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Vielleicht was Neues

7.5.16 – Ich bin jetzt schon traurig, dass ich nach einem Monat wieder zurück fliegen muss, dabei fliege ich morgen erst ab. Und gerade lese ich auf Facebook, Airberlin sei vielleicht pleite, und bei denen habe ich gebucht. Der Hinflug wird ja wohl noch klappen, und falls der Rückflug ausfällt, und ich neu buchen muss und kein Geld dafür übrig habe, weil ich ja immer alles ausgebe, müsst ihr mir was spenden. :-)

Jedenfalls berichte ich ab morgen oder Montag wieder täglich. Diesmal passiert vielleicht sogar was Neues, aber ich will nicht zu viel versprechen …

[kommentar]




Wenigstens Der



31.3.16 – Sie posten so gerne Sprüche auf Facebook, die Menschen, unter den habe ich geschrieben: „Gott sei Dank! Wenigstens Der bleibt uns erspart.“

[kommentar]



Kommentar Sozialamt: Aber was hat er Ihnen denn getan, dass Sie so sauer auf ihn sind? Macht er Ihnen ein schlechtes Gewissen wegen Ihrer zerstörerischen Auftritte in Thailand?

zurken: Er hat 2000 Jahre Christentum auf dem Gewissen.



Kommentar schaettman: ja, diese Sprüche ,eine Pest, meistens jedenfalls... früher hieß es "Klospruchdichter sind keine großen Lichter" , heute mutiert zu "Facebookdichter" ,so ändern sich die Zeiten :-)



Kommentar Sozialamt: Im WDR waren wieder so ein paar deutsche Trauergestalten in Pattaya zu sehen. Der eine lebte von fast gar nichts in einem versifften Zimmerchen und konnte sich außer Zigaretten nichts mehr leisten. Und der andere lag mit 30.000 Euro Schulden in einem Krankenhaus und bekam nichts mehr auf die Reihe.
Ein Lichtblick war die deutsche Pastorin, die sich um die armen Socken kümmerte. Die sagte, solche Gemeinschaften gebe es in Deutschland nur im Knast. 90% Männer :-)))

zurken: Wie sind denn deine Beziehungen zu Thailand? Gibts dich da unten auch, vielleicht so was wie eine Partnerschaft der Sozialämter? Könnte ich da Unterstützung beantragen?




Geistiges Ebenbild



30.3.16 – Das Buch habe ich vor über 40 Jahren gelesen, gleich als der Roman in Deutschland herauskam. Ich habe auf sein Erscheinen gewartet, wie Harry-Potter-Leser auf eine neue Folge. Allerdings musste ich nicht in einer Schlange stehen, ich war in der Buchhandlung der einzige, der es haben wollte. Es war die gebundene Ausgabe, ich habe sie irgendwann verloren oder verschenkt. Nun habe ich mittels amazon eine Taschenbuchausgabe bekommen, gebraucht für 60 Cent, Porto: 3,80 €. Es ist aus der ersten Auflage von 1976 und kostete damals 3,80 DM.

Ich lese es heute mit dem gleichen Vergnügen, nicht nur der Inhalt hat sich nicht verändert, auch ich habe mich offenbar nicht verändert. Ich bin immer noch dieser Einzelgänger, mit dem Unterschied, dass ihm schon mit 35 das zuteil wird, von dem ich ein Leben lang geträumt habe: Er bekommt eine Erbschaft, die ihm ein müßiges Leben erlaubt. Immerhin gibt es einen Menschen, der so ist wie ich, ein geistiges Ebenbild. Leider ist er, dem Ionesco nicht einmal einen Namen gegeben hat, eine erfundene Person, eine Romanfigur. Alle wirklichen Menschen sind mir mehr oder weniger fremd und rätselhaft geblieben. Jetzt mit der Rente könnte ich so leben wie er. Ich müsste nur auf die Flüge nach Thailand verzichten. Ob ich am Ende meines Lebens auch solche Visionen haben werde wie er? Aber ich habe nie so viel Alkohol getrunken und hatte noch nie eine Depression.

In der Tafel macht sich eine schleichende Islamisierung breit: Wer wie ich vegetarisch isst, bekommt nicht immer ein Menü ohne Fleisch, sondern eins ohne Schwein, also mit einer Hähnchenkeule oder mit Fisch. Lustig.

[kommentar]




Katastrophen

21.3.16 – Gibt es eigentlich in allen Familien ständig neue Katastrophen? Oder nur in asiatischen? Oder nur in den Familien meiner Freundinnen? In Nurias Familie war das so und in Ons auch. Jetzt ist ihr Vater in Haft, oder in Polizeigewahrsam. Wenn ich richtig verstanden habe, hat er was gekauft, was nicht Eigentum des Verkäufers war. Dass er das nicht wusste, entlastet ihn nicht. Die Familie soll 100.000 Baht zahlen = 2500 €, oder er geht für 5 Jahre ins Gefängnis. So viel haben sie nicht, sie müssten es sich leihen, und On müsste es zurück zahlen. Anwalt einschalten hat wohl keinen Zweck.

Normalerweise sind solche Geschichten erfunden, um dem ausländischen Freund das Geld aus der Tasche zu ziehen. In ihrem Fall kann das nicht sein. Sie weiß, von mir ist nichts mehr zu holen. Hätte sie mich beim letzten Mal nicht so schmählich sitzen lassen, wäre ich bereit, ihr zu helfen. Nun jammert sie über Facebook, sie müsse sich umbringen. Dabei könne ich ihr helfen, habe ich ihr geschrieben, aber sie müsse noch ein bisschen damit warten.

Warum erlebe ich nie Katastrophen? Vermutlich weil ich allein lebe. Alle diese Geschichten haben mit dem Frust zu tun, der durch das ständige Zusammenleben entsteht. Durch das sich um andere Kümmernmüssen und sich für sie verantwortlich fühlen.

[kommentar]



Kommentar Hans Wurst: Na klar Zurken. Schick deiner thailändischen Maschrutka ruhig dein sauer verdientes Taxigeld.
Du beschwerst dich das du nie Katastrophen erlebst?
Nicht schlimm,dafür ist dein ganzes Leben eine Farce.Auch nicht schlecht.

zurken:



Kommentar marschrutka: Marschrutka ist doch ein Sammeltaxi, oder? Macht Herr Hensgen jetzt ein Business auf in Pattaya? Ein Verlust fürs Tal wärs allemal !

zurken: Stimmt. In Pattaya heißen sie „Songthaeo“, und die Fahrer sind arme Schweine, verdienen wenig und müssen 12 Stunden und länger den Smog ertragen. Aber sie sitzen nicht mit den Fahrgästen zusammen, die sitzen hinten auf der Ladefläche, und der Kontakt mit ihnen reduziert sich auf das Durchreichen des Fahrgeldes. Darum beneide ich sie.



Kommentar schaettman: Moin, is nich auch wenigstens eine deiner Damen mitm Messer hinter dir her gewesen ? Na also, statistisch alles im Lot, hast auch ne K. überlebt, weitermachen...

zurken: Hat sie mir aber erst später erzählt, dass sie mich erstochen hätte, hätte sie da ein Messer zur Hand gehabt. Als es passierte, hab ich nix gemerkt. Bin ja auch froh, dass es keine K in meinem Leben gibt.




Die bessere Wahl

3.3.16 – Ich habe mich ja in jedes thailändische Bargirl mehr oder weniger verliebt. Aber es gibt, das ist mir gestern eingefallen, doch einen kleinen Unterschied zwischen dem „echten“ Verlieben und dem spielerischen in Pattaya: Wenn ich mich früher „echt“ verliebte, war das verbunden mit dem Wunsch, der Erwartung oder der Hoffnung, dass ich nun die Frau fürs Leben gefunden habe. Damit hatte das Gefühl eine Schwere, etwas von Bedeutung. In Pattaya wusste ich, es war Spiel. Für mein Gefühl machte das keinen Unterschied, es war das selbe. In Pattaya war es nur leichter, im Grunde war es sogar das authentische, denn schließlich ist alles Spiel, auch das echte verlieben in eine „richtige“ Freundin. Mit der richtigen Freundin begann dann nach und nach das Leiden, weil es kein Glück auf Dauer gibt. Darum ist Pattaya die bessere Wahl – zumindest wenn man nichts anderes will als schöne Gefühle und Erlebnisse.



Ons Kunde, den sie nach mir hatte, ist inzwischen abgereist. Jetzt arbeitet sie in der Gogo-Bar „Sugar Baby“ auf der Walkingstreet. Es gefällt ihr, schreibt sie. Es ist eine meiner Lieblingsbars, ich war oft mit ihr zusammen da. Sie haben auf der Bühne eine Matte, auf der sich immer 2 nackte Girls räkeln und gegenseitig befummeln. Auf meine Frage, ob sie das auch mache, sagte sie zuerst ja, aber es sei ein Scherz gewesen, sie tanze nur auf der Bühne an der Stange in obigem Outfit. Sie lasse sich zwar von den Kunden befummeln, wie ich das mit denen auch immer gemacht habe, aber sie gehe nicht raus mit ihnen. Ich habe geschrieben, wenn ich jetzt in Pattaya wäre, würde ich jede Nacht in ihre Bar gehen und ihr bei der Arbeit zugucken.

[kommentar]



Kommentar Der da: Bin jetzt auf den Kommentar von Schätti gespannt.

zurken: Sacht nix



Kommentar Josef: Wann fährst Du wieder nach Thailand?
Josef
PS: Dann gibt es wieder mehr tolle Geschichten :-))))

zurken: Hoffe auch auf bessere Geschichten, weil ich mir eine neue suchen muss. Wahrscheinlich im Juni.



Kommentar Jojo: Dann ist On also jetzt Off?

zurken: Irgendwann zwangsläufig ...



Kommentar schaettman: spät dran ;-)
hmja : Arterhaltung = Vermehrung durch sofortige Verliebtheit und GV : Auftrag erfüllt, Gene vererbt.
Dass du in den Frauen beschützenden Mutterersatz suchst, sollte dir ein Psychologe erklären, das ist aber danach eh nicht mehr entscheidend.
Wenn du dich vermehrst, hättest du genug zu tun, jedenfalls in den Millionen Jahren, wo das Modell Mensch entwickelt wurde.
Dann wäre dir auch nicht langweilig, Überleben wäre deine Beschäftigung und die Nachkommen beschützen...
Die Natur ist streng logisch, die hat den Menschen nicht erschaffen, damit er vor sich hinsinniert, denn das gäbe keinen verwertbaren Sinn.… Zeit zu haben ist nur der organisierten Gesellschaft zu verdanken, und wie lange gibt esn die schon???

zurken: Jaja, aber besser Langeweile als mich mit Nachkommen herumzuplagen, völlig sinnlose Sache, wo es schon genug gibt von uns. Nicht nur genug, es gibt zu viele. Hätte ich Kinder, es wäre mir peinlich, es würde mir Schuldgefühle machen.



Kommentar Sozialamt: Schade, dass Sie kein TV haben, sonst hätten wir einen Tipp für Sie: Heute, 12.3., 21.35 Uhr, 3SAT

zurken: Ja, hätte ich mir angesehen, das Buch habe ich gelesen …



Kommentar Thailand: Am Ballermann aus Eimern saufen und den Strand vollkotzen oder sich in Thailand eine Ehefrau "kaufen" aber zuhause dann #AfD wählen, weil sich Ausländer bei uns nicht benehmen können....

zurken: Wer macht denn so etwas? Du?




Es lauert …

1.3.16 – Ich probiere derzeit etwas aus, das ich gar nicht vorhatte auszuprobieren, weil ich es bereits vor vielen Jahren ausprobiert habe und von dem ich mir daher vorstellen kann, was dabei rumkommt. In meinem Alter gibt es nicht mehr viel Neues.

Ich lasse mal aus, wie es dazu kam, das wäre zu langwierig und zu langweilig. Es ist jedenfalls so, dass ich allein lebe, jede Woche 5 Tage frei habe und in der Zeit niemanden treffe und mit niemanden spreche. Ich sitze nur zuhause am Rechner und schaue mir im Internet Sachen an, die mich mäßig interessieren und oft anekeln. Ich dusche nicht, rasiere mich nicht, gehe nicht spazieren und habe nicht vor, mir ein Haustier zuzulegen.

Als ich 24 war, habe ich das schon mal gemacht, auch irgendwie unbeabsichtigt, nur ohne Internet und mit einem Halbtagsjob, der mir auf die Nerven ging. Ich weiß nicht mehr, wie lange ich durchgehalten habe, irgendwann merkte ich, es geht nicht so weiter. Ich bekam Angstzustände. Also nicht Angst vor irgendwas, Einbrecher, Tod oder Weltuntergang, sondern einfach Angst. Ich wusste, die hatte ich durch diese selbst geschaffene Isolierung, ich musste mein Leben ändern. Hab ich gemacht, und alles war gut.

Jetzt habe ich keine Angstzustände, kriege ich vielleicht auch nicht und möchte mein Leben nicht ändern. Es geht mir gut. Von mir aus kann alles so bleiben. Trotzdem denke ich schon mal drüber nach, wie ich mein Leben ändern könnte, falls irgendwas passiert, das mich dazu auffordert.

Vielleicht habe ich damals allein gelebt, weil ich darauf wartete, dass jemand kommt und mich abholt? Ins richtige Leben? Kann es sein, dass ich in dieser Wartestellung immer gelebt habe? Auch dann, wenn ich mich mit Freunden traf (ich hab ja welche), mich nicht langweilte und was Nettes machte? Wie durch Zentralasien reisen zum Beispiel?

Ja, ich glaube, es war immer so. Ich habe mein ganzes Leben darauf gewartet, dass jemand kommt und mich ins richtige Leben holt. Es kommt aber keiner, weil es kein richtiges Leben gibt. Nie gegeben hat, für keinen. Not, Aufregung, Herausforderungen, Wohnmobil ausbauen, Sport und Kriege machen wir, damit wir nicht merken, dass keiner kommt. Wir tun nur so, als sei es das richtige Leben, wenn wir uns verzweifelt amüsieren auf Klassentreffen, Hochzeiten, Städtereisen, in Pattaya … Wir versichern uns, wie wunderbar es ist und springen in die Luft vor der Kamera: das Beweisfoto vom richtigen Leben.

Wenn ich solche Fotos sehe, grinst einer in mir. Der sagt: Sie wissen es nicht, vielleicht werden sie es nie wissen, weil sie immer was losmachen, aber es lauert da hinten, hinter ihnen …

[kommentar]



Kommentar meinereiner: Danke dafür. danke zurken.

zurken: Man sagt, wenn man stirbt, werde man abgeholt, von einem Engel oder sowas. Ich bin gespannt, ich werde berichten, in 8 Jahren ungefähr :-)



Kommentar Anonym: Interessante Betrachtung. Wenn es kein richtiges Leben gibt, was wäre verkehrt daran, dieses als das richtige zu betrachten?
Gehst Du auch nicht mehr zur Tafel essen und saust nicht mehr mit dem Sozialticket durch die Stadt?

zurken: Ich dachte immer, da kommt noch was. Mit 67 kann ich das nicht mehr denken. Bzw. ich sehe nun, dass es nie was gab, was hätte kommen können. Man kann Ersatz finden: Für das, was einem auflauert, findet man einen Feind, die Steuerfahndung, Alkohol, Depression, Krankheit … Für das, was einen abholen kann, einen Guru, Führer, Religion, Familie, Popstar, irgendwas ….
Doch, ich sause mit dem Ticket zur Tafel, 2x täglich. :-)



Kommentar

Kommentar schaettman: Nee nee, das Prinzip ist die Arterhaltung, solange die %3EArt sich vermehrt, ist alles gut ... dass da mal paar Ausfälle bei sind, regelt sich von selbst, da diese Ausfälle sich ja nicht vermehren, wie du … dadurch erledigen sich Fehlentwicklungen von selbst :-)

zurken: Alfred Grosser sagte: Von der Sinnlosigkeit des Lebens reden nur Leute, die keine Kinder haben. So sind sie also doppelt benachteiligt: Erstens mussten sie sich ein Leben lang mit der Aufzucht ihrer Kinder plagen, und zweitens gelangten sie nicht zu der Erkenntnis der Sinnlosigkeit.
Ein anderer wurde gefragt, warum er keine Kinder habe, er sagte: Aus Liebe zu den Kindern.



Kommentar Stromableser: Keine Sorge, Herr Hensgen, ich komme mindestens einmal im Jahr vorbei. Es sei denn, Sie zahlen nicht, dann komme ich öfter ;-)

zurken: Sie gehen aber immer sofort in den Keller.



Kommentar schaettman: das Leben ist nur ein biochemisches Zufallsereignis , das irgendwann wieder endet, so wie die Saurier oder Inkas oder Alle , wenn die Sonne ausgebrannt ist..... oder wir uns schon vorher vernichtet haben, a la Nordkorea, das Trump mit einem Atomschlag vernichten will, Kollateralschäden kann man da nicht ausschließen....

zurken: Biochemisches Zufallsereignis – meinetwegen, aber mir ist trotzdem langweilig …




Höchste Wonne

17.2.16 – Ein Freund hat mir diesen Link geschickt:

http://www1.wdr.de/mediathek/video/sendungen/aktuelle_stunde/videoreportageschuldenimalter100.html

Ich war zwar am 10.11.15 in Pattaya, könnte aber doch zu sehen sein, das ist ja eine Aufzeichnung. Und zwar in der kurzen Szene (0:53) mit der Kamera hinter der Essensausgabe. Ich sitze fast Bildmitte, links neben der zweiten Säule. Aber ich bin nicht sicher, ob ich das bin.

Ich kenne alle, die man dort sieht, und viele erkenne ich inzwischen an der Stimme, wenn sie in der Schlange hinter mir stehen. Habe es aber geschafft, in den 6 Jahren, in denen ich täglich dahin gehe, mit keinem zu reden. Der Manfred gehört zu denen, deren Namen ich kenne, weil ich irgendwann hörte, dass einer ihn so nannte. Er ist verheiratet mit der hinkenden Asiatin, die in einer Szene neben ihm her geht.

Es gibt 3 Ausnahmen: einen kenne ich von früher, er besuchte uns mit seiner Gitarre, als ich in den 70ern noch Musik machte. Ein anderer kam mir bekannt vor, und ihm erging es genau so. Aber er nennt mich noch immer Werner, obwohl ich ihm gesagt habe, dass er mich mit einem anderen verwechselt. Den dritten habe ich angesprochen, weil er aussieht wie ein Sozialarbeiter, und ich ihn mehrmals beobachtete, wie er für andere Gäste irgendwelche Schreibarbeiten machte. Ich habe ihm dummerweise meine Stories aus Thailand erzählt und ihm empfohlen, auch mal dahin zu fliegen. Aber er ist kein Sozialarbeiter, er ist arbeitslos, streng christlich und Mitglied irgendeiner Freikirche oder Sekte.

Nach meiner Wahrnehmung sind es in den 6 Jahren nicht mehr Gäste geworden, in letzter Zeit sogar eher weniger. „Lücken im Rentenverlauf“, das ist tatsächlich auch bei mir der Fall. Ich hatte oft einen Minijob als Taxifahrer. Dass ich keine Rente einzahlte, wusste ich, aber dass ich mich als arbeitssuchend beim Arbeitsamt hätte melden können, um in der Zeit Rentenansprüche zu erwerben, habe erst vor kurzem erfahren. Ein arbeitsloser Freund sagte, er bekomme nichts vom Arbeitsamt, wolle auch keinen Job, weil er genug Geld auf dem Konto habe. Er könne aber trotzdem nicht einfach wegfahren, weil er wegen der Rente arbeitssuchend gemeldet sei.

Die beiden Moderatoren gucken danach in passend betroffener Miene in die Kamera. Ich würde ihnen gerne sagen: Alles okay Leute, macht euch keine Sorgen, schon Ortega y Gasset wusste: „daß das Schicksal jedes einzelnen gleicherweise seine höchste Wonne ist.“ Manfred und die anderen wissen das auch, es ist ihnen nur nicht bewusst.

[kommentar]



Kommentar Freddi: "Ich sitze fast Bildmitte"
Kurzdeutsch, von den Fahrgästen adaptiert?
http://www.welt.de/kultur/literarischewelt/article151650918/Ich-gehe-Doener-ist-laengst-im-Sprachgebrauch-angekommen.html
Ich geh dann mal Döner....

zurken: Von Fahrgästen und Kollegen, isso! :-)




Brachliegendes Bauland



11.2.16 – Lustiger Typ: Im Hotel weckt er sich selbst als Geist. Die von mir so heiß geliebte Einöde ist für ihn ein brachliegendes Bauland (ab Min. 13:00). Gut, dass er von Baku aus nach Kasachstan und nicht nach Turkmenistan übergesetzt ist, das hätte er nicht ausgehalten. Denn was er in Usbekistan gesehen hat, ist noch keine Vollwüste. Er verzichtet auf das Beste, was man auf solchen Reisen erleben kann: die Nächte draußen in der Pampa. Außerdem hat er in Usbekistan paar schöne Ecken verpasst: Aralsee, Khiva und Utchquduq. Hätte vielleicht nicht so ganz planlos starten und mich mal vorher fragen sollen. :-)



In Wuppertal gibt’s jetzt Mode für Schwarze bei C&A. Einer Muslima als Schaufensterpuppe würde ich neben dem Kopftuch noch den unvermeidlichen Kinderwagen mitgeben. :)

[kommentar]



Kommentar der Muger: ja Khiva hat mir am Besten gefallen. :-)
Sag mal, fährst du auch wieder dahin? Da war doch mal was...
liebe Grüsse vom Muger

zurken: Bin völlig planlos im Moment. Aber wenn du mitkommst, fahr ich mit.




Verwahrlosung

9.2.16 – Zum Geburtstag habe ich mir 14 Tage Urlaub geschenkt, von denen 10 schon rum sind. Hatte vor, nach Thailand zu fliegen, um in einem Tempel zu leben. Aber dann fiel mir ein, Ruhe und Kontemplation kann ich auch hier haben, und das Tempelleben kann ich beim nächsten Aufenthalt sozusagen „en passant“ absolvieren. Kontemplation heißt, mich von On entwöhnen. Ich möchte nicht mehr an ihr hängen …



Das ist ihr neues Titelfoto auf Facebook. Die Mordlust thailändischer Frauen. Immer, wenn sie mal eine Nacht weg war, fragte sie danach lüstern, ob ich eine andere Lady gehabt hätte. Ich hab ihr den Gefallen aber nicht getan.

Nun erlebe ich, wie es sein wird, wenn ich demnächst gar nicht mehr arbeite und immer nur zuhause sitze und nichts mehr tue. Ich hab ja nie viel gemacht, weil ich nie wusste, was das Richtige ist. Daran hat sich nichts geändert. Andere Leute müssen mindestens noch kochen und duschen, ich muss gar nichts mehr. Ich darf vergammeln und es genießen.

Nachdem sich in den 10 Tagen schon ein netter Körpergeruch eingestellt hatte, musste ich heute doch duschen, weil ich Termin beim Heilpraktiker hatte. Ich hatte vor 3 Wochen Herzbeschwerden und konnte 2 Nächte nicht schlafen. Er fand heraus, dass der Kunststoff meiner Armbanduhr über die Haut mit dem Kunststoff der Brille ein elektromagnetisches Feld aufbaute, ein sehr schwaches, aber auf Dauer hat es mir diese Herzbeschwerden beschert. Man stelle sich vor, ich wäre zu einem Kardiologen gegangen, was der mit mir gemacht hätte! Nun muss ich mich lediglich entscheiden, ob ich die Uhr oder die Brille tragen will. Ich muss nicht mal seine Medizin einnehmen, die ja bekanntlich Null Inhaltsstoffe hat. Weil ich bei ihm in guter Pflege bin, konnte mich die Medizin noch nicht verunstalten. Das kann ich jetzt selbst machen, mittels fröhlicher Verwesung – öhm, ich meinte wohl eher Verwahrlosung.

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Kommentar schaettman: kunstoff baut elt felder auf ,soso... das riecht nach öhemm Beschiss??

zurken: Egal, Hauptsache, es geht mir wieder gut.




Update



1.2.16 – Ich finde, Gott der Herr hätte seine 10 Gebote regelmäßig updaten sollen, um sie den veränderten Umständen anzupassen. Sein erstes zum Beispiel hätte längst wegfallen können, weil wir inzwischen wissen, dass wir ungestraft an einen anderen glauben können (viel Auswahl gibt es ja sowieso nicht). Und das Gebot: „Du sollst nicht ehebrechen“, brauchen wir nicht mehr, weil Sex Privatsache ist, die Gott nichts angeht. Hätte er uns also in den letzten 2000 Jahren vernünftige Updates geschickt, wären es vielleicht nicht mehr 10, sondern nur noch 7 Gebote und sähen so aus:

1. Du sollst dafür sorgen, glücklich zu sein.
2. Du sollst keine Kinder zeugen. (oder höchstens eins)
3. Du sollst aus der Kirche austreten.
4. Du sollst nett sein zu allen Menschen, aber nicht alles glauben, was sie sagen.*
5. Du sollst nicht töten. (auch keine Tiere!)
6. Du sollst keine Tiere essen. (Fische sind auch Tiere, und Wurst ist auch von Tieren)
7. Du sollst Dein Geld nicht horten, sondern ausgeben. (oder verschenken)

* Insbesondere sollst Du skeptisch sein gegenüber folgenden Personen:

Meine Vertreter auf Erden
Ärzte
Politiker
Journalisten
Wissenschaftler
Banker
Versicherungsvertreter
Experten
Manager
Autohändler
Greenpeace
Deine Freunde auf Facebook
Usw.

Ich bin heute übrigens ins biblische Alte von 67 eingetreten.

[kommentar]



Kommentar Fridolin: Hast Du nicht eine Gruppe vergessen:
BLOGGER???

zurken: Absolut richtig, die habe ich vergessen, die fielen dann unter „Usw.“




Der gleiche Quatsch

8.1.16 – Ein Freund schreibt:

"Angenommen du kommst aus einem Kriegsgebiet. Du hast viel Geld für die Flucht bezahlt, warst Wochen oder Monate unterwegs, bist froh, jetzt endlich in einer Art Sicherheit zu sein. Ist dann dein erster Gedanke, zur Silvesterfeier nach Köln zu fahren und Frauen anzugrabschen?"

Meine Antwort:

Ich glaube nicht, dass das die übliche Geschichte ist, wie und warum diese Leute nach Deutschland gekommen sind. Ich glaube, dass der Bürgerkrieg nur ein Vorwand war, endlich das tun zu können, was sie schon lange wollten: nach Europa zu kommen. Ich glaube, dass die meisten in ihren Ländern nicht wirklich bedroht waren. Sie haben die Gunst des Augenblicks genutzt.

Und ich glaube, dass sie alle ein falsches Bild vom Leben in Europa haben. Nicht, weil sie zu dumm wären, sich ein richtiges zu machen, sondern weil das immer so ist, wenn man in ein Land kommt, von dem man nur gehört, gelesen oder im TV was gesehen hat. Man nimmt sich überall selbst mit, was ja auch für uns Touristen gilt. Aber wir wollen in den fremden Ländern nicht bleiben. Und die Flüchtlinge bringen sich so mit, wie ich die Menschen dort erlebt habe: Junge Leute in Marokko, in der Türkei, in Syrien und im Iran.

Für die Deutschen, die diese Leute willkommen geheißen haben, gilt das gleiche: Sie haben ein falsches Bild von Menschen aus muslimischen Ländern. Wenn überhaupt, kennen sie diese Länder aus Touri-Siedlungen in der Türkei, Tunesien, Marokko, wo sich junge deutsche Tussis in die ach so lieben und aufmerksamen und zärtlichen Araber verlieben.

Das alles ist der gleiche Quatsch, aus dem unser Leben immer schon besteht: Menschen machen sich Illusionen, falsche Vorstellungen (woanders könne es einem besser gehen) und belügen sich und andere über ihre wirklichen Motive. Alle sind ja soooo gute Menschen, sie wollen nur das Beste, sie sind ja nur hier her gekommen, um in Frieden leben zu können. Iss klar!

Der Flüchtlingsstrom ist eine Völkerwanderung, ist die muslimische Version des Tourismus. Weil es in ihren Ländern zu viele junge Leute gibt, deren Tatendrang dort nicht befriedigt wird. Weil sie sich langweilen und nicht wissen, dass das Leben überall langweilig ist. Nur dass in ihrem Fall nicht die Touristen selbst den Aufenthalt bezahlen, sondern die Länder, die sie besuchen. Und sie reisen nicht nach 2 Wochen wieder ab, sondern wollen bleiben.

Vielleicht geht ja alles gut, dann habe ich mich getäuscht, das ist menschlich, das ist mir schon oft passiert, dass ich mich getäuscht habe. Aber bis jetzt glaube ich, dass das nicht gut geht, und dass es sowohl für die Flüchtlinge als auch für uns besser gewesen wäre, sie wären zuhause geblieben.

Übrigens war das mit den Kreuzzügen ähnlich. Im heutigen Europa herrschte damals Armut, und es gab zu viele junge, übermütige und unterbeschäftigte Leute, vor allem natürlich männlichen Geschlechts. Der Osten hingegen schien märchenhaft reich zu sein, wovon sie eine falsche Vorstellung hatten; sie wussten nicht mal, wie weit man gehen musste bis Jerusalem. Sie versprachen sich Beute und Sex, im Grunde das gleiche, was sich unsere Flüchtlinge erhoffen. Und die Franken hatten damals auch vor, in Palästina zu bleiben, was ihnen sogar für 200 Jahre gelang: dieser armselige Haufen von Habenichtsen galt als unbesiegbar.

200 Jahre lang gab es ein Königreich Jerusalem, wo man hinpilgern und sich wohl ergehen lassen konnte. Der Weg dorthin war relativ sicher, es war der Tourismus des Mittelalters. Insofern haben wir Glück, militärisch sind wir den Arabern beruhigend überlegen. Ein Blutbad, wie wir es damals in Jerusalem angerichtet haben, wird es in Berlin vermutlich nicht geben.

Der Freund sagt: "Ach, dann herrscht in Syrien gar kein Krieg? Interessant. Tja, so kann man sich irren."

Nicht im ganzen Land herrscht Krieg, das sieht für uns so aus, weil wir nur Bilder von Kämpfen zu sehen kriegen. Auch über das, was Krieg ist, machen wir uns eine falsche Vorstellung. Die Soldaten in den Schützengräben des 1. Weltkrieges kamen eher vor Langeweile um als durch Granaten. Meistens war gar nichts, kein Beschuss, nur Ausharren. Das ist nicht meine Idee, das ist dokumentiert. Man erzählt ja auch vom Urlaub nur die Highlights, die Zeit dazwischen war aber länger.

In Wuppertal war nur in 2 Nächten Krieg, nicht vorher und nie wieder danach. 6500 Tote, nicht schön, aber die meisten haben überlebt. Auf dem Land haben die Leute niemals eine kriegerische Handlung erlebt. Feindliche Sodaten haben sie erst gesehen, als der Krieg vorbei war. Da haben sie Angst gehabt, weil sie dachten, man werde sich an ihnen rächen, manchmal waren es sogar Neger. Aber dann verschenkten die überraschenderweise Schokolade an die Kinder.

Als ich mit Palästinensern nach Amman fuhr, haben die mir erzählt, sie hätten in irgendeinem Krieg gegen die Juden gekämpft. Wie das denn gewesen wäre, habe ich sie gefragt, ob sie keine Angst gehabt hätten. Es sei spannend gewesen, sagten sie, ein Abenteuer.

Stünden wir beide jetzt in diesem Augenblick irgendwo in Damaskus auf einer Straße, würden wir uns sicher wundern. Da hocken die Leute in Cafes und palavern, als wäre nichts geschehen. Ich weiß nicht, was derzeit in Damaskus los ist, das habe ich jetzt nicht recherchiert, ich gehe einfach von der Wahrscheinlichkeit aus.

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Kommentar meinereiner: sehr schöner beitrag lieber zurken .. lg pierre

zurken: Danke! Hatte mit großer Schelte gerechnet ...



Kommentar sozialamt: Beruhigend, dass Sie sich jetzt den Problemen dieser Welt widmen. Dann kann ja nichts mehr schief gehen. Die Asis hier vorne im Wartebereich hatten Sie schon vermisst.

zurken: Aha ... *kopfkratz*



Kommentar Andi: Es ist leider so. Viele der "Flüchtlinge" nutzten die Gunst der Stunde für eine Ausreise. Sie haben sich unter die durch Dikatatoren und Daesch-Barbaren Verfolgten gemischt und sind in den ach so tollen Westen gereist. Begünstigt auch durch kriminelle Banden, die sich dadurch ein lukratives Milliarden-Geschäft aufgebaut haben. Leider haben es die echten kriegsgeschädigten Menschen nun doppelt schwer. Krieg herrscht in arabischen und auch afrikanischen Staaten, ohne Zweifel. Solange es so machtgeile Staatsmänner und religiöse Fanatiker gibt, wird es auch so bleiben. Die Zukunft sieht düster aus. Aber das haben wir schon vor 10 und mehr Jahren gesagt...

zurken: Stimmt, die Welt wird auch jetzt nicht untergehen. Ich wüsste nur gern, warum unsere Regierung das macht, warum sie so viele aufnehmen wollen. Hat doch keiner von uns verlangt.



Kommentar schottlandfan: Moin Zurken, verstehe ich auch nicht. Inzwischen bestreitet ja niemand mehr, dass es sich bei der Masse um Wirtschaftsflüchtlinge (Glücksritter) handelt. Wenn man bedenkt das es über 90% der Weltbevölkerung wirtschaftlich schlechter geht als uns war die Einladung Deutschlands, frei nach dem Motto: wer es bis hier schafft hat gewonnen, etwas unüberlegt. Aber mit all dem kann ich leben. Wirklich schlimm finde ich die Politik und die Medien. Im Moment gilt die Devise „wer nicht für uns ist, ist gegen uns“. Das erinnert mich als Ossi zu sehr an Honecker, Stalin, den Herrn mit dem Oberlippenbart sowie jede funktionierende Diktatur. Hätte bloß noch gefehlt das man die Bücher von Pirincci öffentlich verbrannt hätte.

zurken: Habe auch schon Angst, hier was „Falsches“ zu sagen.



Kommentar der Muger: Neulich hat ein Orientkenner für dieses Art von Flüchtlingen den Ausdruck "Abenteuerflüchtlinge" gebraucht. Ich glaube das trifft es ganz gut. Junge Männer ohne Zukunft suchen in der Fremde das Abenteuer.

zurken: Und dann kommt die große Enttäuschung, sie essen mit mir in der Tafel …



Kommentar schaettman: sie essen mit dir inner Tafel ? ogott , da werden sie ja nich lange bleiben....

zurken: Also so schlimm sehe ich doch nicht aus …






Flugbegleiter

8.1.16 – Nichts zu tun, keine Termine, keine neuen Pläne, kann den ganzen Tag verschlafen, nur mittags und abends zur Tafel taumeln. Schönes Leben. Wollte ich schon immer so haben.

2 Tage in der Woche fahre ich Taxi. Irgendwann im Herbst oder Winter werde ich wieder genug Geld zusammen haben, um irgendwas machen zu können. Aber was? Von Bars und Ladys habe ich genug. Bis dahin wird mir was einfallen, bisher ist mir immer was eingefallen.

Mein Freund meinte, ich solle Musik machen. Die Band in Pattaya würde mich vielleicht aufnehmen, da hört ja eh selten einer zu. Ich müsste aber im Sitzen spielen, 5 Stunden auf der Bühne stehen, halte ich nicht durch. Vielleicht im Rollstuhl, dann bekämen sie mehr Trinkgeld. Und am Schluss geschieht das Wunder: ich stehe auf und bin geheilt. Oder so.

Oder was könnte ich sonst mal machen? Etwas, das nicht viel Mühe macht und ein bisschen schräg ist, nicht das Übliche, was Männer in meinem Alter so machen. Anstatt ins Altenheim, vielleicht in ein buddhistisches Kloster ziehen?



Oder als Flugbegleiter arbeiten, um Flüchtlinge zurück in ihre Heimatländer zu bringen. Allerdings müssten die Passagiere angeschnallt bleiben - mit Handschellen. :)

[kommentar]


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