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Sorgen machen?
16.9.16 – Beim Putzen habe ich mal wieder bemerkt, dass ich Haustiere habe, keine gewollten, keine zum Kuscheln, aber nützliche: Spinnen. Ich wische um ihre Netze herum, es tut mir leid um so viel Mühe, und manchmal sehe ich tote Insekten darin. Obwohl ich im EG wohne, und das Oberlicht zum Garten Tag und Nacht offen ist, kriege ich selten Besuch von Mücken. Ich stelle mir vor, sie haben meine Wohnung gekennzeichnet, wie es früher Bettler machten: „Achtung, die Bude ist spinnenverseucht, und an den Typen kommt man nicht ran, er trägt eine Schlafmütze.“ Summt dann doch mal eine um mein müdes Haupt herum, denke ich vergnügt: „Du machst es nicht lange.“
Mir kommts aber jetzt so vor, als würden es immer mehr Spinnen, heute krabbelte gar eine aus der Polsterung meines Sessels, die ich einfing und in den Garten schmiss. Muss ich mir Sorgen machen? Ich habe keine Angst vor ihnen, aber weiß auch nichts über sie. Werden die groß und fett, und werden sie mich eines Tages fressen? Ab Montag haben sie sturmfreie Bude. Wenn ich zurück bin, schaue ich sie mir noch mal genauer an.
Habe heute die US-Dollar von der Bank geholt. Sie waren nicht ganz sicher, ob sie sie bis heute besorgen könnten, ich hatte sie zu spät bestellt, weil ich dachte, die paar Scheine werden sie doch auf Vorrat haben. Hatten sie aber nicht. Ich brauche Dollar, weil man für sie in Usbekistan mehr kriegt als für Euro. 1 € = 3330 Sum, 1 USD = 6300 Sum, also fast das Doppelte. Da der 5000er Schein der größte ist, bekäme ich für einen 100 Dollarschein 126 Scheine in Sum, und wenn der Wechsler nur 1000er hat, wäre es ein Stapel von 630 Scheinen, die ich dann nachzählen darf.
Selbstportrait gemacht, schön, nö? Das ist ein Aushang vor einer Kirche. Der tote, am Kreuz hängende Jesus macht ihnen also Mut.
Auch auf Autos: Na und? Was würde es ändern?
[kommentar]
Kommentar Soso: Dachte schon, ich sei der Einzige, der noch mit einer Kamera fotografiert.
zurken: Stimmt, komme mir auch schon komisch vor. Frage mich aber, warum sie ihre Smartfones alle immer so hoch über ihre Köpfe halten, geht das nicht anders mit denen?
Kein Dickschiff
13.9.16 – Vorgestern hatte der Elfte September 15. Geburtstag. Viel scheint in unseren Leitmedien nicht dazu kommentiert worden zu sein. Ich weiß ja nicht, ich höre nicht einmal mehr Radio im Taxi. Aber auf Facebook gab es Kommentare, z.B. den Hinweis, dass nun auch irgendein seriöses Wissenschaftsmagazin bestätigt, dass die Gebäude gesprengt worden sind. Das war schon 2006 klar, nach dem Erscheinen des Films „Loose Change“.
Gerade „Pooh's Corner II“ von Harry Rowohlt gelesen, zum Schmunzeln, manchmal hab ich's nicht verstanden, was gemeint ist, sehr kluger Mensch, der Harry. So schreibt er z. B. „Warum sollen immer nur Berufsschriftsteller Bücher schreiben? Warum nicht auch mal kluge Laien?“ Genau. Ich hätte ihm meins schicken sollen, zu spät, er ist letztes Jahr gestorben.
Danach dieses Blättchen gelesen, das ich im Briefkasten fand. Die Kirche im BILD-Format. Nicht zum Schmunzeln, sondern Kaputtlachen – wie dämlich das alles ist! Er, Harry Rowohlt, sagte, er bedaure, nicht getauft worden zu sein, denn dann hätte er das Vergnügen gehabt, aus der Kirche austreten zu können. Richtig, ich hatte es am 13.02.70, zwei Wochen nachdem ich volljährig geworden war. Ich hätte es gerne viel früher gemacht.
Und dann sehe ich den Harry als Penner in der Lindenstraße, wie er zu Weihnachten aus der Bibel vorliest. Ernsthaft, mit allem Kitsch. Mit Lichterketten am Haus und andächtigen Gesichtern. Das hätte ich nicht gekonnt, nicht nur, weil ich nicht vorlesen kann, sondern weil ich die Atmosphäre nicht ertragen hätte. „Advent, Advent“ von Loriot hätte ich vorgelesen, aber nicht das, wie konnte er nur!
Echte Penner können auch nicht vorlesen, die schlafen lieber.
Montag hebe ich wieder ab, sagte ich es schon? Nicht nach Thailand, sondern nach Usbekistan. 6 Stunden Direktflug mit Usbekistan Airways, halb so lang wie nach Thailand, aber genau so teuer. Werde meinen lieben Freund wieder sehen und mit ihm eine Woche durchs Land fahren, in seinem Chevrolet. Jaja, er hat einen Chevrolet, leider kein Dickschiff, wie die legendären, sondern einen „Spark“. Was sonst noch auf dem Programm steht, kriegt ihr dann zu lesen.
[kommentar]
Kommentar schaettman: Glückwunsch zur erfolgreichen Reanimation :-) ich bin so was von gespannt....
zurken: Abwarten, vielleicht bin ich im Januar schon wieder in Pattaya …
Kommentar schaettman: Mit Rückfällen muß man rechnen ....
zurken: … in die Barbarei, ja ja, ich weiß …
Kommentar schottlandfan: Bei der Polizei stimmts ;-)
zurken: Ja, in einem amerikanischen Polizei-Chevy durch Usbekistan, das wär was …
Sachen
4.9.16 – Heute im Taxi wäre es beinahe dazu gekommen, dass 4 Männer begonnen hätten, miteinander zu reden. Sie kamen offenbar zurück von einer Sauftour und ließen sich von mir in ihren Stadtteil fahren, wo sie mit ihren Familien lebten. Alle waren in dem Alter, in dem die Kinder schon aus dem Haus sind oder der Auszug kurz bevor steht. So erzählte der eine, er habe wegen einer Krankheit 3 Wochen zuhause bleiben müssen. Die erste Woche sei noch ganz gut gewesen, aber dann, vor allem so allein, ohne die Kinder, das sei hart gewesen, da seien ihm so „Sachen“ durch den Kopf gegangen. Nun hätte einer fragen können: Was denn für Sachen? Aber es schien, sie wussten, was er meinte und haben diese „Sachen“ schnell mit Sprüchen verscheucht. Da bin ich ja froh, dass ich schon mit 20 angefangen habe, an diese Sachen zu denken.
[kommentar]
Kommentar schaettman: da kriegt man ja Lust, da mal hinzu faahn ....
zurken: Genau das habe ich vor :)
zurken: mein Freund meint, ich solle vorsichtig sein mit Kommentaren zum Präsidenten …
In Uniform
31.8.16 – So eine süße Freundin hatte ich mal. Seufz. Nur weil ich nicht genug Geld habe, ist sie nicht mehr bei mir. Aber einmal möchte ich sie noch sehen, vielleicht im Januar.
Das ist Islam Karimov, der Präsident von Usbekistan. Ausgerechnet jetzt ist er krank geworden und sehr wahrscheinlich am Montag im Krankenhaus gestorben. Dabei wollte ich doch am 19.9. nach Usbekistan fliegen. Wenn so Leute sterben, kann viel passieren: Putsch, Bürgerkrieg oder auch gar nichts. Man weiß es nicht. Visum habe ich bereits im Pass, zum Glück den Flug noch nicht gebucht, damit warte ich mal noch paar Tage.
Als der starb, also der goldene, ich lebe noch, ist nichts passiert. Das war der turkmenische Präsident. Ich hab versucht, zu sitzen wie er, aber irgendwie sitzt er relaxter auf seinem Stuhl als ich, nö? (Idee zum Foto von meinem göttinger Freund) Hätte ich so viel Geld wie einer von den beiden Herren, wäre mir meine Freundin nicht weggelaufen. Sollte es Stress geben in Usbekistan, fliege ich wieder nach Pattaya und schließe mich der Tourist-Police an:
Der verrückteste Ort auf Erden, da hat er recht. Ein gelungener Film über Pattaya. Werde beim nächsten Mal fragen, ob sie noch einen Deutschen brauchen können. Ich in Uniform, da hätte ich endlich mal einen verantwortungsvollen Job. Vorteil: Ich könnte die ganze Nacht auf der Walkingstreet rumhängen, ohne Geld auszugeben, und vielleicht macht mir eine Süße ja mal ein Bestechungsangebot.
[kommentar]
Kommentar Soso: Der Turkmenbashi guckt zufriedener als Du. Ihm ist die Freundin vermutlich nicht weggelaufen.
zurken: Er hatte ja auch genug Geld
Kommentar schottlandfan: Moin Zurken,
was für eine Ironie, Du als Vertreter der staatlichen Ordnungsmacht. Aber ich glaube so erlebst Du in der gleichen Zeit Pattaya 3 mal so Intensiv.
zurken: Eben: Vielleicht kriege ich lustige Geschichten mit, aber ist ja nicht sicher, ob sie mich nehmen.
Kommentar Andi: Aber, aber... Herr Zurken! Sie würden sich also bestechen lassen, hätte ich nicht gedacht. Natürlich machen das die Herren Diktatoren auf der Welt genau so, nur dort gibts Prügel wenn du deinen Despoten nicht mitfinanzierst. Der ehrenwehrte Präsident guckt nur deshalb so relaxt, weil sonst der Erschaffer dieser Goldfigur vermutlich geköpft worden wäre... Was die bezaubernde Lady am Anfang deines Posts betrifft, da würde ich das ganze nicht auf das nicht vorhandene Vermögen schieben. OK, einverstanden... Geld macht eben doch glücklich.
zurken: Was die Diktatoren können, kann ich schon lange. Kommt natürlich auf das Angebot an ….
Leckere Damen
24.8.16 – Ich habe eine neue Nachbarin, sie hat sich mir gestern persönlich vorgestellt. Eine ganz liebe junge Dame, ich konnte ihr kaum in die Augen schaun, so alt und unrasiert fand ich mich im Vergleich zu ihr. Ich hatte mir schon so was gedacht, als ich ihr Türschild sah. Sie kommt irgendwo aus Kfz-Zeichen „SIM“ und macht hier eine Hebammenausbildung. Sie will mir heute sogar ihren Wohnungsschlüssel überlassen, weil gleich ein Elektriker kommt und irgendwas reparieren soll. Habe ihr gleich das Du angeboten und werde sie nachher fragen, ob sie auf Facebook ist, dann werden wir Freunde.
Gestern mittag wurden wir Gescheiterten, Chancenlosen, Lethargischen und Resignierten, die nicht mehr selber kochen können oder wollen, in der Tafel von Sparkassenmitarbeitern bedient. War das Menü nun von einem Fünfsternekoch zubereitet? Ich glaube nicht, es sah aus wie immer. Und meine Genossen reagierten eher verwirrt als begeistert.
Aber immerhin, es gab Tischdecken, und leckere Damen brachten das Gewünschte zum Tisch. Kein Schlangestehen, wie sonst. Vielen Dank, Sparkasse! Auf meine Frage, ob ich nun endlich einen Dispo bekäme, verwies man mich allerdings an die Geschäftsstelle.
Zur Feier des Tages habe ich mich sogar mit meinem Gegenüber unterhalten. Zwei Minuten vorher hatte er noch gesagt, er wolle nicht fotografiert werden. So vergesslich bin ich! Allerdings konnte ich ihn nicht verstehen; sobald er anhob zu sprechen, hielt er eine Hand vor den Mund, als käme mit den Worten noch etwas Anderes, vielleicht Übelriechendes hinterher.
Ein von der Sparkasse beauftragter Fotograf war auch anwesend (gerade nicht im Bild). Mein Gegenüber sagte auch ihm, er wolle nicht fotografiert werden. Ich hingegen stellte mich zur Verfügung, wurde aber nicht abgelichtet, wahrscheinlich entsprach ich nicht seiner Vorstellung von einem Tafelgast. Schade. Ich sehe mich gern in Zeitungen und Werbemagazinen, auch wenn ich sie nicht lese.
[kommentar]
Kommentar Klaus: Moin Zurken!
SIM ist Simmern im Hünsrück. Da gibts den Schinderhannes - Turm.
Bin da aus der Nähe. Sag der Nachbarin nen schönen Gruß aus Löffelscheid.
Hau rein!
zurken: Löffelscheid! Okay, mach ich.
Kommentar schaettman: "wir Gescheiterten, Chancenlosen, Lethargischen und Resignierten, die nicht mehr selber kochen können oder wollen,"
was machste mit der gesparten ZEIT ?
musst halt sterben wie alle anderen, ohne Nachruf...
"er fuhr Taxi bis an sein Lebensende ,konnte in nix einen Sinn entdecken und verschied still ohne irgendetwas zu hinterlsssen...."
Du bist das beste Beispiel für den Sinn der Existenz der Menschen...
zurken: Nun, ein Tafelessen braucht auch Zeit: Anmarsch (zu Fuß), in der Schlange warten, essen, nach Haus gehen oder mit Bus, da vergeht etwa eine Dreiviertelstunde. Ich muss nicht einkaufen, das ist mir sehr angenehm …
Soso, ich bin das beste Beispiel für den Sinn der Existenz der Menschen … meinetwegen :-)
Kommentar Hannelore: Eine Frage Herr Zurken, weshalb wollen Sie denn die Dame fragen ob sie mit Ihnen auf Facebook befreundet sein wollen, wenn sie es nun als Nachbar in der Realität sein können? Werden Sie sich dann nicht mehr persönlich sehen, sondern nur noch bei Facebook schreiben? Mir scheint es, sie möchten keine realen Kontakte und wollen das der Dame auch sofort mitteilen. Liege ich da richtig in der Annahme?
Gruß, Hannelore
zurken: Nein, Sie liegen nicht richtig. Das war Ironie. Bisher hat meine Aktivität im Internet nicht zu Vereinsamung, sondern immer mal wieder zu Freundschaften in der Realität geführt. Wie wär's mit Ihnen? Möchten Sie mich kennen lernen? Von mir aus gern. :)
Helden unserer Städte
22.8.16 – Habe gerade 3 Bücher von Max Goldt aus den 90ern ausgeliehen. In „QQ“ schreibt er über sogenannte Groteskpersonen. Beispielsweise eine „rockmusikgestützte Verkleidungsepedemie“ aus Japan namens „Visual kie“ und eine alte Frau, die er seinerzeit mit einem Affen auf der Schulter durch Berlin laufen sah. Seine Sichtweise gefällt mir so gut, dass ich hier den ganzen letzten Absatz aus dem Text zitieren möchte:
Die an „Visual kei“ Beteiligten geben übrigens ganz unumwunden zu, dass es ihr einziges Ziel ist, aufzufallen, um sich von der Masse abzuheben. Solch ein Wunsch kann aber nur derjenige empfinden, der der Masse angehört. Die echten Grotesken tun das an keinem Punkt ihres Lebens, ihre Auffälligkeit ist nichts wunschgemäß Herbeifabriziertes, sondern ergibt sich aus ihrer ureigenen Natur. Das Leben hat die Forderung an sie gestellt, grotesk zu sein, und sie stellen sich ihr mit eherner Disziplin. Sie teilen das Schicksal all derer, die mit einer unverdrängbaren Begabung belastet sind. Unerbittlich graziös nehmen sie die Nachteile ihrer Lebensform auf sich, das Ausgelachtwerden durch die Dumpfen ebenso wie die Mühen, die für die Takelage notwendig sind. Nicht alle haben Geld. Mit einem kreischendem Tier auf der Schulter in einem Laden „ein Landbrot und zwei mittelgroße Eier“ zu verlangen und nach einem Blick ins Portemonnaie die Frage nachzuschicken: „Hätten Sie vielleicht auch ein Landbrot von gestern und nur ein Ei, und zwar ein kleines?“, erfordert mehr Lebenskraft und Stolz, als das gleiche ohne Tier auf der Schulter zu tun. Unter Schmerzen toupieren sie ihr Haar, mit zitternder Hand kleben sie sich falsche Wimpern auf die Lider oder zwängen geschwollene Füße in flamboyantes Schuhwerk, und niemand versteht, warum sie das tun, und wie soll man ihre Haltung, mit der sie all das Unverständnis hinzunehmen bereit sind, anders nennen als Majestät? Man sollte sie nicht nur achten wie andere Leute, sondern obendrein verehren. Sie zählen zu den großen Helden unserer Städte.
Unseren wuppertaler Ladyboy könnte man zu ihnen zählen, ausgelacht habe ich ihn nie und will ihn ab jetzt gern als Helden verehren.
[kommentar]
zurken: Apropos Groteskperson: Den habe ich heute auf unserer Fußgängermeile entdeckt. Er trommelte, konnte es aber nicht, die weiße Wand unterm Schaufenster diente ihm als Bass Drum, was die Ladeninsassen der Echthaarverlängerung bestimmt nicht toll fanden. Aber keiner kam raus. Fanden sie ihn etwa wie Max Goldt verehrungswürdig? Nein, sie hatten im Stillen das Ordnungsamt verständigt, das mit 3 Herren anrückte, aber zu spät, er war dann schon weg.
Als ich wieder am Cafétisch saß, kam eine gutbürgerliche Dame zu mir und sagte artig: „Guten Tag!“ Ich dachte, vielleicht kennt sie mich, sie ist eine lange nicht gesehene Verwandte oder so. Aber nein, sie wollte wissen, warum ich Fotos von dem Trommler gemacht hätte. Ich fände den toll, sagte ich wahrheitsgemäß. Aber sie meinte, ich hätte mich an seiner Krankheit ergötzt und zog empört Kopf schüttelnd von dannen. In der Tat sind die meisten Groteskpersonen mehr oder weniger gaga. Trotzdem darf man sie doch fotografieren, wenn man höflich fragt und ein paar Münzen in den Pappbecher tut, was ich natürlich gemacht habe.
Wenn man genau hinsieht, dachte ich dann, während ich die Passanten beobachtete, ist eigentlich jeder eine Groteskperson, nur Kleidung und Frisur sind anders.
Kommentar bibo: Hallo Jürgen,
den "Ladyboy" hab ich auch schon mehrmals erlebt. Scheint sehr nett zu sein. Ich habe gerüchteweise gehört, er sei Dozent an der Uni ?
zurken: Stimmt, jetzt wo dus sagst, das habe ich auch mal gehört. Gestern gesehen in einem kurzen hellen Sommerkleid. Im Gegensatz zu den thailändischen trägt er sonst nichts Weibliches, also kein Makeup, keine High Heels.
Längst tot
17.8.16 – Wie man sieht, schreibe ich mehr und öfter als sonst in den Zeiten zwischen zwei Reisen. Das liegt daran, dass ich weniger arbeite und dadurch weniger belastet bin vom Elektrosmog im Taxi: drei Mobilfunkempfänger (mein Handy, firmeneigenes Handy und die Fahrtenvermittlung), und drei Navigationssysteme (Tom Tom, das eingebaute von Mercedes und das im Fahrtenvermittlungssystem).
Mein Heilpraktiker, den ich wegen Bauchweh aufsuchte, sagte, was ich da habe, das hätten immer mehr Menschen: eine von Elektrosmog verletzte Aura. Davon hätte ich Bauchweh. Er gab mir Globoli und schrieb mir eine Reihe von Zahlen auf einen Zettel. Den solle ich möglichst nah am Körper tragen, das schütze die Aura vor Verletzungen. Diese Zahlen seien nur bei mir wirksam, und falls ich den Zettel verliere oder zerknittere, könne ich die Zahlen einfach selbst auf einen neuen Zettel schreiben. Ich habe sie also gleich auswendig gelernt. Tolle Sache. Was wäre ich ohne meinen Heilpraktiker? Längst tot, nehme ich an.
Kürzlich saß ich in der Schwebebahn, und ein älterer Herr in gepflegter beiger Kleidung saß mir gegenüber. So ein Typ wie ich einer bin. Aber bei ihm stand der Hosenstall auf. Als sich unsere Blicke trafen, sagte ich: „Hose auf!“ und machte mit den Händen die Bewegung des Reißverschlusszuziehens. Er hatte nicht verstanden, und ich wiederholte meinen Hinweis etwas lauter. Oh, sagte er lachend, da sähe man ja sowieso nichts mehr und zog den Reißverschluss zu. Am Lachen der Umstehenden merkte ich, er war in Begleitung von Angehörigen unterschiedlichen Alters. Einer von ihnen schaute mich mit einem Blick an, der so was wie erstaunte Bewunderung ausdrückte. Tja, ich sage so was, wenn ich so was sehe.
Ich würde auch gerne den Männern, die ihre Glatze mit langen, von der Seite herübergekämmten Haaren verdecken, sagen: „Mann, das sieht ja vielleicht albern aus!“ Wie würden die wohl reagieren? Vielleicht: „Das geht Dich einen Scheißdreck an!“
„Doch“, würde ich sagen, „ich mache mir Sorgen um Sie. Stellen Sie sich doch nur mal vor, jemand wolle Sie angreifen, und Sie müssten sich wehren, dann käme Ihre Frisur durcheinander, alle würden sich kaputt lachen, und keiner könnte Ihnen helfen.“
(Was dem Herrn mit der lustigen Frisur aus der Stirn wächst, ist übrigens das Gerüst unserer berühmten Schwebebahn.)
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Kommentar schaettman: Churchill soll das auch passiert sein, daraufhingewiesen sagte er : Tote Hunde beissen nicht....
zurken: Ich mach meinen Hosenstall aber trotzdem zu.
Kommentar schottlandfan: finde dich persönlich aufgeweckt und weltoffen. aber ein heilpraktiker mit zahlen gegen magenkrämpfe?!!
such dir einen arzt, die medizinische behandlung ist für alle gleich schlecht, für die die alles bezahlen genauso wie für die die alles umsonst bekommen ;-).
zurken: Magenkrämpfe waren es noch nicht, Bauchweh, mal mehr mal weniger Tag und Nacht. Ich kenne meinen Heilpraktiker seit 32 Jahren, nur er kann herausfinden, warum ich irgendwas habe. Er hat eine andere Vorstellung vom Körper, die ich teile. Der Körper ist ein intelligenter Organismus, d.h. er ist lernfähig, und man kann mit ihm sprechen. Der Heilpraktiker fragt also meinen Körper, warum er Bauchweh macht. Schmerzen sind Mitteilungen des Körpers, wie eine Sprache. Und er bekommt Antwort, natürlich nicht mit Wörtern, sondern auf die Art, wie sich der Körper ausdrücken kann. Das ist das Besondere an ihm. So heilt also nicht mein Heilpraktiker und auch nicht seine Medizin, sondern mein Körper macht das. Vielleicht kann man sagen, seine Medizin gibt dem Körper einen bestimmten Anstoß dazu. In diesem Fall also die Aura zu reparieren.
Er braucht keine teuren Apparate und keine Chemie. Seine Mittel haben garantiert keine Nebenwirkungen, und sie wirken sehr langsam, unmerklich, eben in dem Tempo, wie der Körper sich z.B. gegen eine Virusinfektion wehrt, das geht ja auch nicht in einem Tag.
Kommentar Der böse Wolf: Das ist doch nur das Passwort für Zurkens Hans, Franz oder Heinrich? Ach ne, der heißt wohl Paul (Hans und Franz sind die von der Heidi, nicht die mit dem Almöhi, sondern die mit den vielen Exxen
Benutzername: Zurken
Passwort: 9766353
So, wer das eingibt, steuert das kleine Paulchen gaaanz nach Belieben.....
Zugriff unter zurken.de/Paul
zurken: Tatsächlich: seitdem ich das Passwort in meiner Hemdtasche trage, funktioniert das Paulchen fast so gut wie früher …
Sprachlos vor Bewunderung
16.8.16 – Eine Buchempfehlung: „1000 Orte, die man knicken kann“ von Dietmar Bittrich. Was im Vorwort steht, könnte von mir sein, ähnliches habe ich bestimmt auch schon mal bemerkt:
„Im Zweifelsfall ist es immer besser, im Café zu relaxen, statt sich Tempel, Wasserfälle, Pyramiden anzutun.“
Das Buch ist zu dünn, ich hätte gern ewig weiter gelesen. Vor allem behandelt Bittrich leider weder Thailand noch Pattaya. Entweder er war nicht da, oder er sagt sich: „Pattaya? Das weiß doch jeder, dass man das knicken kann, da muss ich nichts drüber machen.“ Eine Bemerkung über Peking könnte er für Pattaya schon mal wörtlich übernehmen:
„Die Kanalisation, wo es sie gibt, funktioniert nicht. So kommt es blitzschnell zu seenartig überfluteten Kreuzungen und zu Gischtwogen bei jedem vorbeifahrenden Auto. Einen Schirm braucht kein Tourist mitzubringen. Alle Straßenhändler verkaufen Umbrellas, die ungefähr einen Regen lang halten.“
Genau so ist das auch in Pattaya, was bezüglich der Schirme einfach daran liegt, dass sie aus China stammen. Klar. Das ist auch köstlich:
„Besucher aus dem Westen staunen oft, dass in Peking auch bei Tag der Vollmond zu sehen ist. Beharrlich zieht er als runde Silberscheibe über den Himmel und nimmt nicht ab. Woran liegt das? Daran, dass China auf der anderen Seite des Globus liegt? Nein, an der Luftverschmutzung. Es handelt sich nicht um den Mond, sondern um die Sonne. Sie wirkt nur bleich, weil sie nicht besser durch die Schwebstoffe dringt.“
Über Usbekistan: „Die einheimische Währung namens Sum kennt als höchsten Schein den Wert Zehntausend.“ Da irrt er sich zu Ehren Usbekistans, der höchste Wert seinerzeit war Eintausend, inzwischen gibt es Fünftausender = 1,50 €.
Recht unterhaltsam sind auch seine Tipps, wie man lästige Mitreisende los wird. Zum Beispiel in Usbekistan mittels der steinharten Ziegenkäsebällchen, die die Usbeken zum Bier essen und „Achselschweißbällchen“ nennen:
„Eine andere Möglichkeit, die schweißigen und übel riechenden Lappen (usbekische Geldscheine) loszuwerden, ist ein Gang über irgendeinen Markt mit Probieren der zahlreichen Variationen von Käsebällchen. Nicht wir probieren, sondern unser lästiger Mitreisender, den wir großzügig einladen. Den Rest der Reise übersteht er stumm und bleichgesichtig nur mit Hilfe von Kohletabletten und Imodium.“
Wobei der Durchfall in der Regel von der usbekischen Nationalspeise Plov erzeugt wird, die keinem Besucher erspart bleibt. Sogar als mir der Arzt im Krankenhaus bestätigte, meine Dehydrierung stamme sehr wahrscheinlich von eben diesem Gericht, wurde mir dort zum Abendessen Plov serviert.
Foto hat mir ein Freund geschickt, weil ich ihm geschrieben hatte, ich führe jeden, solange er zahlt und die Klappe hält. Wie man sieht, tun es auch meine Kollegen in England. Nur rauchen darf man bei uns nicht mehr.
Hauswand mitten in Barmen. Was hat sich der Maler- und Anstreichermeister wohl dabei gedacht? Ich vermute, da hat seine Ehefrau Modell gestanden, wenn auch nur ihr Torso. Oder?
Auf Facebook gefunden. Ich glaube – nein, ich bin sicher, ich kenne sie, jedenfalls saß sie mir gegenüber im Songthaeo, und ich war sprachlos vor Bewunderung. Sie war die erste, bei der das Tattoo auf ihrem linken Oberarm wie ein echtes Kunstwerk wirkte. Ich traute mich nicht, sie anzusprechen, so schön fand ich sie, obwohl ich wusste, wie blöd ich bin.
[kommentar]
Ein alter Freund
13.8.16 – Heute geträumt: Ich war zu Besuch bei einem Freund, den ich 30 Jahre nicht gesehen habe. Er ist so einer, der sich gesund ernährt und Sport treibt und so. Er sagte, er wolle mir was zeigen, ich solle schon mal ins Bad gehen, er komme dann nach. Im Bad stand eine riesige Kloschüssel, bis zum Rand gefüllt mit Scheiße und anderen scheußlichen Substanzen, die mich an Kräuter erinnerten. Er kam rein, griff in die Scheiße und stopfte sie sich in den Mund. Sei gesund, sagt er kauend und wollte mir auch eine Handvoll reinschieben. Ich wich entsetzt zurück, habe aber wohl doch was abgekriegt. Dann bespritzte er den Inhalt der Kloschüssel mit Wasser, worauf sie sich auf die Größe einer Wanne dehnte (was in Träumen ja möglich ist). Er stieg voll bekleidet hinein, suhlte sich wohlig darin, bis von ihm nur noch Augen, Nase und Mund zu sehen waren. Es schien, als sei ihm nun doch etwas peinlich, was er mir da vorführte, aber ich rief, es sei okay, es sei sehr interessant, und wer ihm denn den Rat gegeben habe, das zu machen. Stimmte gar nicht, ich fands nur ekelhaft und wachte langsam auf.
Mir fiel ein, was mein usbekischer Freund über Scheiße gesagt hat, und ich kann mich selbst vom 10.6.16 zitieren: „Wenn man in eine Tonne voller Scheiße fällt und komplett darin unter geht, dann wird man sehr reich werden.“ Nun bin zwar nicht ich selbst da rein gefallen, sondern mein alter Freund, aber das spielt, glaube ich, keine Rolle. Außerdem ist dieser Freund schon reich, der hat das nicht nötig und weiß ja auch gar nichts von dem Traum. Das heißt, ich gehe davon aus, ich werde in den nächsten Tagen reich sein. Sollte ich vielleicht Lotto spielen? Ach nein, wenn das beschlossene Sache ist, brauche ich nur zu warten.
Das ist so'ne Art wuppertaler Ladyboy, merkwürdiger Typ, der läuft das ganze Jahr so rum, im Winter trägt er Strumpfhosen unterm Rock. Wäre ich Journalist, würde ich ihn interviewen, bestimmt haben alle ihn schon mal gesehen, aber keiner weiß, warum er sich so kleidet.
Das ist das sogenannte UtopiaStadt-Cafe in einem alten Bahnhof. Vollgestellt mit Sperrmüll, und die Theke ruht, wie man sieht, auf Büchern. Ist also wohl ein Szene-Treff, nehme ich an. Früher wäre ich da oft hingegangen. Jetzt habe ich nur schnell einen Kaffee getrunken, weil ich dachte, es sei dort besonders billig, von wegen: 1,80 €, teurer als auf unserer Fußgängerzone, und ich musste die Tasse auch noch selbst an meinen Tisch tragen und danach wieder zurück.
Es gibt immer noch diese Zuckertüten? Ich dachte immer, wenn ich erwachsen bin, gibt es den ganzen Quatsch nicht mehr, vor allem Weihnachten sei dann abgeschafft. Der Junge auf dem Foto ist der süße Nachwuchs eines Facebook-Freundes, den er mit seiner Thaifrau gezeugt hat. Diese Mischlinge sind ja oft besonders hübsch. Aber seltsam: die Kinder lachen mit der Tüte im Arm, sie wissen nicht, was ihnen bevor steht. Ich wusste es, mich sieht man heulen auf dem Einschulungsfoto.
Es gab mehrere Anschläge in Thailand, aber nicht in Pattaya. Ich nehme an, die Mädels sind wenig beeindruckt und kümmern sich um ihr Pokemon, oder wie das heißt. Ich möchte hiermit klarstellen: So'n Quatsch mache ich nicht mit!
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Kommentar Soso: Sie brauchen noch Geld für Putz, Farbe usw, deshalb ist der Kaffee so teuer!
zurken: Achso!
Kommentar Andi: Was du so alles in einen einzigen Post reinpacken kannst, da kann der Laie nur staunen. Träume sind Schäume, aber weil du ja positive Sachen träumst, ist es doch gut. Der Typ in den Frauenkleidern ist eben einer der gerne so rumläuft, kenne auch so einen, "der" ist aber inzwischen eine "sie". Schultüten kannte ich eigentlich auch gar nicht, als meine Tochter eingeschult wurde, hatte ich so was vermutlich zum ersten Male gesehen. Weihnachten kann man gar nicht abschaffen, geschätzte 50% des Umsatzes wird in diesen Tagen gemacht. Pokemon ist kein Quatsch, wieder eine Erfindung mehr die süchtig macht und wo man sinnlos Geld ausgeben kann...
zurken: Okay, ich kaufe mir heute ein Smartphone :)
Damenschuhe gegen Einbrecher
7.8.16 – Kürzlich einer alten Dame die Einkaufstüten ins 3. OG getragen und vor ihrer Wohnungstüre abgestellt. Auf der Fußmatte lagen zwei Damenschuhe. Warum legen Frauen ihre Schuhe draußen auf die Matte? Keine Ahnung, ist auch egal. Als sie mir von unten entgegenkam, sagte sie, sie habe die Schuhe auf die Matte gelegt, damit der Einbrecher denkt, es sei jemand zuhause.
Warum erzählte sie mir das? Hätte sie nicht tun müssen, ich hatte nicht gefragt. Ich denke, sie wollte das Rausstellen der Schuhe begründen, damit ich nicht denke, sie ist verrückt. Aber hätte sie nichts gesagt, hätte ich mir – wenn überhaupt – einen weniger verrückten Grund ausgedacht als den mit dem Einbrecher. Ich hätte sie also für weniger oder gar nicht für verrückt erklärt. Ich hätte mir z.B. gedacht, ihre Schuhe waren im Regen nass geworden, und in ihrem Flur liegt ein wertvoller Teppichboden, da sollten die Schuhe erstmal draußen trocken werden. Oder so.
Nun habe ich mir vorgestellt, wie sie sich das mit dem Einbrecher vermutlich vorstellt. Sie denkt, der schlendert so durch ihre Straße und denkt beim Anblick ihres Hauses: „Hm, in dieses alte, scheußliche Mehrfamilienhaus sollte ich doch mal reingehen, am besten ins oberste Stockwerk, da steht im Wohnzimmer bestimmt ein alter Röhrenfernseher, der in 10, 20 Jahren bestimmt mal viel Geld einbringt. Außerdem kann ich mir, wenn ich das Teil die Treppe runter schleppe, heute das Training bei McFit sparen. Und wenn mir jemand im Treppenhaus begegnet, sage ich einfach, ich bin Elektriker und soll den Apparat reparieren. Vielleicht geben mir die Leute dann ihren auch noch mit.“ Der schlaue Einbrecher öffnet also mit einem Dietrich die Haustüre, schleicht sich hinauf, steht vor der Türe meiner Kundin und sieht mit Entsetzen die Schuhe auf der Matte. „Ach du scheiße“, denkt er, oder vielleicht auch „Allhau akbar, da stehen ja Schuhe auf der Matte, da ist also eine Frau in der Wohnung, also dann will ich doch lieber woanders einbrechen.“
Andererseits, habe ich mir gedacht, wenn sich die alte Dame solch eine raffinierte Abwehrmaßnahme gegen Einbrecher ausdenkt, und vorausgesetzt, sie ist nicht komplett gaga, dann hat sie vielleicht wirklich was Wertvolles in ihrer Bude, und ich hätte mir ihre Adresse merken sollen. Ich weiß ja jetzt, dass, wenn die Schuhe draußen liegen, sie gerade NICHT zuhause ist. Zum Beispiel traut sie seit der Bankenkrise der Bank nicht mehr und hortet ihre Ersparnisse wieder wie die alten Leute früher unter der Matratze. Meine Mutter hatte auch 2 Sparbücher unter dem Teppichboden versteckt. Von einem verstorbenen Nachbarn hörte ich, er habe sein Geld in 50 DM-Scheinen in seinen Büchern versteckt. Naja, nun ist zu spät, habe vergessen, wo sie wohnt.
[kommentar]
Kommentar Andy: Meine Schwester hat mir mal erzählt eine unserer Tanten hätte ihr Geld in(!) der Matratze versteckt. Als sie starb haben sie natürlich die alten Möbel - und so auch das Geld - verbrennen lassen. Wie sie es aber herausgefunden haben, weiss ich nicht. Falls meine Mutter es damals auch so gemacht hätte, wir würden es nie erfahren...
zurken: Wir könnten unser Geld per Geo Caching verstecken, nach unserem Tod könnten sie dann auf Schatzsuche gehen, oder so …
Windschief
4.8.16 – Ich muss jetzt auch mal dringend vor dem Internet warnen: Da schreibt man mal irgendwas, und schon kommt da so einer im Auftrag des Herrn zum Barmen Bahnhof und quatscht mit einem über Gott und die Welt. Wirklich brandgefährlich, das Internet! Es ist nämlich gar nicht so, dass man am Computer vereinsamt, im Gegenteil, man lernt nette Leute kennen.
Hat sich mein Schädel verformt? Ist doch nach rechts hin dicker, oder? Also von mir aus gesehen ist meine linke Kopfhälfte ausgebeult, wie vom Winde verweht, ich bin windschief, nö?
Kürzlich kurz mit einer Taxikollegin geredet, sie erzählte was von Fahrgästen, die sie regelmäßig zu einer Kirche fährt. Ich fragte sie, ob auch sie Mitglied einer Kirche sei. Ja, evangelisch. Ob sie auch zum Gottesdienst gehe? Nein, nie. Und warum sei sie dann Mitglied? Weil dann ein anständiger Pfarrer die Grabrede für sie halten wird und nicht so'n Sozialdienst. Dafür zahlt sie also Kirchensteuer, damit, wenn sie tot im Sarg liegt, ein anständiger Pfarrer redet. Ist doch manchmal lustig, mit Kollegen zu reden, sollte ich öfter machen. Ich wollte sie fragen, ob sie glaubt, dass sie das mitkriegt, was der anständige Pfarrer über sie sagt, aber es kam ein Fahrgast. Ich vermute, eigentlich ist sie in der Kirche, weil sie nicht sicher ist, ob vielleicht doch was dran ist an der Religion. Ich glaube, das geht vielen so. Denn wenn man einst vor Jesus Christus steht, und der fragt einen, ob man auch brav Kirchensteuer gezahlt hat und müsste dann nein sagen, wäre ja nicht gut. Ich glaube, wenn mir Jesus Christus begegnet, wird er sagen: „Ich hab dir die ganze Zeit gesagt, du sollst nach Pattaya gehen, aber du hast mich nicht gehört, taube Nuss. Naja, egal, gehen wir einen trinken.“ (Ich glaube nämlich, dass man im Jenseits nur das vorfindet, was zu einem passt.)
[kommentar]
Kommentar Soso: Ich glaube, Jesus wäre es piepegel, ob man Kirchensteuer gezahlt hat.
zurken: Glaube ich auch, aber demjenigen, der deswegen Schuldgefühle hat, wird Jesus bestimmt drauf ansprechen – so wie er mit mir einen trinken geht.
Kommentar Marc: ... ich habe mal geschaut, ob es denn da noch andere "Opfer" einer solchen Verformung gegeben haben könnte - vielleicht könnte das weiterhelfen auf der Suche nach Ursachen für die Verformung oder bei der Suche nach "Gleichgesinnten" mit denen Du dann eine "Betroffenengruppe" organisieren könntest ...
zurken: Vielen Dank, gute Idee, wenn auch Damen mitmachen dürfen, die haben ja auch schöne Verformungen …
Kommentar schaettman: wenn Jesus sich mit jedem unterhalten wird, wird er aber jeden Tag ca ein Jahr brauchen....
zurken: Kann der …
Auf den Kopf gefallen
2.8.16 – Gestern phantastisches Wetter: sonnig, mit schönen, weißen Wolken, die träge über den Himmel zogen; dazu eine kühle Brise, die einem sanft durchs Haar wehte. Nun müssten auch die Fahrgäste zufrieden sein, dachte ich, besser geht’s nicht. Eine Omi zwischen 90 und 100 sagte dann auch, es sei schönes Wetter, aber dann wörtlich: „Ob wir denn auch noch mal einen Sommer kriegen dieses Jahr?“ Ich glaubte nicht richtig zu hören. Was denn für sie Sommer wäre, wenn nicht das, was wir da draußen gerade sahen. In ihrer Kindheit war das, sagte sie, wenn sie schulfrei hatten, dann war Sommer. Aber das war hitzefrei, und dann wäre es ihr jetzt zu heiß. Wie viel Grad denn draußen sei, fragte sie. Zwanzig, sagte ich. Das sei kein Sommerwetter, Sommerwetter sei, wenn es 25 Grad ist. Ich halt das nicht aus, was sind das für Menschen, nie ist irgendwas richtig.
Auf Facebook gefunden. Was war da wohl los? Ist sie auf den Kopf gefallen und hat nun eine Eingebung, eine Erleuchtung? Und ist ihr dabei die Hose aufgegangen? Was macht sie überhaupt in der Aufmachen auf einem Waldweg? Man möchte hineilen und ihr aufhelfen und sagen: Alles okay mit dir? Aber nicht zu fest anfassen, das Plastik in Nase und Brüsten könnte heraus fallen. Ich finde, für Männer, die solche Frauen geil finden, sollte es doch einfacher und billiger sein, gleich eine Plastikpuppe zu kaufen. Das Vergnügen dürfte gleich sein. Oder?
Die Thaigirls verdienen zu viel Geld. Anstatt es zu sparen, verunstalten sie ihre Körper. Demnächst werden sie sich die Beine strecken lassen oder so. Es ist widerlich, da ist kein Leben mehr drin, alles künstlich. Was kann man dagegen tun? Nichts. Wenn das so weitergeht, fliege ich demnächst in die DomRep.
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Kommentar schaettman: nee ,zurken :früher war Sommer von Juli bis August ,ununterbrochen heizte das Azorenhoch... müssteste doch erinnern, sind doch nich so lang auseinander!
zurken: Erinnerung täuscht, und wie das Wetter war, habe ich sowieso sofort vergessen, ist doch egal, wie es ist. Ich erinnere mich nur an einen milden Winter, weil ich den im Wohnmobil verbrachte, wäre es kalt gewesen, wäre das nicht gegangen.
Kommentar Andi: Auf der Webseite http://www.donnerwetter.ch/ecke/specials/990623.htm gibt es einen geschichtlichen Rückblick über den Sommer. Und Jahreszahlen mit heissem und kaltem Sommer. Und wann sang Ruedi Carell denn seinen berühmtesten Song, 1975 war das Jahr ...
Aber es ist schon so, die Leute die dann jammern wenn es kalt ist sind die gleichen, die wieder jammern wenn es zu warm ist.
Offenbar haben sie nichts anderes zu tun, als immer wieder über das Wetter zu lästern. Manchmal denke ich, es sind genau solche, die im Winter ihre Wohnung auf 40° heizen und dann die Fenster öffnen, weil es zu heiss ist...
zurken: Na bitte, es gab keine Zeit, in der es jedes Jahr verlässlich warm war im Sommer.
Kommentar Andi: Ist das nicht die, wo dir in der Agogo an die Stirn getippt hat und gemeint hat, sie sei doch nicht dumm?
zurken: Nicht die selbe, aber so eine war das.
Barmen und Badeschlapper
30.7.16 – Die schlimmste Woche des Monats mal wieder überstanden: Ab heute haben die Leute Geld, d.h. mehr Gäste im Taxi und weniger in der Tafel, es ist jetzt eine Woche lang richtig gemütlich dort. Dafür sind alle Straßencafés besetzt, aber meins am Barmer Bahnhof hatte einen Tisch frei, mit großem Abstand zu dem Schwätzer, der da jeden Tag lauthals seine Reden hält.
Wuppertal, insbesondere der Stadtteil Barmen, scheint mir ein riesiges Alten- und Asylheim zu sein. Ich vermute, mindestens die Hälfte der Einwohner lebt von Unterstützung. Gäbe es nicht diese Sozialleistungen, Barmen wäre ein Slum, und ich würde mich wahrscheinlich nicht mal weniger wohl fühlen.
Frauen wollen helfen, auch ungefragt, wie in diesem Fall. Sie musste ihn sogar dafür wecken. Sie konnte nicht wissen, dass es ihm an Nahrung nicht mangelt, er isst in der Tafel. Es sieht aus, als sei sie mit der Aktion glücklicher als er, und ich rechnete damit, er wird sagen: „Ey Alte, lass mich schlafen, ich hab ne anstrengende Nacht hinter mir.“ Aber er hat die Stulle brav gegessen.
Ich bin auf Facebook Mitglied der Gruppe „Thailand - Neuigkeiten, Tipps, Bilder & Erfahrungen“. Irgendwelche Leute stellen dämliche Fragen, die oft mit: „Ich hab da mal ne Frage“ beginnen. Das habe ich bisher nie gelesen, heute doch mal:
Huhu :-) gibt es in Thailand Schuhgrösse 46 für den Notfall dass man welche brauch? Mein Freund hat 46 u überlegt gerade wie viele er mitnimmt.
Würde ihr was Langes überhaupt mitnehmen? Will nur das Allernötigste für 4 Wochen per Rucksack u Kids. Fliegen MO. Momentan hab ich nichts Langes dabei u auch nur offene Schuhe. Bin früher immer nur mit Badeschlapper ausgekommen. Sogar Trekkingtour :-)
Meint ihr das ist ok?
Probleme mit Schuhgröße und Langem also. Wahrscheinlich bleiben sie eine Woche, und „das Allernötigste“ passt so gerade in Schrankkoffer, wie ich sie beim Check in immer sehe. Eine Frau antwortet: „Ob lange Hosen Sinn machen hängt auch davon ab, wo ihr hin wollt. Im Norden (Chang Mai) kann es abends schon mal kühler werden, zumindest gefühlt im Vergleich zu tagsüber.“ Ich: „Das sind echt ernste Probleme, ich weiß leider auch keinen Rat, vielleicht könnte das Auswärtige Amt weiterhelfen.“
Zu ihr Kontakt aufgenommen, sie modelt in Bangkok, habe ihr eine lange Mail geschickt, ich tät gerne Fotos von ihr machen usw. Antwort: „Hello..jurgen“ Also nicht gerade gesprächig, die Dame, außerdem hat sie sich sehr wahrscheinlich die Nase gerade machen und die Boops vergrößern lassen.
Wie man sieht, die Welt war auch heute wieder in Ordnung, jedenfalls die meinige.
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Kommentar Soso: Und Dir hat sie nichts zu essen gebracht?
zurken: Ich hatte mich ja als normaler Bürger getarnt (verkleidet) und saß am Cafétisch.
Nich das Wahre
26.7.16 – Zuerst Frage an meinen Freund „schwarzfahrer“: Lange nichts gehört von dir, und ich habe keine E-Mail, also melde dich mal.
Zweitens habe ich nun doch zugestimmt, 2 Wochen lang jeden Tag zu arbeiten, meinem Chef zuliebe, es sind viele Fahrer weg in Urlaub. Muss ich eben durch.
Heute fuhr ich eine ältere Dame und sie vergaß, sich anzuschnallen. Als das Bimmeln lauter wurde, sagte sie: „Hach, ich hab ja vergessen, mich anzuschnallen! Das hätten Sie mir aber auch sagen können.“
Ich: „Nö, iss mir egal.“
„Sie denken wohl, die 40 € muss ich ja zahlen.“
„Jo-o.“
„Iss aber auch nich das Wahre, so'n Denken.“
Stimmt, ich hätte sagen können, es könnte ja sein, dass sie sich nicht anschnallt, weil sie es nicht verträgt, oder so. Man sagt als Taxifahrer besser nicht, was man denkt.
Dieser Fahrer macht also direkte Fahrten zum Flughafen, das ist in der Tat was Besonderes, bei den anderen müssen die Fahrgäste offenbar umsteigen in ein anderes Taxi, wie bei einer Zwischenlandung, oder?
Kürzlich eine Frau getroffen, die beim Finanzamt arbeitet. Habe sie gefragt, was wohl ein Prokurist bei der Privatbank J.P. Morgan in Genf verdient, incl. aller Zulagen. Sie meinte, der bekäme einen 2stelligen Millionenbetrag im Jahr. Ich staunte. Kann das sein? Weiß das jemand genau? Meine 4. Ehefrau hat diesen Job nämlich gemacht.
Fällt euch dazu was Lustiges ein?
Oder diese drei Mädels von der Beach Road in Pattaya, was reden sie wohl? Vielleicht was Philosophisches oder so ...
Ein Facebook-Posting. Ich hab drunter geschrieben: „Sie kann ja schon mal damit anfangen und vorher ein paar Flaschen von der Tanke mitnehmen.“
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Kommentar Andi: habe ich gar nicht gewusst, dass man ISIS mit zwei (oder wie im Beispiel nur mit einem) Herzen schreiben könnte, ich seh da eher zwei Bomben...
Die Prokuristin wird etwa 3 Millionen verdienen mit all den Zulagen. Kommt auch drauf an, was sie arbeiten muss.
Die drei Mädels machen Selfies, die sie dann ihren Sponsoren schicken...
Im Taxi gehört sowieso ein Kleber angebracht "Anschnallen bitte, Zurken fährt", ja, ja ich weiss, der war gemein :-)
zurken: Dann hätte ich mich also doch nicht scheiden lassen sollen?
Ich fahr übrigens immer den Fahrgästen angepasst: mit einem jungen Typen fahre ich halsbrecherisch, damit ich ihn schnell los werde, und weil dem das gut gefällt (sich den Hals zu brechen), und mit einer Omi trage ich das Auto um die Kurven.
Kommentar Soso: 'Hey, dem alten Sack da drüben können wir das Geld aus der Tasche ziehen.'
zurken: Das müssten die ja dann den ganzen Tag immerfort sagen, nein, das ist selbstverständlich.
zurken: Ich habs, BU für das Foto mit den Mädels: „Wisst ihr, wo man hier ne gute Flasche Wein kaufen kann? Ich muss endlich mal meinen Sohn aufklären.“
Kennen lernen
23.7.16 – Fettleibigigkeit, Tattoo, gedehntes Ohrloch, unentwegt quasseln und ein Hund, der Gandi heißt. Mit diesen Merkmalen möchte mir die Dame mitteilen, sie möchte mich auf keinen Fall kennen lernen. Immerhin schrie sie nicht. Je blöder nämlich Leute sind, desto lauter schreien sie, als werde ihr Geschwätz dadurch interessant. Der rote Ring über dem Herrn im Hintergrund ist ein Verkehrsschild und keine Denkblase. Sieht nett aus, wie die beiden Flaschen vor ihm auf dem Tisch stehen, wie zwei Löwen vor einem Portal.
Diese drei Männer (einer war gerade auf'm Klo, als ich knipste) waren mir sympathisch, sie machten nämlich etwas ganz Ungewöhnliches: sie schwiegen. Sie saßen mampfend zusammen und keiner sagte was. Ziemlich lange Zeit. Und als dann einer was sagte, sagte er es leise, so dass ich nur ein paar Wörter verstand, z.B. Wohnmobil und Reisen. Ich hätte mich beinahe zu ihnen an den Tisch gesetzt und gesagt: „Na, ihr drei, ihr gefallt mir, was seid ihr denn für welche? Was macht ihr so? Wart ihr schon mal in Pattaya?“
Aber dann kam diese alte Dame an ihren Tisch, und man glaubt es nicht, sie ist eine meiner Cousinen, eine Verwandte! Nun hätte ich mich ja leicht ins Gespräch mischen können, aber ich hab's nicht gemacht, die Cousine hat mich nicht gesehen. Aber ich glaube, sie wollte mich nicht sehen, ist auch egal …
Von diesen beiden Damen hat die eine der anderen 10 Sekunden bevor ich auf den Auslöser drückte, in den Hintern gekniffen, hab ich leider verpasst. Sie sind offenbar lesbisch, weil sie Hand in Hand zur Bushaltestelle kamen, also wollen sie mich wohl auch nicht kennen lernen.
Hier habe ich versucht, so zu gucken, wie ich normal gucke, wenn ich draußen auf einem Caféstuhl sitze. Sieht aus als wäre ich in Panik, dabei war ich ganz entspannt. Noch lieber würde ich mir mal selbst begegnen, vielleicht wüsste ich dann, was für einer ich bin, und ob ich Lust hätte, mich kennen zu lernen. Ortega y Gasset sagt, der innerste Grund und Kern unseres Herzens bleibe uns verborgen, so wie das Auge sich nicht selbst betrachten könne. Schade.
Diese beiden hätten wahrscheinlich nichts dagegen, mich kennen zu lernen, sie haben ja auch keine gedehnten Ohren und keinen Hund. Ich hätte auch nichts dagegen. Leider sind sie mir auf Facebook begegnet und nicht im Café.
Die musste ich nicht kennen lernen, die kenne ich schon, ungefähr äh … 34 Jahre lang. Ich glaube, sie ist meine älteste Freundin. Mit ihr kann ich wunderbar über alles reden – echt über alles.
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Scharpenacken
21.7.16 – Rentnervergnügen: ich gehe spazieren, gestern auf dem Scharpenacken, dem höchsten Punkt Wuppertals: 325 m. Er hat sogar einen Wikipedia Eintrag! Früher fuhren hier Panzer, jetzt lässt man Hunde kacken und Drachen steigen. Hier würde ich gern mein Wohnmobil hinstellen, hätte ich eins, mich daneben auf meinen Faltstuhl setzen, in die Runde schauen, und nichts könnte mich kratzen, außer eine Mücke käme vorbei. Aber Autos dürfen da nicht drauf fahren.
„Wenn ein Wanderer auf der Heide nach längerer Zeit wieder einmal einem Menschen begegnet, dann ist es Sitte, dass die beiden einander grüßen, auch wenn sie sich nicht kennen.“ (Max Goldt, Ä) Nicht nur auf der Heide, auch auf dem Scharpenacken ist das Sitte. Kaum ist man durch das Tor zurück auf der Straße, guckt einen keiner mehr an.
Schafe mähen das Gras, das tun sie umsonst, und man braucht kein Benzin für den Rasenmäher, nett von ihnen. Der Schäfer fährt einen Lieferwagen von Renault mit Allradantrieb. Ich frug mich bloß, wie kriegt der die ganzen Schafe in das kleine Auto? Die campieren doch nicht auf dem Scharpenacken. Hätte ich ihn angesprochen, er hätte bestimmt gesagt, wie schwer das Geschäft mit den Schafen geworden ist, und dass alles immer schlechter wird und so.
So lebe ich also in den Tag hinein, wovor mich meine Mutter immer gewarnt hat. Obwohl ich alt bin, habe ich noch nie gestöhnt „Hach, wie schnell die Zeit vergeht!“ Die Zeit vergeht mir nämlich nicht schnell. Die Zeit vergeht nur dem schnell, der ewig leben will. Die Omma von einer meiner Freundinnen hörte man den ganzen Tag in der Küche vor sich hin murmeln: „Lieber Gott, hol mich hier weg, ich will nicht mehr!“ Man moserte sie an, sie solle aufhören zu jammern. Ich konnte sie verstehen, ihr ging die Zeit auch nicht schnell um.
Für dieses Foto ist mir auch noch kein Text eingefallen, vielleicht fällt euch ein schöner Bilduntertitel ein?
[kommentar]
Kommentar Der böse Wolf: Mann, watt bin ich heut' wieder spitz! Oder: Siehste man, Zurken, mein Paul ist hart wie deutsche Eiche!
zurken: Schon man nicht übel, oder: „Mein Paul iss aba länger als deiner“ oder so …
Kommentar Nenufer: Mah(n)nwache
Kommentar Dumbledore: "Oh Mann, wo steckt denn nur mein Zahnstocher wieder"
zurken: Ja, auch nicht schlecht, aber deinen Namen musste ich googlen :)
Kommentar Dumbledore: Verstehbar - bin in der Bildungskaste tätig, Sektion Möchtegernzauberer.
Alternatvtext: "Mist, mit der Latte komme ich nicht hinters Steuer!"
zurken: Lehrer?
Oder: "Mist, mit der Latte kriege ich kein Visum für Deutschland!"
Ich glaub, so ist am besten: "Komisch, alle kriegen Asyl in Deutschland, warum ich nicht?"
Kommentar Fridolin: Oder:
Komisch, warum lassen die mich nicht ins Schwimmbad? Ich hab doch bezahlt!
zurken: :-)
Kommentar Blindtextverformer: so wie die nas` des mannes so ist auch sein johannes
zurken: Diese Regel scheint er nicht wahrhaben zu wollen
Draußen leben
20.7.16 – Was machen die Weiber eigentlich die ganze Zeit mit ihren Telefonen? Sollte ich doch mal wieder eine hier in Wuppertal kennen lernen, und die käme zum Rendezvous ins Café spaziert mit ihrem Fone vor der Nase, ich würde mich sofort verkrümeln. Ich fürchte daher, es wird keine mehr geben für mich, es machen alle, auch die in Pattaya.
Sonne und Sommer machen Lust, Fotos zu machen und ermöglichen anderen, wie die Thais auf dem Trottoir zu schlafen. Der stöhnte die ganze Zeit, was klang, als niese er.
Aber in Thailand sieht das netter aus – wie so vieles …
Oder so geht auch.
Oder so.
Wäre ich nicht so faul und bequem, ich würde auch einfach draußen leben.
Der Neger wollte nicht mit aufs Foto, aber ich hab ihn doch erwischt.
[kommentar]
Expedition
18.7.16 – Ich hab ja schon so einige Reisen gemacht, und mal eben durch Zentralasien fahren, war kein Problem. Aber mit dem Bus zum Bergerhof in Hattingen zu kommen, schien mir unmöglich. Zu weit die zu Fuß zurückzulegende Strecke. Heute bei wundervollem Wetter habe ich die Expedition gewagt, und ich hab's geschafft!
Der Weg führte mich durch ein schönes Wäldchen mit einem verwunschenen Weiher oder Tümpel drin. Meist steil bergauf.
Eine Schlange lag auf dem Weg. Sie bewegte sich nicht, schien mir aber noch nicht totgetrampelt zu sein. Es war ja auch außer mir kein Mensch unterwegs. Das war schön.
Pferdeköttel mit Käfern deuteten darauf hin, dass doch Menschen hier durchkamen hin und wieder.
Dann sah ich bereits das Windrad vom Bergerhof auf der Bergspitze. Ich setzte mich mit einer kleinen Flasche Wasser unter die Leute und las in „Ä“ von Max Goldt. Max gibt Tipps für Urlaubsfotografen. Er meint ganz richtig, dass Fotos von Sehenswürdigkeiten ohne eine Person im Vordergrund langweilig sind. Hat man einen Partner dabei, hat man kein Problem, aber was machen Alleinreisende? Für die sollte „es in der Nähe aller vielbesuchten Gebäude sogenannte Groteskpassantenvernietungen geben, wo man für 10 Mark abwegig gekleidete Personen mieten kann, notorische Sackkratzer mit Makrelen im Mund, Frauen mit nach Schubkarren schreienden Brüsten, schmutzige Kinder mit fettigen Brillen …“ Usw. Famose Idee, ich würde solche Leute mieten, und von denen, die mich am Bergerhof umgaben, hätten sich einige gleich bewerben können.
Und hier noch ein nettes Posting auf Facebook von heute.
[kommentar]
Kommentar Der böse Wolf: Eine Blindschleiche: zuckt noch minutenlang mit dem abgebissenenen Schwanz.....
zurken: Dachte mir schon, dass mir keine Cobra oder Anaconda oder wie die heißen begegnet ist, nie passiert mir mal was besonderes :-( Und Blindschleichen sind, wie ich gerade las, nicht mal Schlangen, sondern Schleichen.
Postings
14.7.16 – Posting von einer Facebook-Freundin. Ich denke, mit der hast du mal gevögelt. Jetzt daran zu denken, ist aufregender als damals, als ich es tat. Komisch. Immer diese Herzchen und geweißelten Gesichter – stöhn!
Ganz ohne Makeup, so muss das! Wer das gepostet hat, weiß ich schon nicht mehr, kommt wahrscheinlich aus Usbekistan, sieht aus wie ein Bild von Michael Sowa. Fehlt nur noch irgendein ekliges Tier auf seinem Schreibtisch. Ich habe nichts verändert, weder Farbe noch Schärfe.
Foto aus Thailand, auch wunderschön. Sobald mir ein passendes Zitat dazu einfällt, kommt es auf meine Seite.
Von Pattayafreund Marc kommen regelmäßig solche Fotos. Das dürfte in einer meiner Lieblingsgogos sein. Unter den Röckchen tragen sie nichts.
Nachrichten aus Thailand: „Thailands Polizei will mit gestellten, blutrünstigen Unfallszenen vor Alkohol am Steuer warnen.“ Aber wie soll man erkennen, dass die Puppen Alkohol getrunken haben und dass das die Ursache für ihr Dahinscheiden ist? Am Geruch?
Und Witze kommen aus Thailand.
Mein letztes Posting, Text dazu: Es ist ein erstklassiges Vergnügen, gutgestaltige Personen über die Erdoberfläche spazieren zu sehen.
(Max Goldt, Voll die Botten ey, die Alte)
Selbstportrait, heute 13:08, Ort: 51°16'22.00'' N 7°12'19.57'' O, Höhe: 154 m
Zustand: wohlig gelangweilt
Lektüre: Hannes Stein, Endlich Nichtdenker!
Meinung dazu: Naja …
Inhalt der Plastikdose: 1 Rosinenstuten, 1 Rarbaberstreusel, beide aus Tafel
Selbst gekaufte Kleidungsstücke: Schuhe
Und Nuria schreibt aus Voronesh: „Wenn Sie mir helfen, werde ich sie im September wieder, wenn meine Arbeit beginnt.“
Was soll das bedeuten? Ich vermute: Wenn du mir Geld schickst, komme ich im September zu dir. Sie ist aber mit einem Russen verheiratet, der lässt sie doch nicht einfach …
[kommentar]
Kommentar schaettman: nenee, dann schreibt sie dich erst im Sep wieder an ....
zurken: Auf Nachfrage meinerseits verstehe ich sie jetzt so, dass ich ihr jetzt sofort Geld schicken soll, und im September kriege ich es zurück.
Kommentar Marc: Falls das mit Pattayafreund und Fotos mich betrifft, dann ist das richtig. Der Clou an der Sache ist, suche mir Fotos wo die Girls die Nummer tragen die der Anzahl Tage entspricht bis ich wieder nach Thailand gehe :-). Leider tragen einige unter dem Röckchen Slips oder sie haben nebst den Stoffresten oben noch einen BH an. Habe mal eine mit Slip weggeschickt, dann dachten die anderen ich wolle nichts wissen von den Girls und ich blieb den Abend alleine...
zurken: Die wollte vielleicht, dass du ihr den Slip ausziehst?
Kommentar Marc: ... dass ich da nicht selber drauf gekommen bin. Sie wollte, ich wollte und es wurde dann doch nichts draus.
Das nächste Mal nehm ich dich wieder mit in die Bar, dann wird da was draus...
zurken: Sowieso sollte man mich immer dabei haben beim Barbesuchen in Pattaya … :-)
Kommentar Der böse Wolf: Die 5 auf dem 3. Bild haben aber komische rote Bikinioberteile......
Und zum letzten Bild:
Zurken trinkt Cafe Latte, wegen Paul?
zurken: Das sind Plastikscheiben, an dünnen Fäden befestig. Die Mädchen warten gerade darauf, dass man sie mit Reklame beschriftet, wahrscheinlich für Coca Cola.
Paul sagt, Cafe Latte bringt nichts. Ich soll ihn in Ruhe lassen.
Besser als früher
12.7.16 – Früher war nicht alles besser. Zum Beispiel war früher nicht besser, dass man Selbstmitgebrachtes nicht im Café essen durfte. Der Kellner kam und sagte patzig, dass das nicht geht. In einem Restaurant in Pattaya steht das auf einem Schild, dass man das nicht darf. Weil ich in meinem Café kein Schild sehe, auf dem steht: „Iss du ruhig deinen Kuchen von der Tafel“, habe ich immer noch Angst, dass der Kellner kommt und irgendwas Blödes zu mir sagt. Während ich den Tafelkuchen esse, überlege ich, was ich sagen werde, falls der Kellner kommen sollte. Vielleicht: „Ah, stell dich nicht so an, ey.“ Das „ey“ ist ein Ersatzwort für „Blödmann“, das ich mich nicht traue zu sagen. Bis jetzt ging alles gut. Darum ist das Leben heute ein bisschen besser als früher.
Ich sitze da meistens in meine Lieblingsjacke gehüllt, die an beiden Ärmelenden aufgerissen ist. Ich versuche das zu verbergen, indem ich sie aufkrempele, aber man sieht das trotzdem, glaube ich. Meine Mutter hätte gesagt, du siehst aus wie ein Penner und hätte das genäht, aber sie ist vor 22 Jahren gestorben. Ich sage mir, ist doch egal, wenn das ausgerissen ist, mich stört das nicht, und was andere denken, ist mir auch egal. Aber ich muss immer daran denken, wenn ich die Jacke anhabe, dass da diese Risse in den Ärmeln sind.
Am Wochenende kam ich früh um 5:30 Uhr bei einem Fahrgast an, und der fragte mich, ob ich verschlafen hätte, weil er dachte, das Taxi komme früher. Als wenn ich mir extra für ihn den Wecker gestellt hätte. Lustig finde ich auch, wenn ich zu nachtschlafener Zeit auf eine Klingel drücke, und der Fahrgast sagt in die Gegensprechanlage: „Ja bitte?“ Da hat er vor 3 Minuten ein Taxi bestellt, und wer außer dem Taxifahrer sollte da wohl jetzt klingeln?
Unser Bahnhof Unterbarmen braucht sich nicht hinter den Gleisen zu verstecken. Aber nett, dass er es trotzdem tut.
[Text ist nicht von mir, ist von Max Goldt, ich habe nur den Bahnhofsnamen geändert. In seinem Buch: Die Kugeln in unseren Köpfen (Seite 95) ist es der Bahnhof Emden, der besser daran täte, sich zu verstecken.]
Als ich gestern in der Schlange vor der Tafel stand, unterhielten sich zwei, die vor mir standen. Der eine sprach in einem seltsamen pfeifenden hohen Ton, als hätte er einen Stimmverzerrer im Mund. Der andere fummelte an seinem Fahrrad herum und sagte, er sei ein Tippelbruder und schwerhörig, darum könne er ihn nicht verstehen. Das Wort „Tippelbruder“ habe ich lange Zeit nicht gehört. Gibt es die überhaupt noch? Der mit dem Fahrrad ist wahrscheinlich der letzte.
[kommentar]
Kommentar schaettman: moin, soll ich da jetz ernsthaft zu sagen ? neenich.....
wennze im Taxi sitzt und einer sich dazusetzt mit der Begründung " ich steig aus, wennste bei mir inner Nähe bist" oder im Winter "mir is so kalt" wärste wohl auch nich froh …
zurken: Ich habe früher mit dem Taxi Tramper mitgenommen. Die guckten immer ungläubig, habe sie aber umsonst gefahren, so lange ich den selben Weg hatte. Das geht jetzt nicht mehr, wegen Sitzkontakten, außerdem gibt’s keine Tramper mehr. Von mir aus könnten sich Leute am Halteplatz in meinem Taxi aufwärmen, kein Problem, so lange ich nicht der erste in der Schlange bin und sie mich nicht vollsülzen. Der Vergleich passt sowieso nicht so richtig. Es könnte übrigens sein, dachte ich heute, dass der Kellner mich darum immer so muffelig anguckt. Er ist nämlich mit anderen eine Frohnatur. Also möchte er gern was sagen, traut sich aber nicht. :-)
Kommentar Soso: Der Kellner wird sich wohl denken, dass "der ältere Herr" Diabetiker ist, oder sonstwie eine spezielle Kost benötigt.
Wenn ich mich recht erinnere, hast Du einmal einen Schneider beauftragt, um eine Gartenstuhlauflage auftrennen zu lassen. Der würde doch sicherlich auch Deine Jacke reparieren.
Sind das die Stoffschuhe von 2011?
zurken: Gute Idee, das sage ich dem, sollte er mich mal ansprechen, das ist Spezialkost!
Gartenstuhlauflage? Kann mich nicht erinnern. Welche Stoffschuhe?
Ich bin nicht allein
11.7.16 – Obwohl es mir ja wieder besser geht. Letzte Nacht sogar 3 Uhr wach geworden und konnte nicht mehr schlafen, dachte an meine Zeit in der Kommune, was wohl Folge dieser Sendung war:
Minimalismus ist also ein neuer Trend aus USA, so befinde ich mich endlich mal in einem Trend. Aber wahrscheinlich lesen die Amis meinen Blog und haben mir das abgeguckt. Minimalismus beginnt aber nicht mit Nippesfiguren, sondern mit dem Auto. Die meisten Leute brauchen kein Auto, würden sie sich die Frage stellen: Brauche ich mein Auto? Das Autohaben ist so selbstverständlich wie der Gang zum Zahnarzt, wenn man Zahnschmerzen hat. Darum stellt man sich die Frage nicht. Man schafft sich Gründe, eins zu brauchen oder hat eins, weil man gern Auto fährt, so wie Autoscooter auf der Kirmes.
Geradezu unheimlich sind die Parallelen zu Rainer Langhans. Ich wusste das nicht. Bewundert habe ich ihn und seine Kumpels nur in den 60ern mit seiner Kommune. Darum wohnte ich 1971 auch in einer. Wir waren wie ein Haufen Amateure, die auf eine Bühne gingen, um vor Publikum ein Stück aufzuführen, das wir nicht kannten, wofür wir keinen Regisseur wollten und das wir nie geprobt hatten. Konnte ja nicht von Dauer sein. Ich glaube aber, unsere Aufführung erlangte eine gewisse Bekanntheit in der Gegend um Köln. Seltsame Leute gingen bei uns ein und aus oder wohnten eine Zeitlang im Haus. Und es ergaben sich Kontakte zu Leuten, die später eine gewisse Prominenz erlangten. Schade, dass ich gerade in der Zeit etwas durch den Wind war – jaja, bin ich immer noch, ich weiß –, so dass ich wenig mitbekam, was für Geschichten da abliefen.
Ich könnte aber genau so gut in einem Schloss wohnen oder zwischen Gelsenkirchner Barock, es ist mir einfach ganz egal, wie ich wohne.
[kommentar]
Kommentar der Muger: Jetzt erkenne ich es auch: Du und Rainer Langhans – Althippie, Frauenschwarm, weisser Leinenanzug und unersättliche Begatter - ihr seid Brüder im Geiste.
liebe Grüsse vom Muger
zurken: Würde vielleicht tatsächlich weißen Leinenanzug tragen, aber mein Neffe, dessen Klamotten ich auftrage, trägt lieber dunkles Zeug.
Kommentar schottlandfan: Moin Zurken,
dieser Minimalismus ist wie die „Alt68ger“ einfach nur scheinheilig. Wenn ich Bücher geschenkt bekomme muss Sie jemand konsumiert haben, wenn ich mein Leben lang wenig Geld habe, zahlen andere für meine Gesundheit oder mein Essen in der Tafel. Und es sind ironischer Weise immer die, auf die solche Leute in der Regel (in Dir sehe ich da eine Ausnahme) mit Verachtung blicken.
Die schönsten Beispiele sind Roth und Fischer. Bildungstechnisch direkt dem sozialen Brennpunkt zuzuordnen, und ein Leben lang vom rechtsradikalen, bausparenden, pauschal reisenden Durchschnittsspießer spitzenversorgt. Und nicht müde Max Mustermann immer mehr zuzumuten.
zurken: Aber die Tafel in Wuppertal finanziert sich selbst, z.B. durch den Bücherladen, wo ich meine Bücher kaufe.
zurken: Und als zweites gehört der Fernseher abgeschafft, Max Goldt wusste das schon 1994: „Immer mehr gerate ich in die wohltuende Nähe der Auffassung, dass eine Flimmerkiste nicht ins Wohnzimmer gehört, sondern in den Keller, wo sie die Asseln anflimmern möge, die dort tanzen.“ (Zehn Minuten weniger Gelegenheit zur Zwiesprache mit höheren Wesen)
Großes Versprechen
7.7.16 – Heute wachte ich um 6 Uhr auf mit einer steinharten Morgenlatte. Ich hatte von einer Frau im Rollstuhl geträumt, einer dünnen Frau. Ich war nicht ihr Pfleger, ich weiß nicht, woher ich sie kannte, es war auch keine von den Frauen, die ich im wachen Leben kenne. Trotzdem beugte ich mich zu ihr runter und küsste sie auf den Mund. Dazu hatte sie mich zwar nicht mit Worten, aber doch unmissverständlich aufgefordert, indem sie mir ihre kleinen Brüste gezeigt hatte. Das war schön, auch wenn sie mir zu dünn war. Ich bevorzuge Damen, die aussehen wie On und Nuria usw. Möglicherweise fummelte meine linke Hand sogar zwischen ihren Schenkeln herum, das weiß ich nicht mehr, denn die Qualität der Traumbilder verblasste, und ich wurde wach. In meinen Träumen kommt es nie zum richtigen Sex. Das ist im richtigen Leben auch so: Ein großes Versprechen auf Glücksgefühle und Abenteuer in der Kindheit, und dann merkt man als Erwachsener, dass das schon alles war, mehr als das, was in der Kindheit war, hat es nicht gegeben.
Leider konnten wir die schöne Landschaft nur ahnen, denn die Dunkelheit störte uns beim Hinaussehen.
Resi de Koster, Auf Kreuzfahrt um die Welt
[kommentar]
Kommentar Andi: ist das jetzt bei dir echt so gewesen - oder ist der Text von diesem(dieser) Resi de Koster.
Gibts diese Person überhaupt oder ist das eine Erfindung vom Herrn Zurken?
zurken: Von der Resi stammt nur der Text unter dem Foto, das andere ist von mir und echt so gewesen. Die Resi hat es wirklich gegeben, ich habe sie besucht. Ihr gehörte eine Bäckereikette in Wuppertal (Grothe de Koster), die es noch immer gibt. Und sie hat eine Weltreise auf einem Kreuzfahrtschiff gemacht und ihre Erlebnisse aufgeschrieben und drucken lassen. Ich hatte ein Exemplar.
Kommentar Josef paul: Ich liebe deine Texte!
zurken: Oh, vielen Dank, ich nehme dich auf in den Verteiler, dann kriegst du eine Mail, wenn ich was Neues geschrieben habe, ja?
Kommentar Der böse Wolf: RiMoWaLa!;) Riesenmorgenwasserlatte.....
zurken: wie vokuhila = vorne kurz, hinten lang:
Seltsame Leute, Facebook, nichts mehr zu lächeln und so was
3.7.16 – Heute einen Fahrgast zur Tafel gefahren, es war 8:15 Uhr. Was hatte er vor? Frühstück gibt es sonntags erst ab 9 Uhr, sonst ab 8 Uhr. Wahrscheinlich wusste er es nicht oder hatte nicht daran gedacht, dass Sonntag ist. Bis 9 hätte er die Tafel bequem zu Fuß erreichen können. Fahrpreis: 7 €. Dafür hätte er in jedem Café ein fürstliches Frühstück bekommen, jedenfalls im Vergleich zur Tafel. Hätte ich ihm das sagen sollen? Sind schon seltsam, manche Leute.
Es geht mir wieder besser, mit normalen Schlafzeiten. Aber werde trotzdem nicht mehr Tage arbeiten. Ich genieße die freie Zeit. Ich mache nichts, gehe nur ein- oder zweimal täglich in ein Café zum Lesen, zuhause sitze ich nur am Computer.
Lese gerade „Greisengemurmel“ von Gregor von Rezzoni. Erstaunlich präzise Beschreibungen von Situationen, Stimmungen und Schauplätzen. Ein Zeitgenosse und Landsmann von Cioran, aber den erwähnt er mit keinem Wort, obwohl seine Sichtweise mir gar nicht so anders zu sein scheint, so spricht er vom 2. Weltkrieg als dem „letzten großen Ansatz zur Erfüllung unseres Schöpfungsauftrags: der Zerstörung“. Cioran: „Der Mensch ist ein Attentat der Natur auf sich selbst.”
Gestern konnte ich mich nicht auf Facebook einloggen, das Paßwort stimmte nicht mehr. Offenbar hatte es einer geknackt und geändert. Was konnte der nun mit meinen Daten machen? Eigentlich nichts, keine intimen Dinge zu finden, nicht mal Nacktfotos von On. Am liebsten wäre mir gewesen, Facebook hätte mein ganzes Konto mit allen Postings gelöscht. Aber die Wahl hatte ich nicht. Das System führte mich Schritt für Schritt von der Sperrung meiner Seite bis hin zu einem neuen Paßwort. Und dann hatte sich nichts geändert, der Eindringling hatte nicht einmal meine Freunde gelöscht, die ich nicht alle wieder gefunden hätte, weil ich einige gar nicht kenne. Nun habe ich ein Paßwort mit 22 Zeichen, das ich mir nie werde merken können. Ich habe die einfach aus so einem Webadressensalat herauskopiert wie diesem z.B.:
…. how?sid=13cd4d7&cea66c153?7383e60cb151597a00%e61bcb15e53d88e40 …
Weiß jemand, wie man sich selbst auf Facebook löschen kann?
Das ist ein neuer Beitrag für meine Serie Bild und Text auf FB:
Baby take your teeth out
Try it one time
Baby take your teeth out
You look divine
Baby take your teeth out
There ain't nothin' left to smile about
Frank Zappa, Baby take your teeth out
[kommentar]
Kommentar schaettman: hallo zurken, du lebst noch !
zurken: von selbst wiederhergestellt – so einigermaßen…
Alles okay
27.6.16 – Letzte Nacht wieder 12 Stunden geschlafen und nach dem Mittagessen todmüde ins Bett gefallen. Dabei schöne Träume gehabt. Ich war in einer fremden Stadt und fragte eine Familie nach dem Weg: Mann, Frau und 2 Töchter. Sie wollten zufällig in die selbe Richtung, und wir nahmen eine Straßenbahn. Drinnen habe ich zuerst mit der älteren, dann mit der jüngeren Tochter geflirtet. Die ältere war über 18, bei der jüngeren war ich nicht sicher. Ich weiß nicht mehr, was ich gesagt habe, schien aber gut anzukommen. Die Fahrt war endlos, wir kamen nicht ans Ziel, was mir ganz recht war.
Ich wurde wach und hing dem schönen Gefühl des Traumes nach. Dann habe ich die Fortsetzung geträumt. Ich lag auf dem Teppich im Wohnzimmer der Familie, und die beiden Töchter lagen neben mir, beide nackt. Die Eltern waren irgendwo in einem anderen Zimmer, und ich hatte kein Verlangen nach Sex. War einfach schön, mit den beiden Mädchen zu schwatzen. Wäre mir bewusst geworden, dass ich träume, hätte ich natürlich doch versucht …
Gerade meinen Arzt angerufen, er sagt, Leberwerte seien etwas erhöht, aber sonst alles okay mit meinem Blut. Sollten die Leberwerte der Grund für meine Müdigkeit sein, hätte „Cosmic“ die Führung durch Pattaya gewonnen: „Müdigkeit ist der Schmerz der Leber“. Ich vermute aber, ich bin müde, weil ich nichts mehr vorhabe. Bisher hatte ich immer irgendeinen Plan, für den ich gearbeitet und gespart habe. Da ich nun fürs erste nicht mehr nach Thailand fliege, gibt es da nichts mehr. Aber ich werde sowieso noch den Heilpraktiker aufsuchen.
[kommentar]
Kommentar schaettman: Eisenmangel kann auch mitwirken, B12 bestimmen, kost aber extra... bin kein Aazt, der kann das klären, ich seh nur was häufig bei bestimmten Diagnosen unternommen wird... naja Zurken hat fertig, alles erledigt, gesehen, dann kann er sich ja ablegen ;-). Wenn dein einziger Höhepunkt am Tag Tafelbesuch ist , bleibt eine Depression nicht aus, und wenn du nur noch einen Tag wöchentlich arbeitet, kommst du nicht mehr in die Gefahr, dich mit einem Womo in fremde Länder verirren zu müssen. Alles erledigt, alles gelesen, alles richtig gemacht ? eigentlich haste ja NIX gemacht , nur nach einer eigenen Betriebsanleitung gesucht, aber keine gefunden. Was ja auch so ist , da es sie nicht gibt. Nur 1 § : Vermehre dich, sonst stirbste aus, oder andere verdrängen deine Art... das ganze andere wie Malerei , Gesang , Musik etc ist nur Drumherum und nicht wichtig für den Fortbestand der Menschheit....
zurken: Stimmt alles, Frage ist nur, ist der Fortbestand der Menschheit wichtig? Wenn überhaupt, dann habe ich richtig gemacht, mich NICHT fortgepflanzt zu haben. Jeden Tag bin ich glücklich, kein Kind zu haben, und Leute, die glücklich sind, kriegen keine Depression, nö?
Kommentar schottlandfan: Moin Zurken,
lass Dich mal nicht so hängen, wir alle brauchen was gutes zum Lesen.
Vielleicht träumst du ja einen neuen traum den Du verwirklichen kannst ;-)
Gruss Schottlandfan
zurken: Heute Nacht war ich zu Besuch bei den Eltern der Dame meines Herzens. Sie hatten ein großes Haus, und ich habe vom oberen Stockwerk aus die Treppe runter gepinkelt. Dachte dann doch, dass das nicht gut ankommen wird und habe alles eigenhändig aufgewischt. Wie ich von meinem Freund weiß, symbolisiert Urin Schwäche, und nichts wird einem gelingen. Ich versuche es heute mal mit einem Tagtraum, z.B. habe ich im Internet eine Anzeige gefunden, in der ein Mitfahrer für Algerien gesucht wird. Das wär was für mich.
Kommentar schaettman: das ist das Prinzip, nach dem alles funktioniert, was du davon hältst ist egal : nachdem sich der späte Affe aufgerichtet hatte, hat er Werkzeuge entwickelt, die ihn bis zum Mond brachten... die verkehrte Entwicklung der Dinosaurier wurde durch einen Asteroiden gestoppt, reiner Zufall, sonst wären sie statt uns hier :-)
zurken: In ein paar Jahren wird man einen anderen Grund gefunden haben, warum die Dinos ausstarben. In 1000 Jahren werden wir alles anders sehen. Die Welt lässt sich jede Offenbarung gefallen.
Kommentar schaettman: wenn wir dann noch leben : oder irgendwo in der Südsee erfinden dann paar Leute den Einbaum...
zurken: Ich nicht mehr, ich hab nur noch 7 Jahre.
Kommentar schaettman: aahrgh, 7 Jahre musst du noch :-( und dann steht im Wuppertaler Tagblatt : "Gestern ist Zurken friedlich eingeschlafen" :-) so wie jeden Tag seit 7 jahren zuvor :-)
zurken: aber dann für immer – nie mehr aufstehen – nie mehr Taxi ….
Erledigt
24.6.16 – Als ich 20 war habe ich Bücher gelesen und über den Tod nachgedacht. Mit 63 war ich zum ersten Mal in Pattaya. Umgekehrt wäre besser gewesen. Mit 20 konnte ich noch mehrmals am Tag, und jetzt habe ich Zeit und könnte den Büchern einiges an Lebenserfahrung entgegen setzen. Aber alle Bücher sind gelesen.
https://youtu.be/eDd6-KuH_E0?t=40s
Ein Unfall in Wuppertal in der russischen Car Crash Compilation. Ich kenne die Kreuzung. Der Fahrer ist ein Blödmann, er hätte das leicht verhindern können, nur mal kurz auf die Bremse …
Gestern auf euren Rat hin Blut abnehmen lassen. Der Arzt will anrufen, falls das Ergebnis gravierend sein sollte.
Danach meine Kräfte gemessen mit einem Pedelec. Kann man hier in der Nähe mieten für 20 € / Tag. Das Teil war höllisch schwer. Mir schien, man braucht den Elektromotor, um das zusätzliche Gewicht zu kompensieren. Mit einem leichten Rennrad hätte ich auch nicht mehr Kraft gebraucht. Immerhin habe ich es über unsere schöne, zum Radweg umgebaute Bahntrasse bis zum Bergerhof und zurück geschafft. Nach Google sind das etwa 26 km. Der Arsch tat mir weh, und ich war völlig erledigt. Das mache ich nicht noch mal, Wuppertal hat zu viele Berge.
Dieser Tunnel war geschätzt 1 km lang, und es herrschten gefühlte 0 Grad, Wasser tropfte aus den Wänden, es war dichter Nebel. Als ich durch war, konnte ich plötzlich nichts mehr sehen, meine Brillengläser waren beschlagen. Richtig abenteuerlich, unsere Nordbahntrasse.
[kommentar]
Kommentar schaettman: kannz kaum glauben, ER HATS GETAN ;-) das Ergebnis interessiert mich auch, ist aber ja das naheliegendste. Obwohl, viel Bewegung geschweige denn Spocht haste ja im Beruf nich getrieben, sitzen und warten und lesen.....
zurken: Auch sonst nicht, nie „Spocht“ gemacht …
Kommentar Fridolin: Schilddrüsenerkrankung
zurken: Montag rufe ich den Doc an, dann vergebe ich den Preis :)
Kommentar Andi: Oh, da gibt es einen tollen Preis zu gewinnen... dann mache ich auch noch mit bei diesem Spiel.
Meine Vermutung: Liebeskrank
zurken: Der Preis ist eine Führung durch Pattaya, also nichts für dich :-)
Kribbelt und krabbelt
20.6.16 – Seit ich zurück bin aus Thailand bin ich müde. Ich gehe 21 Uhr ins Bett und schlafe bis 8 Uhr am nächsten morgen durch und bin immer noch müde. Meinem Chef habe ich gesagt, ich kann nur noch 2 Tage pro Woche arbeiten, ich sei zu alt für den Job. Das bedeutet, ich werde nur noch ein mal im Jahr Urlaub in Pattaya machen können.
Gestern hat mich ein Fahrer meiner Firma nach Hause gefahren. Er hatte einen Verband um einen Finger und erzählte, er kaue seine Fingernägel ab und dabei habe sich ein Nagelbett entzündet. Der Arzt habe das operiert, und nun krabbelt das. Wenn es kribbeln würde, wäre es okay, aber es krabbelt und darum meine er, der Arzt habe da was falsch gemacht.
Vor ein paar Tagen musste ich mich im Café an den Tisch eines Typen setzen, der Bier trank und rauchte. Es war kein anderer Platz frei. Als ich mein Buch mal kurz weg legte, sagte er, er habe früher auch viel gelesen, er habe sich für Astronomie interessiert, ob ich wisse, warum es nachts dunkel wird? Interessantes Thema, sagte ich, also warum wird es nachts dunkel? Wegen der Schwere des Problems musste er erst mal eine neue Flasche Bier holen, in dem Café ist Selbstbedienung. Er blieb ziemlich lange, und ich dachte, er habe die Frage bestimmt vergessen und erinnerte ihn. Er begann mit Kopernikus vor 800 Jahren oder 1200, er wusste es nicht genau und brachte keinen Satz zu Ende. Ich musste ihn noch mal ans Thema erinnern. Schließlich kam raus, es wird nachts dunkel, weil das meiste Licht aus dem Universum hier noch gar nicht angekommen ist. Aha, wieder was gelernt.
Hier wohnt einer drin, und dieser Wagen steht im Hafen von Bremerhaven, wo ich letzte Woche meine Schwester besucht habe. Der, der da wohnt, hat einen Mercedes 190 als Zugwagen, er war wohl damit gerade weg zum einkaufen. Hätte ich ein Wohnmobil, ich hätte mich neben ihn gestellt, war richtig nett da am Hafen.
[kommentar]
Kommentar Robert: ...dann scheiß auf Pattaya und kauf dir endlich wieder ein Wohnmobil!
zurken: Hm ja, vielleicht, ich weiß nicht, was soll ich nur tun? :)
Kommentar schaettman: Moin, 11 Std schlafen deutet doch auf eine Erkrankung hin, zum Arzt gehst ja nich, frag mal deinen Wahrsager ....
oder wer dich behandelt, nich dass das dein letzter Blogeintrag war....
Ich würd drauf wetten, dass du Malaria hast, Blutuntersuchung zackzack, morgen hast das Ergebnis,ist nicht mit zu spaßen !!
zurken: Hab meinen Heilpraktiker schon angerufen, der scheint aber auch müde geworden zu sein, ist 10 Jahre älter als ich, er arbeitet erst ab 11.7. wieder. Malaria glaub ich nicht, dann hat man doch Fieber, oder? So schlimm isses nich, bin nur immer müde, wie alte Leute eben …
Kommentar pilot: Moin Jürgen, wenn du nur 2 Tage die Woche arbeitest, kannst auch gleich ganz aufhören, dir die Miete sparen und nach Thailand ziehen. Natürlich nicht ins Hotel sondern ein Condomium mieten. Weiber und Massage kannste bei deiner mageren Rente zwar vergessen, vielleicht ergibt sich die Möglichkeit dir dort ja auch was dazuverdienen.
Ideen hätt ich schon, müsstest allerdings die Sprache lernen...
zurken: Arbeiten? In Thailand? Bin ja schon zu müde, Taxi zu fahren, und das ist eigentlich gar keine Arbeit. Würde gern in Pattaya leben, gern auch ohne Weiber und Massage, aber arbeiten … nee … :-)
Kommentar schaettman: alte Leute haben senile Bettflucht , als raus um 7 morgens ,nix 11 std schlafen .also zum Doc, notfalls komm zu uns aber fix ! bin näpa , Nicht Ärztlicher Praxis Angestellter, kann dich retten ;-) auch gegen deinen Willen............
zurken: Genau das isses: senile Bettflucht, besser kann man es nicht sagen, und ich finds prima, was soll ich auch sonst machen? Am liebsten nur noch schlafen.
Kommentar Cosmic: He Zurki
Müdigkeit ist der Schmerz der Leber. Geh mal zum Azt,
nicht das Du Dir ne Hepatitis oder so Zeuch geholt
hast.
Gruß Cosmic
zurken: Das könnte stimmen, meine Leberwerte waren immer schon nicht so gut. Ein Arzt meinte sogar mal, ich sei Alkoholiker, obwohl das definitiv nicht der Fall ist. Werde also mal hingehen die Tage … Schöner Satz: "Müdigkeit ist der Schmerz der Leber."
Kommentar medico: Ich tippe auf Syphylis. Das würde auch andere Dinge erklären. Im Frühstadium erkannt, ist sie durchaus heilbar. Auch Hepatitis durch die Damen in Pattaya.
Ist nicht selten. Bei ungeschütztem Verkehr (auch oral) kann durchaus auch mal
HEP C rauskommen. Das ist dann aber richtig schlecht u nicht lebensverlängernd.
Sofort zum Arzt u Fakten auf den Tisch. Besser noch Tropeninstitut.
zurken: Nana, so schlimm wird’s nicht sein. Welche anderen Dinge würde das erklären?
Kommentar schaettman: nu mal los zur Blutuntersuchung . tut nich weh, aber du hast Klarheit ! kannz in hannover jeden Tag kommen, schieb dich dazwischen :-) nur nich warten, dann vermehren die sich in dir ;-(
zurken: Blutabnehmen? Bei dir? Beruf gewechselt?
Kommentar Soso: Jetzt, wo hier jeder seinen Tipp abgeben darf; ich sage, es ist Blutarmut. So, nun ab zum Arzt. Der Gewinner bekommt... öh...
einen Taxikugelschreiber oder so.
zurken: Der Gewinner kriegt eine Führung durch Pattaya von mir.
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