen Kreditkarte. Einer von den LKW Fahrern ist als zweiter Fahrer registriert und hat Kopie seines Führerscheins hinterlassen.



Kommentar Josef: Ich hoffe die Kleine war genauso verrückt wie ihrer Texte ??. Du erlebst spannende Zeiten, als lebst Du, super geil. Weiter so, aber warum bist du abgehaun, die Auflösung fehlt noch.
LG Josef

zurken: Ihr Text wird vermutlich so verrückt durch die Übersetzung, in Thai hat das bestimmt eine ganz gewöhnliche Bedeutung. Ich bin abgehauen, weil es viel anstrengender war als erwartet, nicht die Jungs waren anstrengend, sondern die langen Fahrten und die seltsamen Unterkünfte. Usbeken sind stark …



Kommentar Andi: Das Foto deiner Freundin ist süss. Auch der Text "siehe blablabla" ist ebenfalls gut. Kannst du nicht einen Link einfügen, damit man gleich zu diesem ominösen Tag im Oktober kommt. So ersparst du einem deiner treuen Leser wertvolle Zeit.
Gruss Andi

zurken: Zu faul zum Blättern, wie? Einen Link genau dahin setzen, das sollte ich im VHS Kurs lernen, aber … Gehst du hier hin, und dann zum 25.10.18 runterblättern, das Mädchen im Trainigsanzug, das ist sie. Am 21. war nur Massage.




Verdrückt

26.11.18 – Wie unten angekündigt, sollte ich 4 Usbeken auf ihrer Einkaufstour durch Deutschland begleiten. Alle vier (nur Freund N. war mir bis dahin bekannt) außerordentlich sympathisch und freundlich. Ich habe sie schändlich sitzen lassen, habe mich vorzeitig verdrückt. Und sie haben das sofort akzeptiert, ohne Diskussion oder Streit. Was passiert ist, schreibe ich später, vielleicht morgen, erst mal die Fotos:

Frankfurt: Erste Unterkunft in einem Altstadtviertel in Zentrumsnähe. Hotel hieß Hotel Bar zum Ritter, weil in der Kleinen Rittergasse gelegen. Man munkelte, es sei ein Stundenhotel, und die hübsche Chinesin unten an der Rezeption könnten wir … war aber wohl ein Irrtum. Wir hatten 2 Zimmer, ich schlief in dem Dreibettzimmer mit Dachschräge. In Höhe meines Kopfes befand sich das einzige Fenster, das sich öffnen ließ. War es geschlossen, fing N. im Bett neben mir an zu schnarchen, öffnete ich es, gab er Ruhe. Das habe ich mehrmals wiederholt, es funktionierte immer.

Mittagessen fiel aus. Abends holten die Jungs usbekisches Hammelfleisch aus ihren Koffern. Vielleicht selbst geschlachtet, wer weiß. Bestand jedenfalls aus fettumrandeten Knochen, daher mindestens 1 Monat haltbar. Soll Kraft geben, sagten sie grinsend. Glücklicherweise musste Freund N. sowieso noch raus, irgendwas zu besorgen. So wurde ich von ihm in ein malaysisches Restaurant eingeladen, wo ich grünes Gemüse in Erdnusssoße aß.

Gegenüber von unserem Hotel gabs eine Kneipe, in der man für 2 € ficken konnte. Leider fand sich keine Gelegenheit, das auszuprobieren.

Nächster Mittag: Nach einigen Schwierigkeiten einen Mietwagen aufgetrieben. Ein Neufahrzeug mit den üblichen computergesteuerten Tücken. Aber wenn man die Betriebsanleitung nicht las und so tat, als sei es ein ganz normales Auto, konnte man ohne Angst damit fahren. (Ich las später zB, dass auf gar keinen Fall eine Person allein im Auto sitzen bleiben dürfe. Ich saß aber oft allein dadrin, während die Jungs LKW anguckten, und mir ist seltsamerweise nie was passiert.)

Beim ersten Händler. Eigentlich wollten wir nach Berlin, fuhren dann aber nach Stuttgart. Ähnlich sprunghaft wurden während der Fahrt per Internet und Smartphone Zimmer angemietet, abgesagt, wieder zugesagt und dann doch abgesagt. Ich nahm gern alle Schuld auf mich: „Einer unserer Fahrer muss dringend nach Hause“, mich kennt ja keiner.

Der erste LKW wird bestiegen. Den wollte dann aber keiner, zu teuer und roch nicht gut … äh nein, er machte ein merkwürdiges Motorgeräusch.

Die zweite Unterkunft in der Nähe von Heilbronn, wo wir dann auch die dritte Nacht blieben: Hotel zum Schaaf. Etwas mir gänzlich Neues: eine aufgegebene und bereits verwahrloste Hotel-Gaststätte, deren Haustüre immer offen blieb. Der Besitzer war nur per Telefon zu erreichen, und kassiert wurde von einem gehetzt um sich blickenden älteren Herren mit zittrigen Fingern, der sich hastig wieder verabschiedete. Ich vermutete, die richtigen Hausbesitzer waren ausgewandert und wussten nichts davon, dass ihr Haus von Ganoven vermietet wurde.

Meine Zimmertüre war irgendwann aufgebrochen und notdürftig geflickt worden. Im Flur kräuselte sich der Läufer um einen großen schwarzen Fleck, der vielleicht von ausgelaufenen Speisen herrührte. Der Schalter einer Herdplatte fehlte und war zum Zeitpunkt des Verschwindens mindestens auf Stufe 1 stehen geblieben, so dass die Platte permanent warm blieb. Es gab einiges skurriles, zurück gelassenes Gerümpel, wie diese beiden Puppen, die aussahen, als habe Eugen Egner sie erschaffen.

Sämtliche Mieter durften alles benutzen, den Schankraum und die dahinter liegende Küche usw., es gab kein Personal und keine Aufpasser (ich phantasierte mir ein paar hübsche thailändische Kellnerinnen herbei). Ein Gast, der wohl schon länger dort wohnte, sagte, das Geschirr werde täglich weniger. Jedenfalls mussten wir selbst kochen …

… wozu wir vorher einen Supermarkt aufsuchen mussten. Mittagessen war wieder ausgefallen, was günstig für meinen Wunsch abzunehmen, aber ungünstig für meine Laune war.

Es gab Makkaroni mit usbekischem Rindfleisch aus Dosen. Schmeckte gar nicht schlecht, ich musste danach zwar ein paar Mal mit fauligem Geruch aufstoßen, aber alles blieb brav drin in meinem Magen. (Sie hatten auch größere Mengen von ihrem Nationalgericht Plov dabei, von dem ich 2003 in Tashkent beinahe gestorben wäre.)

Zum Nachtisch gabs russischen Wodka, den ich wie in Pattaya mit O-Saft mischte: „Überlebensmittel [der Usbeken] ist der weiße Tee. Er wird immer kühl serviert. Denn es handelt sich um Wodka unter Decknamen. Vor dem Essen soll er die Magenwände schützend auskleiden, nach dem Essen den Durchflug der Scheußlichkeiten beschleunigen.“ (Dietmar Bittrich, 1000 Orte, die man knicken kann)

Am 3. Tag fand man dann etwas Passendes. Wir waren inzwischen nicht mehr weit von München entfernt. Möglicherweise wird dieser LKW gekauft, wozu man dann von Berlin aus, oder wo immer man sich gerade befindet, wieder zurück fahren und die Formalitäten erledigen muss.

Auf dem Weg nach Wuppertal, um den feigen Aussteiger abzusetzen, war ich nach langer Zeit mal wieder auf dem Klo einer Raststätte. Man finanziert die Wartung solcher Orte heutzutage anscheinend durch Werbung, dem das Männerauge nicht ausweichen kann (wo soll man sonst hingucken?). Für Viagra oder Verlängerungstechniken wurde aber nicht geworben.

Und draußen vor der Tür noch etwas Neues beobachtet: Ein Reisebus mit Lift für Rollstuhlfahrer, gerade rechtzeitig erfunden für mich, der ich das vermutlich auch bald brauchen werde. Wäre ich weiter mit den Jungs rumgefahren, hätte ich sicher noch vieles Aufregendes und Neues erlebt, aber … erzähle ich später, vielleicht morgen.

Dieses Foto kam gerade per Facebook aus ihrer ersten Unterkunft ohne mich. Eine Wohnung in Wuppertal und zufällig nur 15 Minuten Fußweg von mir entfernt. Freund N. meinte, „der da oben“ habe das so arrangiert. Ich sagte, dann könnten wir ab jetzt jeden Tag zusammen im Bomsch Café speisen (gemeint ist die Tafel, Bomsch = Penner). Allerdings sollte J., der die Tour finanziert, vielleicht lieber nicht seine weiße Jacke mit der Aufschrift „911“ tragen. Er fährt privat zwar nicht Porsche, sondern Jeep, die Jacke ist vielleicht auch nicht echt, aber sähe doch etwas angeberisch aus.




Kommentar Andi: Hallo Jürgen
schön bist du wieder zu Hause. Nicht nur wegen dem WÖCHENTLICHEN (Grrrr...) Blog. Aber dir scheint es in Wuppertal besser zu gehen als anderswo. Will dich nicht beleidigen, aber ich finde den letzten von dir verfassten Blog echt gut. Musste mehrmals schmunzeln, weiss natürlich nicht ob es dir dabei gut gegangen ist oder du dich unwohl gefühlt hast. Bin gespannt was du uns zu berichten hast! Andi

zurken: Sieht so aus als ginge nichts anderes mehr als Wuppertal. In Pattaya bin ich krank, Autotour halte ich nicht durch ...




Was Großes

21.11.18 – Bitte um Vergebung wegen der Verspätung, ich habe meine Schwester besucht. Wie man oben sieht, habe ich an dem einen VHS-Kurstag was dazu gelernt: Überschrift in Arial grau. Weil ich diesen Kurs mitmachen wollte, war ich schon im Oktober in Pattaya, ich wäre sonst erst November nach Thailand geflogen. Es regnet dann nicht so oft und ist kühler, aber noch nicht so überfüllt wie im Dezember. November ist ein guter Monat für Pattaya. Und nun ist der Kurs ausgefallen, und ich bin gar nicht unglücklich. Ich lebe ja, wie schon erwähnt, nach der Devise: Alles, was kommt, ist richtig.

Was jetzt kommt, und von dem ich dachte, es klappt nicht, wird auch richtig sein: Morgen landen 4 Usbeken in Frankfurt, ich soll sie im Mietwagen durch die Gegend fahren, sie wollen LKW einkaufen. Keine Kleinlaster, sondern was Großes, Sattelzugmaschinen mit Aufliegern. Zwei von ihnen kenne ich, der eine ein alter Freund, der andere ist der Boss, der die Sache finanziert. Die anderen beiden sind LKW-Fahrer, die die 40tonner nach Usbekistan fahren sollen. Sicher ist, dass alle außer meinem Freund gerne Wodka trinken und wahrscheinlich jeden Abend besoffen sind und Trinksprüche grölen. Wird also lustig, ich werde berichten. Möglicherweise aber mit Verspätung, ich nehme das Notebook nicht mit. Kommentare kann ich in der Zeit auch nicht bearbeiten. Wie lange ich die Jungs begleiten werde, weiß ich nicht, vielleicht eine Woche.

Hat mein Neffe gerade gemacht: Abschied von Bremerhaven mit meinem Pattaya-Köfferchen.





VHS-Kurs

13.11.18 – Ich sagte bereits, ich konnte nicht länger in Pattaya bleiben, weil ich was vor habe. Ich hatte mich für einen VHS-Kurs angemeldet, und gestern war der erste Tag. Ich habe es schwer bereut, wollte gar nicht hinfahren, denn es sind nicht ein oder zwei Stunden pro Woche, sondern 5 Tage hintereinander je 7 Stunden. Eine volle Arbeitswoche. Was lerne ich? Das, was ich hier mache: eine Webseite mit html erstellen. Eigentlich wollte ich nur eine Sache wissen: Wie erstelle ich ein Formular für die Kommentare, und wie kommen die automatisch unter den Text? Kommt möglicherweise gar nicht dran, sondern erst im Aufbaukurs im Dezember mit Java Skript.

Noch in den ersten Stunden war ich so fertig, dass ich plante, in der Mittagspause zu flüchten. Aber dann gings mir doch etwas besser, und ich werde wohl durchhalten. Positiv: es sind nur 6 Teilnehmer und alle sind erträglich bis nett. Neben mir sitzt eine junge, hübsche Äthiopierin, die sich nicht scheut, mit mir zu reden. Negativ: Die Kursleiterin ist zwar sympathisch und kompetent, aber kann die Sachen nicht gut erklären. Hätte ich keine Vorkenntnisse, ich hätte kein Wort verstanden.

Wir bauen dort eine Webseite für ein Hotel. Habe bereits eigene Fotos von meinem Zimmer in Pattaya eingestellt (mit mir und Ann im Bett). Heute sollen wir eine Speisekarte mit Fotos von den Speisen erstellen. Die Spezialität meines Hotels werden geröstete Seidenraupen und Heuschrecken sein:




Kommentar Josef: Hallo Zurken. Sind ja tolle Neuigkeiten. Obwohl mir deine Seite so gefällt wie sie ist. Du hast es sogar geschaft das Lochsockenbild oben zu platzieren. Bin neugierig was noch kommt. Ich hoffe du hältst durch.
LG Josef

zurken: Leider nichts mehr, Kurs komplett gestrichen. In der Familie der Kursleiterin sei etwas Furchtbares passiert. Fühle mich wie früher bei schulfrei. Leider habe ich nun auch nichts dazu gelernt.



Kommentar JOsef: In anderen Kulturen, diese die das Alter noch schätzen, musstest Du als Lehrer auftreten und die jungen mussten deinen weisen Worten andächtig lauschen. So wie in ganz Asien wo die alten Menschen besonders geschätzt werden. Deine Töchter, eigene oder Miettöchter, müssen Dir jeden Wunsch von deinen Augen ablesen. So schauts aus. Halte daran.
LG Josef
Das Universum weis schon was es mit dir macht, lass dich darauf ein.

zurken: Ja, das Universum ist auf meiner Seite, scheint mir auch so, wenigstens für eine Weile. Danke für deine weisen Worte :-)



Kommentar Andi: Also wenn dann deine Webseite von "deinem" Hotel fertig ist kannst du uns den Link senden. Warum? Na ja, nie im Leben würde ich zugeben, dass ich die Fotos von deinem Zimmer (mit Ann) sehen will....
Regnerische Grüsse aus der "Innerschwyz" Andi

zurken: So spannend wäre das nicht geworden, Herr Andi, auf den Fotos waren wir natürlich bekleidet. Jetzt liegen die Fotos auf einem der Computer der VHS und bleiben da vielleicht für ewig. Hätte ich das gewusst, hätte ich noch paar andere hinterlassen :-)



Kommentar Josef: Irgendwie passt das zu uns:
Eine Boeing 777 ist auf dem Weg über den Atlantik. Sie fliegt gleichbleibend mit 800 km/h in 30.000 Fuß Höhe, als plötzlich eine F-17 mit Tempo Mach 2 auftaucht. Der Pilot des Kampfjets bremst ab, fliegt neben der Boeing her und grüßt den Piloten des Passagierflugzeugs per Funk: "Langweiliger Flug, was? Dann pass mal auf!"
Er rollt seinen Jet auf den Rücken, beschleunigt, durchbricht die Schallmauer, steigt rasant in eine schwindelerregende Höhe, nur um gleich darauf in einem atemberaubenden Sturzflug fast bis hinunter auf Meereshöhe zu stürzen. Mit einem Looping kehrt er neben die Boeing zurück und fragt: "Na, wie war das?"
Der Pilot der Boeing antwortet: "Sehr beeindruckend. Aber jetzt schau du mal her!"
Der Jetpilot beobachtet die Boeing, aber es passiert nichts. Sie fliegt weiter stur geradeaus, mit immer gleichem Tempo. Nach fünf Minuten meldet sich der Boeing-Pilot per Funk: "Na, was sagst Du jetzt!?"
Der Jetpilot fragt irritiert: "Was hast du denn gemacht?" Der andere lacht und sagt: "Ich bin aufgestanden, habe mir die Beine vertreten, bin nach hinten auf die Toilette gegangen, dann habe ich mir einen Kaffee und eine Zimtschnecke geholt und mich für die nächsten drei Nächte mit der Stewardess verabredet - in einem 5-Sterne-Hotel, das von meinem Arbeitgeber bezahlt wird."
Die Moral der Geschichte ist: Wenn du jung bist, scheinen Geschwindigkeit und Adrenalin etwas tolles zu sein. Aber wenn du älter und klüger wirst, sind Bequemlichkeit und Ruhe auch nicht zu verachten. Man nennt das S.O.S.: slower, older, smarter. Gewidmet allen meinen Freunden, die sich wie ich dem S.O.S. nähern.

zurken: Problem mit mir ist, dass ich immer schon slower war und nie auf Adrenalin. Nachholen geht nicht, wenn man older ist, und ob ich nun smarter bin? Ich glaub nicht.



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