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Vom Winde verweht

3.1.17 – Muss ich jetzt „Frohes Neues“ wünschen? Habe auch Silvester boykottiert, indem ich es verschlief. Am 1.1. früh morgens, als ich zur Arbeit schlurfte, fand ich die Straße viel weniger als sonst von Böllermüll bedeckt. Sollten meine Nachbarn etwa Angst vor Terroranschlägen gehabt haben? Da haben sie jahrelang mit vernünftigen Argumenten gegen das Silvesterknallen angeredet, ohne Erfolg. Und nun reicht ein dusseliger Hinweis auf Terror. Sie haben eben nicht zurkenforum gelesen, sonst wüssten sie, dass immer das Gegenteil von dem eintritt, was die Medien uns einflüstern.

Das Schönste an solchen Tagen ist, dass ich mit dem Taxi mit 100 Sachen durch die leere Stadt fegen kann. Kein Verkehr, kein Radar. Nachmittags hab ich allerdings einen fest im Boden verschraubten Blitzkasten vergessen. Da ich gerade erst dabei war zu beschleunigen, waren es nur 67 km/h. Solche Ereignisse verbuche ich als Spende an die verschuldete Stadt, dann muss ich mich nicht ärgern. Und habe wunderlicherweise was Neues erlebt, nach über 40 Jahren Taxi, und sogar gleich 2 Geschichten an einem Tag!

Morgens, es war noch dunkel, fahre ich einen etwa 40jährigen Mann. An einer Kreuzung starrt er an mir vorbei durch die Seitenscheibe: „Dreh mal runter“, sagt er. Auf der anderen Seite geht ein junger Mann mit Kapuze auf'm Kopf. Mein Fahrgast schreit: „Hey du, wo willst'n hin?“ Er will in unsere Richtung. „Komm steig ein“, schreit er raus und leiser zu mir: „Ich kenn den nich, aber meine Omma hat immer gesagt, man soll jeden Tag ne gute Tat tun.“ Der junge Mann steigt hinter mir ein, wir fahren die Straße runter bis zur nächsten Kreuzung, da will unser Mitfahrer aussteigen. Rechts am Ampelmast steht eine junge Frau. Mein Fahrgast lässt sein Fenster runter und schreit raus: „Hey, wo willst'n hin?“ Der Mitfahrer, noch nicht ganz raus aus dem Auto, sagt von hinten: „Das ist meine Freundin, die wollte ich hier treffen.“ Wären um die Uhrzeit mehr Leute unterwegs gewesen, wir hätten das Taxi noch voll gekriegt. So was ist mir noch nie passiert.

Später kriege ich eine Adresse, Name „Winde“. Ich schelle. Nach ner Weile kommt alte Dame raus, sehr dünn und klapprig, viele Zahnlücken, eingefallene Wangen, spricht undeutlich. Sie möchte kurz zur nächsten Ecke, dann komme sie zurück, sagt sie. „Okay“, sage ich und überlege, was man an der nächsten Ecke machen kann, da ist kein Laden, kein Müllbehälter, einfach nur Gehweg und Wände von Häusern. Als sie um die Ecke verschwunden ist, fahre ich langsam hinterher. Sie geht im selben Tempo weiter, über die nächste Kreuzung, und an der ersten Ampel – ich habe Rot – überquert sie vorm Kühler meines Benz die Straße, so dass der Abstandswarner tütet. Sie schaut kurz mit gleichgültiger Miene zu mir rein, als habe sie mit mir nichts zu tun. Ich guck sie auch nur an und mache nichts. Bei Grün fahre ich noch ein Stück hinter ihr her, weiter weg von ihrer Haustüre. Ich gehe also davon aus, sie will nicht mit mir fahren. Hätte sie mir auch sagen können, aber wahrscheinlich weiß sie, dass dann 5 € Anfahrt fällig gewesen wären. Ich lasse sie laufen und melde eine Fehlfahrt an. Frau Winde wurde sozusagen vom Winde verweht.

Zwei neue lustige Erlebnisse am ersten Tag des Jahres. Das nehme ich als Omen für das Jahr 2017: Ich werde viele neue, lustige Erlebnisse haben.

Auch neu, aber nichts mit Taxi zu tun, ist meine Mitgliedschaft in einem Thailand-Forum, wo es mir im Gegensatz zum ersten bis jetzt gut gefällt. Sie posten sexy Fotos ihrer Thaigirls. Von einer hätte ich sehr gerne die Telefonnummer. Außerdem paar nette Witze gefunden:







Im Nachhinein erscheinen historische Ereignisse unabwendbar, als hätte es nicht anders kommen können. Was könnten wir den Indianern aus heutiger Sicht raten? Versteckt euch, vermeidet jeden Kontakt, erhaltet eure Lebensweise. Oder?

Also frohes Neues dann!

PS: Wems zu lang wird, muss nicht weiter lesen. Es folgt ein Witz aus dem Thailand-Forum: Eine Blondine setzt sich mit Economy-Ticket in die erste Klasse. Die Stewardess fordert sie auf, sich in die zweite zu setzen. Die Blondine: „Ich bleibe hier sitzen!“ Der Co-Pilot wird geholt und erhält die selbe Antwort. Man bemüht den Piloten. Der spricht kurz mit ihr, und sie setzt sich brav in die zweite Klasse. „Was haben Sie ihr denn gesagt?“ will man wissen. „Ich hab ihr einfach gesagt, die Erste-Klasse fliegt nicht nach Mallorca!“

[kommentar]



Kommentar schaettman: mann , noch son paar lustige Sachen, hab mich ja kaum wieder eingekriegt schnarch

zurken: Ja wie nun? Lustig oder schnarch?




Someone

27.12.16 – Heiligabend in der Tafel: Mittags spielte ein Kammerstreichorchester, vier Streicherinnen und eine Sängerin. Alle schick und feierlich schwarz gekleidet. So ein Konzert hat es da schon mal gegeben, und es war wieder genau so seltsam, diese Musikerinnen unter diesem Publikum. Es gab ja keine schützende Bühne dazwischen, sie saßen mitten unter uns. Ich hatte tatsächlich ein bisschen Angst um sie, vielleicht auch die Musikerinnen um sich selbst, beim essen lächelten sie ein bisschen verkrampft. Kann natürlich sein, das verkrampfte Lächeln galt dem Essen, sie bekamen das gleiche wie wir. Dachte, es gebe zu Weihnachten mal was besonders Leckeres, aber nein, gestern gab es sogar etwas besonders nicht Leckeres, habs nicht aufgegessen und danach was von der Tanke geholt.

Und wie immer habe ich das Fest boykottiert, Weihnachten habe ich noch nie verstanden, keine Ahnung, was das sein soll. Aber ein Wunsch ist in Erfüllung gegangen, just am heiligen Abend: ich werde meine Liebste im Januar sehen. Das kam nicht vom Himmel, sondern von meinem Pattaya-Freund. Er machte mich drauf aufmerksam, dass sie immer noch auf Facebook zu finden ist. Weiß nicht, warum ich sie nicht selbst gefunden habe, egal. Sie schreibt, sie ist in Pattaya, habe aber im Moment „someone“. Womöglich ist der Someone ihr Verlobter, auch egal. Freue mich auf sie, selbst wenn es nur für eine Stunde ist. So werde ich die 8 Tage durchhalten, die ich bis zum Abflug noch arbeiten werde.

Sonntag habe ich einen gefahren, der seine Schwester besuchen wollte, er wusste aber nicht den Namen der Straße. Ich sagte, egal, er solle mich führen. Vorher sollte ich ihm aber sagen, welche Strecke die kürzere ist. Wenn ich nicht weiß, wo er hin will, könne ich auch nicht sagen, welche Strecke kürzer ist, sagte ich. Leuchtet ein, nö? Ihm nicht. Nachdem ich ihm das Problem zum zweiten Mal erklärt hatte, und er immer noch nicht verstand, habe ich es aufgegeben. Wir sind dann so gefahren, wie er immer fährt.

Übrigens glaube ich, dass dieser Pakistani den LKW gefahren hat und nicht dieser Amri. Wie auch bei allen anderen Terroranschlägen ist der, dem man es in die Schuhe schiebt, ja glücklicherweise tot, so dass man ihn nicht mehr fragen kann. Und der Pakistani, der von einem Zeugen bis zur Festnahme verfolgt wurde, hat gesagt, er sei es nicht gewesen, dann muss man ihn natürlich frei lassen. New York, Madrid, London, Paris – da musste das ja in Berlin passieren. Als nächstes wäre Rom dran. Und jedes mal wurden Ausweispapiere gefunden. Da ist irgendwas Mächtiges, das sich lustig macht über uns. Auch, dass Deutschland so viele von diesen sogenannten Flüchtlingen aufnimmt: Große Order von geheimnisvoller Macht. Wie wir aus Krimis wissen, muss man, um den Täter zu finden, sich nur fragen, wer von der Tat profitiert. Wer profitiert von Anschlägen und Flüchtlingen? Na? Someone.

[kommentar]



Kommentar Der Böse Wolf: Zurken feiert also doch Weihnachten - mit Streichlerinnen ;)

zurken: Ja, DAS wäre ja mal eine Weihnachtsüberraschung gewesen, wenn du uns Penner anschließend gestreichelt hätten.



Kommentar Soso: Vermutlich hat der Koch Weihnachten noch nie verstanden und das Fest boykottiert.

zurken: Ja, aber leider scheint er öfter Weihnachten zu haben.




Zwei Euro für einen wilden Ritt



20.12.16 – Hallo Ewan, hallo Charley! Da habt ihr also eine tolle Reise gemacht, von London bis Magadan und später durch Amerika. Herzlichen Glückwunsch nachträglich – ist ja nun schon paar Jahre her, aber ihr erinnert euch noch, ja? Okay, ich hab euer Buch gerade erst gelesen, das heißt nur bis Seite 137, da seid ihr in Kasachstan, und Ewan schreibt: „Es sollte keine große Medientour sein mit Händeschütteln, Würdenträgern und rotem Teppich. Es sollte ein Urlaub sein. Bloß Charley und ich allein.“ Also Jungs, entweder oder: Entweder Medienrummel und Sponsoren oder Motorräder selber kaufen und ne Reise machen. So ein Gejammer geht nicht. Als die in Kasachstan sahen, dass ihr Dorf auf eurer Route liegt, haben die sich monatelang auf euch gefreut: Da kommt einer aus Star Wars bei uns durch! Kann man ja auch verstehen, nö?

Aber sagt mal, ist das echt wahr, was ihr da erzählt? Ich meine, nicht WAS ihr erlebt, sondern WIE ihr es erlebt habt? Zum Beispiel diese Geschichte mit dem Igor, der euch in sein Haus einlädt. Habt ihr, die berühmten Schauspieler, echt geglaubt, er und seine Kumpels wollen euch totschießen? Nicht wirklich, oder? Warum hätten die das denn machen sollen? Ich glaube eher, der große Mafiaboss ließ neben Wodka und schweren Jungs auch ein paar sexy Jewuschkas auffahren, und statt mit den Knien zu schlottern, habt ihr mit ihnen eine feine Orgie gefeiert. Stimmts?

Außerdem habt ihr doch vor der Abreise einen dreitägigen Survival-Kurs gemacht. Warum eigentlich? Ihr wart doch nicht allein unterwegs und habt immer in Hotels übernachtet, was dachtet ihr denn, könnte euch auf euren Bikes passieren? Von Grizzlys angefallen werden? Und dann traut ihr euch nicht mal, in der kasachischen Wüste zu zelten und habt euch lieber wieder im nächsten Dorf feiern lassen. Ihr seid mir vielleicht zwei Memmen!

Lustig finde ich auch, dass ihr nach monatelanger Vorbereitung, Bücher lesen, Experten befragen usw., schließlich an der ukrainischen Grenze steht und euch wundert, dass die euch mit euren Kopien von den Fahrzeugpapieren nicht rein lassen wollen. Ich kann mir das genau vorstellen, ich war ja auch mal da. Vielleicht haben die gedacht, diese Filmfuzzis meinen wohl, sie sind was Besonderes. Die können uns mal! Und warum hat euch BMW nicht die Originale mitgegeben? Haben die gedacht, ihr verhökert die Maschinen möglicherweise irgendwo?

Und warum habt ihr denn bloß diesem blöden russischen Polizisten Geld gegeben? Ihr hattet doch gar nix gemacht. Das liest sich grad so, als hättet ihr euch riesig gefreut, endlich mal Schmiergeld zahlen zu können. Ihr habt es dem ja regelrecht aufgedrängt. 20 Dollar jeder. Ihr habt doch nicht ernsthaft geglaubt, der nimmt euch sonst eure Bikes weg, oder?

Ich kenne übrigens einen, der hat die ganze Tour allein gemacht, ohne Begleitmannschaft im Geländewagen, auf einem Bike, das er selbst gekauft hat, und um das er sich selbst kümmern musste. Der fuhr so eine KTM, wie ihr sie ursprünglich auch fahren wolltet, aber dann doch nicht genommen habt, weil KTM sie euch nicht umsonst geben wollte. Na klar, in dem Fall hätte ich natürlich auch die BMW genommen.

Jedenfalls habt ihr gesehen, im wirklichen Leben wird nicht so schnell geschossen wie im Film. Das ist ja auch gut so. Aber eine andere Sache, die auch in jedem Film vorkommt, hättet ihr gefahrlos und in echt erleben können: die Liebe. Habt ihr beide euch nie verliebt unterwegs? In eine hübsche Tatarin am Wegesrand? Oder wie war das mit den Mädels da hinter der tschechischen Grenze, die hab ich auch mal gesehen. Hattet ihr nicht Lust, mal kurz von euren Sätteln abzusteigen und euch ins Gebüsch … Nein? Ich verstehe, so verschwitzt in eurer dicken Bikerkluft … und eure Olle … öhm, sorry, sie heißt Olly, also Olly und Eve, eure beiden Frauen, haben eure Tour natürlich immer verfolgt, da konntet ihr ja nichts machen. Aber 3 ½ Monate ohne Frauen ist schon ne lange Zeit für so stramme Jungs wie ihr. Wie habt ihr das ausgehalten?

Von meinem Bikerfreund weiß ich, wie man das machen kann: Wir haben uns getroffen, ich war zufällig auch gerade in der Gegend, in Bishkek, da wart ihr ja auch, habe ich zwar nicht gelesen, aber in euren Karten gesehen, dass ihr da durchgekommen seid. Wir haben einfach eine Nummer aus der Zeitung gewählt, und dann kamen zwei hübsche Kirgisinnen, Sally and Sue haben wir sie genannt, und haben sie abwechselnd gevögelt. War super.

Okay, ich verstehe, es hat auch Nachteile, berühmt zu sein. So was könnt ihr zwar auch machen, wahrscheinlich sogar umsonst (im Gegensatz zu uns), aber nicht in eurem Buch drüber schreiben. Da habe ich es besser als ihr, keine Ehefrau, keine Sponsoren, ich kann machen, was ich will und kann darüber schreiben, im Zurkenblog, kennt ihr den? Und andere Schriftsteller, ähnlich berühmt wie ihr, die haben auch darüber geschrieben. Arno Schmidt zum Beispiel: wenn er mal nicht ein paar Wochen - - - dann sehe er auch alle möglichen Madonnen. Schon nach paar Wochen ohne Sex hatte der Halluzinationen, hattet ihr das auch? Mit den Strichen meinte er „wichsen“, zu seiner Zeit wurde man nicht so deutlich. Auch Marcel Proust hat durch die Blume zugegeben, dass er das macht. Immanuel Kant soll jeden Morgen onaniert haben, damit er danach in der Vorlesung den Kopf frei hatte. In so einer illustren Gesellschaft hättet ihr euch eigentlich auch trauen können, finde ich.

Außerdem ist mir aufgefallen, dass ihr beide einen ganz ähnlichen Schreibstil habt. Habt ihr das echt alles selbst geschrieben? Ich an eurer Stelle hätte mir das leicht gemacht. Ihr kennt ja die ganzen Typen aus eurer Branche, Drehbuchautoren, Ghostwriter und so. So einem hätte ich einfach gesagt: „Hey, du kriegst soundso viel, mach uns mal ein Buch draus!“ Das würde auch erklären, wie es zu diesen Ängsten da bei dem Igor kam. Euer Ghostwriter hat das da rein gefummelt, damit es spannender ist. Oder so Stellen wie: „Selbst jetzt konnte ich das Ausmaß unseres Unternehmens nicht ganz fassen“, das hat Charley gedacht und paar Seiten weiter Ewan: „Zum ersten Mal erfassten wir den ganzen Umfang unseres Vorhabens.“ Mal ehrlich, war er wirklich so wild, euer Ritt um die Welt? Ich meine, ihr musstet doch nur eure Bikes fahren, um alles andere kümmerte sich eure Mannschaft, und die Bikes wurden von BMW gewartet, und die haben alle naslang neue Reifen drauf gemacht, durfte ja keine Panne passieren.

Okay, ihr musstet euren Sponsoren was bieten. Es musste ein bisschen gefährlich und strapaziös aussehen. Ihr konntet nicht schreiben: Im Grunde war es nichts weiter als ein Sonntagsausflug, nur halt bisschen weiter als sonst.

Was mache ich jetzt mit eurem Buch? Wegschmeißen? Nö, ich schicke es einem Freund, nein, nicht dem Biker, sondern einem, der wohl ein Fan von euch ist. Glücklicherweise habe ich es nicht neu kaufen müssen, habe es gebraucht in der Tafelbücherei bekommen, für 2 €.

[kommentar]



Kommentar Ronald: Gibt es sogar auf DVD. Kannst ja mal reinschauen, vielleicht erkennst was wieder

zurken: Auf Youtube hatte ich sie bereist gesehen, aber ich kannte sie nicht, wusste nicht, dass sie bekannte Schauspieler sind, das habe ich erst im Buch gelesen. Da dachte ich, sie seien tatsächlich allein unterwegs gewesen, weil man von der Begleitmannschaft nichts sah, jedenfalls nicht auf den Videos, die ich gesehen habe.



Kommentar Soso: Ich habe gefickt, wir werden ficken, ich bin gefickt, die Welt ist eine Fickerei, das einzige Glück ist das Ficken - das kann nu jeder schreiben. (Marcel Reich-Ranicki)

zurken: Stimmt ja auch. Es ist nicht das einzige Glück, aber eins von beiden. (Das andere ist das, was manchmal einfach so über einen kommt. Bestimmte Situationen können es begünstigen, aber nicht hervorrufen.)



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zurken: Nanu? Was ist das? Geheimcodes?



Kommentar Special Forces: Dann google mal nach johnf693, Zurken, ungefähr 184 Ergebnisse
Bei "Zurken" gibt es ca. 38.700 Ergebnisse, bei Jürgen Hensgen ca. 54.700.
Na, das ist doch was!

zurken: die haben aber fast alle nichts mit mir zu tun, und wer johnf693 ist, findet man gar nicht.



Kommentar blubberkopf: Hensgen war mal besser, ist aber schon lange her. Ich schau nur noch selten hier rein. Ist zu langweilig geworden.
Aber dass er sich jetzt über Biker-Literatur auslässt, ist schon SEHR seltsam. Der hat doch noch nie auf so einem Bock gesessen, oder bestenfalls mal als Sozius in Pattaya auf dem Weg zum Puff.
Biker-Literatur ist übrigens in aller Regel noch öder als Taxi-Literatur, mit einer Ausnahme: TED SIMON, der großartige TED SIMON

zurken: Wann war Hensgen denn mal besser? Ich finde, er war noch nie so gut wie heute. :-)



Kommentar Andi: Geheimcode?!
Irgend so ein Spinner. Seit es das Internet gibt sind Tausende und Abertausende davon im Netz.
Da zählen wir noch zu den Normalos während wir im wirklichen Leben vermutlich die No-Normalos sind.
Frohe Weihnachten und alles Gute Herr Zurken

zurken: Gleichfalls! Und hoffentlich bald mal wieder zusammen im Fischerdorf!



Kommentar Der Böse Wolf: Feiert Zurken eigentlich Weihnachten?
Wenn mich mein Langzeitgedächtnis ("Vakuum? Vakuum?? Eben hatte ich es noch in meinem Kopf!") nicht täuscht, hast Du vor einigen Jahren dazu mal etwas gesagt....

zurken: Die große Volksschwäche




Vom täten träumen



6.12.16 – Diese Karte ist wichtig für die Reiseplanung, sofern man was Längeres und selbst Organisiertes plant. Man wähle dann nach Möglichkeit die weißen oder mindestens hell grünen Areale zum Durchqueren, das sind die schönsten. Jeder hätte sich bezüglich der Bevölkerungsdichte die Sache in etwa so gedacht, wie hier zu sehen ist. Aber dass Australien soo leer, und Saudi Arabien soo bevölkert ist, überrascht doch ein wenig, nö? Und wenn man sich das ganz unbedarft anschaut, würde man nicht den Eindruck gewinnen, die Erde sei voll. Da ist doch noch ne Menge Platz in Gegenden, von denen man annehmen kann, dass man sich von irgendwas ernähren kann. Zum Beispiel der ganze amerikanische Kontinent.

Interessant ist, dass diese menschenleeren weißen Gebiete nicht unbedingt die sicheren, und die dunklen nicht immer die gefährlichen sind. Zum Thema gefährliche Länder gibt es auch eine Karte:



Wenn die anderen rot gefärbten Gebiete nicht gefährlicher sind als Kirgistan und Tajikistan, dann bleiben nur die dunklen, die man vielleicht besser nicht bereisen sollte, und die kann man an einer Hand abzählen: Syrien, Afghanistan, westliche Teil des Irak, Somalia, Mali, West-Sudan und der Nordosten von Nigeria. Der Rest ist sicher. Die Erde ist ein friedlicher Ort.

Warum gucke ich mir das an? Ich träume. Mal wieder vom Weltreisen. Ich tät das jetzt so machen (vorausgesetzt ich hab genug Geld *): Ich tät 2 gleiche Geländewagen kaufen und einen Freund verpflichten, den zweiten zu fahren. Er wäre sozusagen mein Angestellter (also in einem ähnlichen Verhältnis zu mir wie die thailändischen Bargirls) ** Denn allein fahren ist nicht gut, hielte ich auch nicht lange aus. Und warum nicht in einem Auto? Weil man sich so gegenseitig helfen kann, jeder hat mehr Platz im Fahrzeug, man geht sich nicht so schnell auf die Nerven, und man muss vom Zubehör, wie z.B. einem Kocher, immer nur 1 Exemplar mitnehmen. Ich tät dann auch nur ein Reserverad mitnehmen. Pfiffig, was? Das Verschiffen ginge auch einfacher als mit einem LKW: die beiden täten hintereinander in einen 40“ Container passen.

Mir fielen spontan gleich zwei ein, die ich fragen würde, ob sie mitkommen möchten. Zwei Freunde, nicht zwei Autos. Können tun sie, das weiß ich. Sie sind jünger als ich, arbeiten nicht und träumen auch vom Reisen. Zwei gleiche Geländewagen täte man sicher auch schnell finden. In 2, 3 Monaten wäre man also startklar, schätze ich. Ich lasse meiner Träumerei sogar so weit freien Lauf, dass ich nach passenden Autos schon mal im Internet gucke.



Zum Beispiel 2 von diesen täten mir gefallen. Natürlich ohne Dachzelt, Dachzelte sind doof und unpraktisch. Aber ich höre jetzt auf, vom „täten“ zu träumen, ist ja oberpeinlich.

* Die Kosten für eine Weltreise über 2 Jahre nach diesem Konzept schätze ich auf 100.000 €, den Ertrag aus dem Weiterverkauf der Autos schon abgezogen.
** Das hat folgende Vorteile: er bliebe immer bei mir, er hätte keinen eigenen Reiseplan, er dürfte zwar Ratschläge geben, seine Meinung sagen, sogar meckern, aber die letzte Entscheidung träfe immer ich.

[kommentar]



Kommentar JuergenD: Cool. Ich habe Dir ein Abo dagelassen und ein paar Daumen hoch. Wenn das genug Nachahmer findet, wirst Du ein reicher Youtube-Star :) Ich drücke Dir die Daumen!

zurken: Vielen Dank, sehr nett, reich wäre okay, aber Youtube-Star? Keine Ahnung wie das geht.




Schöne Grüße



29.11.16 – Nachdem wir nun mit jedem überall auf dem Planeten kommunizieren können, wünsche ich mir als kleine Steigerung, auch in die Vergangenheit telefonieren zu können. Zum Beispiel mit mir selbst als 20jähriger, damit ich ihm sagen kann, wie es ihm als alter Mann ergehen wird. Das Gespräch ginge ungefähr so:

„Ich bin jetzt 67, und ich lebe noch, und es geht mir gut.“
„Aha, und was machst du so?“
„Nichts, kann schlafen so lange und so viel ich Lust habe.“
„Super, hätte ich gern jetzt schon. Bist du verheiratet, hast du Kinder?“
„Nein, zum Glück nicht.“
„Eine Freundin?“
„Nur im Urlaub, aber dann jeden Tag eine andere.“
„Wow, in deinem Alter?“
„Ja, ich kann nicht mehr so oft wie du, aber …“
„Nein, ich meine, ob die Freundinnen in deinem Alter sind.“
„Nein, die meisten sind eher in deinem Alter.“
„Was? Mann, ich wünschte, ich wäre schon jetzt 67!“
„Ich fühle mich gar nicht älter als du.“
„Wie oft bist du in Urlaub?“
„So zwei mal im Jahr für ein oder zwei Monate.“
„Dann bin ich also reich geworden im Alter.“
„Nein, so wie ich lebe, das nennt man Altersarmut. Heute kriegt man alles umsonst.“
„Ach!“
„Du musst noch Pornohefte kaufen, ich kriege Pornofilme frei Haus geliefert.
„Von wem?“
„Das ist so eine kleine Schreibmaschine mit einem Bildschirm dran.“
„Pornos aus einer Schreibmaschine? Die Zukunft ist paradiesisch …“
„Zum Essen muss ich nur in die Stadt gehen, 15 Minuten zu Fuß, alles umsonst.“
„Und Klamotten?“
„Auch umsonst. Verwandtschaft. Der ist aber noch nicht geboren zu deiner Zeit.“
„Aha. Und hast du vielleicht einen Tipp für mich, was ich mal machen soll?“
„Mach alles so wie du meinst, sonst bin ich hier plötzlich tot oder so.“
„Okay, scheint ja alles gut auszugehen …“
„Hier noch schöne Grüße von so einer Freundin, kannst du sie hören?“

[kommentar]



Kommentar bavaria blue: Servus Jürgen, haste eigentlich mal nachgerechnet, wieviel Frauen du in deinem Leben bis heute gevögelt hast?

zurken: Nee, nicht gezählt, waren vor Thailand auch nicht viel. Thailand geschätzt so 20 – pro Monat.



Kommentar Marc: Na ja. Tönt irgendwie gut. Wenn man aber schaut was in der Welt passiert sieht es nicht mehr so gut aus. In Syrien bombardieren sie Spitäler und Kinder, in Russland erschiessen sie Oppositionelle, im Islam stossen sie Homosexuelle von den Dächern, in der Türkei regiert ein Wahnsinniger, in den USA bald ein Idiot und im Land unserer Träume eine Militärregierung, in Saudi-Arabien unterdrücken sie Frauen und in Afrika gibt es viele Bürgerkriege. Für uns auf der Sonnenseite geht es (momentan) auf. Wer auf der Schattenseite lebt würde besser nicht mit der Vergangenheit oder der Zukunft telefonieren...

zurken: Das ist der Eindruck, den uns unsere Medien vermitteln. Dazu siehe letztes Thema. Was du aufzählst, gab es schon immer, und in den Ländern leben die meisten Menschen genau so friedlich vor sich hin wie wir beide. In einem davon bist du ja gerade und kannst dich selbst davon überzeugen.



Kommentar Klaus: Moin, Zurken!
Mal wieder ein korrektes Geschreibe von dir!
Immer schön zu lesen!
Freue mich auf nächsten Dienstag!
Gruß vom Hunsrück

zurken: Vielen Dank! So ein Lob zwischendurch tut mir richtig gut!



Kommentar Marc: Na ja. Ich sehe das nicht so wie du. Vielleicht fehlen mir auch noch ein paar Jahre Lebenserfahrung... Aber hast natürlich Recht. Zurzeit bin ich in einem schönen Land und glücklich. Aber würde ich hier leben und dürfte dann meine Meinung nicht sagen oder schreiben! Ich wäre wahrscheinlich nicht glücklich.

zurken: Ich bin ja in jenem Land auch darum glücklich, weil ich dort meine Meinung nicht sagen muss, es geht mich nichts an, welche Regierung sie haben, wie sie mit dem Müll umgehen, wie sie ihren König verehren, ob es Kinderprostitution gibt oder nicht. Es ist ihr Land und ihr Leben, sie dürfen damit machen, was sie wollen. Und schau sie dir an, sind sie etwa unglücklich, weil sie eine Militärdiktatur haben? Nein, sie sind daran gewöhnt, das hatten sie schon oft. Also: warum sollte ausgerechnet ich als Ausländer das kritisieren?



Kommentar schaettman: nu gibts neuen Könich in Thailand und in Usbekistan, oder verwechsel ich da was?
egal, bis nu wars Mittelalter ,bis auf die Toten der gesamten absurden Kriege...
jetzt gehts mit exponentieller Geschwindigkeit weiter: Die ersten landen aufm Mars, während die letzten noch irgendwo verrecken, ohne Essen , Wasser , Medizin...
die mittelalterlichen Menschen kopierten auch immer die Grundlagen ihrer Unterdrückung und dachten, sie wären die Spitze der Entwicklung, genau wie heute immer noch....
statt die Macken des heutigen Lebens zu korrigieren und DANN zum Mond zu fliegen,geht ALLES total durcheinander, obwohl jedem, der auch nur von 1-10 zählen kann, der "Feler" ins Auge springen sollte ....
so wird das nix :-(

zurken: Neuer Könich in Thailand, neuer Präsident in Usbekistan. Ich glaube, der Thai hat keine Lust, König zu sein. Hätte er mich gefragt, ich hätte den Job gern gemacht für ihn, und die Thais hätten mich auch lieber gehabt, weil ich seinem toten Vater ein bisschen ähnlich sehe. Schade. König sein ist prima.



Kommentar schaettman: ja, warst doch schon mal, irgendein Fotto hab ich da im Hinterkopf gespeichert.... den neuen Könich hat wohl Uncle Ben gesponsort, dem Namen nach :-)

zurken: Jaja, bis vor kurzem hieß er Blumenkohl, jetzt Langkorn: Maha Vajiralongkorn. Wieso hat der nicht den Namen seines Vaters? Die Thais meinen, ihr neuer König führe ein ausschweifendes Leben, aber wenn Johannes Klimakos recht hat, dann ist das okay: „Wer zur Geilheit neigt, ist mitleidig und voll Erbarmen; die zur Reinheit neigen sind es nicht.“
Ich war mal Khan von Khiva, das liegt in Usbekistan:






Zwei Regeln

22.11.16 – Ich habe vor dem Millennium vorausgesagt, es werde nichts passieren bei der Umstellung auf das Jahr 2000. Meine Freunde hatten mich belächelt, und dann passierte tatsächlich nichts. Erst jetzt ist mir eingefallen, warum ich damals diese Voraussage machte. Dafür habe ich 17 Jahre gebraucht! Ich habe es gesagt, weil ich nach folgender Regel vorging:

Willst du etwas richtig einschätzen? Dann guck, wie sie im Fernsehen darüber berichten, welchen Eindruck sie vermitteln, und dann mache oder denke das Gegenteil. Sie haben den Eindruck vermittelt, es passiert was zum Millennium. Es ist nichts passiert. Sie berichten über irgendeinen Touristenort, man sieht einsame Strände und traumhafte Sonnenuntergänge. Merke dir den Namen des Ortes, damit du nicht versehentlich doch mal da landest. Sie sagen, in Pattaya werden junge Frauen von Zuhältern zur Prostitution gezwungen und von Touristen ausgebeutet. Fliege hin, und du wirst die glücklichste Zeit deines Lebens haben. Aber pass auf, dass du nicht von den Mädchen ausgebeutet wirst. Sie sagen, das Virus könne eine Pandemie auslösen und ein Drittel der Menschheit dahinraffen. Sei unbesorgt, lasse dich nicht impfen. Sie machen Thilo Sarrazin runter und Pegida lächerlich. Du weißt, was davon zu halten ist. Sie machen einen riesen Hype um die Präsidentschaftswahl in den USA. Kümmer dich nicht drum, es ist scheißegal.

Wahrscheinlich kann man für den Eindruck, Spielfilme werden von Werbeblocks unterbrochen, auch meine Regel anwenden. Fernsehen ist immer Werbung. Als Konsequenz habe ich vor 14 Jahren meinen Fernseher auf den Sperrmüll gestellt. Von Tagesnachrichten kriege ich nur noch die Schlagzeilen mit, die mir die Startseite meines E-Mail-Programms zeigt. Dort geht es z. B. seit geraumer Zeit um ein Ehepaar namens Pietro und Sarah Lombardi, das sich anscheinend trennen will oder auch nicht. Keine Ahnung, wer das ist, und warum man um die so ein Theater macht, ich will's auch nicht wissen, denn Dank meiner Regel weiß ich: es ist scheißegal.

Die zweite Regel im Umgang mit Nachrichten lautet: Was nach Hollywood aussieht, ist auch Hollywood. Die Geschichte ist erfunden. Nine-Eleven sah sehr nach Hollywood aus, und in der Tat, es waren keine Terroranschläge, sondern inszeniert wie ein Theaterstück. In einem Reiseblog las ich, wie die Partnerin des Schreibers durch einen Sturz von einer Passstraße ums Leben kam. Der Hergang war genau wie aus einem Hollywoodstreifen, sie flüsterte sogar letzte Worte, bevor sie starb. Daher ging ich davon aus, dass er sie da runter geschubst hat. Habe mich aber zurück halten können, diese Vermutung als Kommentar zu hinterlassen. Ich kann mich ja auch mal irren.

[kommentar]



Kommentar andiwuest: Wo ist und bleibt der nächste Blog...? In Thailand ist schon bald Mitternacht ähhm na gut ist erst Mittag - aber wir warten hier alle gespannt auf dich... :-)
Gruss aus Thailand

Kommentar Andreas: .. heute ist Dienstag!!!! - was ist mit dem heutigem Bericht?
Grüße Andreas

zurken: Ich könnte ja sagen, ich wollte nur mal sehen, obs einer merkt, aber ich hatte tatsächlich bis gerade jetzt kein Internet zuhause, obwohl mein Anbieter bisher sehr zuverlässig funktionierte. Bei wem bin ich eigentlich? Muss ich gleich mal gucken, hab ich vergessen …




Eine Erfahrung

15.11.16 – Früher wohnte ich in WGs oder hatte eine Freundin oder beides. Und wenn ich keine hatte, suchte ich nach einer. Das ist jetzt anders. Es geht mir gut, so allein. Ich gehe nie aus, treffe niemanden, nur 1x die Woche einen Freund für ein paar Stunden, sonst rede ich mit keinem. Und ich spüre kein Bedürfnis, daran etwas zu ändern. Im Gegenteil: ich bin glücklich, wenn ich nach Hause gehe und weiß, keiner wartet auf mich. Woran liegt das?

Ich dachte, es liegt am Alter, ich hatte genug Kommunikation, nun brauche ich das nicht mehr. Außerdem reden die meisten Leute einen unerträglich langweiligen Quatsch. Gestern bin ich mit einem Kollegen nach Hause gefahren. Er sagte, Hitler sei gar kein Faschist gewesen, sondern Sozialist, es habe doch Nationalsozialismus geheißen. Das meinte der ernst. Richtig, sagte ich, darum war ja auch die DDR ein demokratischer Staat, weil es „Deutsche Demokratische Republik“ hieß.

Jetzt glaube ich, es liegt nicht am Alter, sondern daran, was ich in Thailand erlebe. Ich muss nicht nach einer Freundin suchen, weil ich weiß, nach einer bestimmten Zeit bin ich wieder dort und tanke so viel Zuwendung und Glückserlebnisse, dass es für die nächsten Monate in Deutschland reicht.

Es scheint, als hätte ich in Pattaya eine Erfahrung gemacht, die noch nie vor mir jemand gemacht hat. Keiner hat mir davon erzählt, und ich habe von keinem darüber gelesen. Wenn ich es einem erkläre, versteht der nicht oder glaubt es nicht. Jetzt ist mir ein Vergleich eingefallen, mit dem ich mich vielleicht verständlich machen kann: Es gibt Pilgerorte, wo man dem Heiligen Geld opfert. Das Geld ist aber nicht echt, weil man denkt, der Heilige merkt das nicht. Er wird also überlistet. Etwas Ähnliches passiert mit mir in Thailand. Ich überliste mein Gefühl. Das geht so:

Ich verliebe mich in ein Bargirl und sage es ihr: „I love you“. Sie lächelt mich an und sagt, sie liebe mich auch. Mit dem Verstand weiß ich, dass sie lügt, dass sie nur glücklich ist über das Geld, das sie mit mir verdienen wird. Aber mein Gefühl merkt das nicht, so wie der Heilige nicht merkt, dass er Falschgeld bekommt. Oder besser gesagt: ich lasse zu, dass mein Gefühl es nicht merkt. Auf diese Weise bin ich genau so glücklich wie früher, wenn ich eine „echte“ Freundin gefunden hatte.

Das selbe kann einem auch hier passieren. Schließlich kann niemand sicher sein, ob die Gefühle eines anderen echt sind. Der Heiratsschwindler täuscht Gefühle vor, und die Frau, die den Mann will, weil er reich ist, macht das auch. Der Unterschied besteht darin, dass das Bargirl und ich um den Betrug wissen. Es kann also kein böses Erwachen geben. In Pattaya gibt es immer ein Happy End. Und das weiß ich von Anfang an.

Wenn ich in Pattaya eine Gogo-Bar besuche, und ein Mädchen oder mehrere erkennen mich, weil sie mich schon mal als Kunden hatten, dann begrüßen sie mich so überschwänglich, wie es keine Freundin je tun wird. Und ihre Freude ist nicht gespielt, sie machen mir nichts vor. Sie freuen sich tatsächlich, mich zu sehen, weil sie wissen, ich bin ein angenehmer Kunde, der ihnen was ausgibt.

Die Leute, die über die Beziehung zu Thaigirls Bücher oder Artikel geschrieben haben, raten davon ab, sich in ein Bargirl zu verlieben. Hier handelt es sich um das übliche Missverständnis: Wenn sie an Liebe denken, denken sie daran, geliebt zu werden. Ich kann natürlich nicht die Liebe eines Bargirls kaufen, aber darum geht es nicht. Mir ist ganz egal, was sie fühlt, ICH will glücklich sein, dafür gebe ich Geld aus, ich erkaufe mir Glücksgefühle. Und dass meine Gefühle echt sind, weiß ich selbst am besten.



„Keine Frau ist mehr als eine Fünf-Pfund-Note wert, es sei denn, man liebt sie. Dann ist sie alles wert, was sie einen kostet.“ Somerset Maugham, Notitzen eines Schriftstellers Wie glücklich ich bin, sieht man ja, nö?

[kommentar]



Kommentar schottlandfan: also ich hab's verstanden, auch schon vor dem Post ;-)

zurken: Mmh, vielleicht haben es alle verstanden, und sie dachten „Na und?“ und ich dachte, sie gucken als hätten sie nicht verstanden :-)



Kommentar schaettman: neeja, hab mirne Schellfischin gekauft , schläft jetz neben mir im Bett auf ner Plastematratze, weil sie hat wohl grad ihre Tage...aber bald geht die wilde Liebe los , hoff ich ....:-)

zurken: Du treibst es mit Tieren? Ist das nicht verboten?



Kommentar schaettman: geht n Blinder am Fischladen vorbei : Hallo Mädels .... jaja, man hört das Rattern der Bartwickelmaschine, aber mal ehrlich , die Menschheit wär schon längst ausgestorben, wenn es dieses Thema nich gäb....und viele verdienen daran, wenn nicht alle.Streichen wir mal alle berufe, die nix damit zu tun haben, was bleibt ??? auch nix , Sex ist unser aller ANTRIEB, ohne sterben wir aus...................

zurken: Man sollte aber dazu raten, weniger zu produzieren, ne?



Kommentar schaettman: Systemfehler, konstatiere ich mal, es wurde mit mehr Verlusten gerechnet . die Selbstreparatur mittels Krankenstationen etc wurde nicht eingerechnet....nu ham wer den Salat....

zurken: Schon lange bekannt, dass keine Verluste mehr auftreten, und die „Selbstreparatur“ haben wir auch noch exportiert, in Afrika haben sie 15 Kinder pro Frau … was tun?



Kommentar schaettman: momentan werden die ja alle importiert, 50 % ersaufen dabei, man sollte in die Schlauchbootfabrikation einsteigen.... mal sehen, wen Drumpf als erstes angreift um die Freiheit der Welt zu verteidigen, Nordkorea vielleicht?? Dann könnten wir wieder was exportieren, Dekontaminierungsanlagen zB und das THW hätte auch mal wieder was zu tun, statt sinnlos rumzuwarten ... Afrika mit 15 Kindern ham wir auch mit Aids nich kleingekriegt, muss der neugewählte Ami lösen. Vielleicht befreit er ja da maln paar Staaten, Nigeria hat Öl und islamische Al Shabaab Milizen, die kann man ja mal massakrieren, Shell hat da Interessen, die es zu verteidigen gilt.... und viele Amis stammen ja daher, zwar nich ganz freiwillig bei der Umsiedlung , aber hat Barack nich auch ne Oma aus Kongoland ? Die afrikanischen Staaten warten ja schon lange auf den Anschluss ;-)

zurken: Moment mal! Aids ist ausnahmsweise mal keine Erfindung von uns. So viel ich weiß, sind wir mit unserer Medizin eher für die 15 Kinder verantwortlich. Der Trump soll lieber ne Mauer ins Mittelmeer bauen – und möchtest du vielleicht deine eigene Kolumne im zurkenblog? Von mir aus. Oder der zurkenblog besteht künftig aus unserem Dialog oder so.



Kommentar schaettman: Danke dert Wertschätzung ;-) wollt doch nur meiner Verehrung m/deinerseits Ausdruck verleihen :-)
war noch nie in den Gegenden, von denen du berichtest, Nuria hätt ich wohl gleich "adoptiert" hmja... is schon schwierig in D gerade zu leben , aber is ja bald zuende ...

zurken: Darum reise ich nie allein, ein Partner kommt auf andere Ideen, auf „adoptieren“ wär ich nie gekommen, ginge das? Eine junge Thai adoptieren? Dann dürfte ich aber nicht … oder?




Zwei Jahre



8.11.16 – Sonntagmorgen 5 Uhr fahre ich raus mit dem Taxi und stelle mich wie immer auf den Alten Markt. Stehe ca. halbe Stunde, dann steigt einer hinten ein und will nach Hasslinghausen. Na bitte, erste Fahrt und schon mal raus aus Wuppertal. Auf der Carnaperstraße höre ich es hinten stöhnen und röcheln. Was mag er haben? Ich schaue in den Rückspiegel, sehe ihn nicht mehr, muss er kotzen? Vollbremsung, Warnblinker an, laufe ums Auto, Türe auf – der sieht nicht gut aus, der muss nicht kotzen, so eine Gesichtsfarbe habe ich schon mal gesehen, bei einem Typen, der neben mir einen Herzinfarkt hatte, und die Zunge hing ihm auch genau so aus dem Hals raus.

Ganz in der Nähe ist die Helios Klinik, ich fahre los und wähle 110, sage denen, ich fahre über Rot, sie sollen die Notaufnahme anrufen, ich sei in 2 Minuten da. So macht man das auch bei Hochschwangeren, habe ich gehört. Über die Kreuzung Schützenstraße schließe ich die Augen, weil das immer so hell ist nachts, wenn es blitzt. Tatsächlich sind sie im Hof der Notaufnahme schon draußen und ziehen meinen Fahrgast aus dem Auto. Da ich die Polizei angerufen habe, wollen die wissen, was da los war und sind unterwegs, ich soll warten.

Ich stehe da rum und schaue noch mal ins Auto, und da sehe ich hinten links im Fußraum, halb unter dem Fahrersitz, einen kleinen schwarzen Aktenkoffer. Wahrscheinlich bei der Vollbremsung da rein gerutscht, die Sanitäter haben ihn auch nicht gesehen. Hinterhertragen? Erst mal gucken, was drin ist. Aber halt, besser keine Spuren hinterlassen, ich hole die Aidshandschuhe raus. Das Teil ist abgeschlossen, das ist ja spannend! Lohnt sich die Mühe? Was soll schon drin sein? Vielleicht Sprengstoff, der explodiert, wenn ich mit Gewalt da ran gehe? Und ich kann doch nicht einem Todkranken den Koffer klauen, so was macht man doch nicht, oder? Ich schaue unauffällig hoch zu den Fenstern des Krankenhauses, guckt da einer? Alles ruhig, die schlafen noch. Ich verstecke das Köfferchen im Kofferraum.

Die Bullen kommen, ich sage ihnen das mit dem Blitzkasten, damit ich das nicht zahlen muss. Sie schreiben meine Adresse auf, gucken kurz ins Taxi, dann kann ich fahren. Zu Hause breche ich den Koffer auf. Und dann fühle ich mich wie John Travolta in „Pulp Fiction“, als Samuel Jackson sagt: „Sind wir glücklich?“ Ja, ich bin glücklich, und der Puls rast: Neben anderem Kram ist Geld drin, 500er Scheine, 4 Packen, fühlen sich echt an. Ich zähle, jeder Pack hat 50 Scheine, das sind … : 100.000 Euro. Wer schleppt am Sonntagmorgen so viel Geld mit sich rum? Kann ja nur ein Gangster sein. Er war ein Bote, und irgendwer wartet jetzt auf ihn … Man denkt ja immer das Schlimmste. Als kürzlich 3 Feuerwehrautos in meiner Straße standen, sagte eine Frau, da habe bestimmt mal wieder einer seine ganze Familie abgeschlachtet. Wohl gemerkt: „mal wieder“! Wahrscheinlich wollte mein Fahrgast das Geld einfach am nächsten Tag zur Bank bringen. Was mache ich jetzt?

Ich mache das, was sich in stressigen Augenblicken bewährt hat: Lege mich mit dem Rücken aufs Bett und sage mir: Alles okay, entspann dich, es kann dir nichts geschehen, denk nach … Ist es Gangstergeld kann ich es behalten, aber dann habe ich die an den Hacken. Vor allem drängt sich die Frage auf, wie lange kann ich mit Hunderttausend in Pattaya in Saus und Braus leben? Ich hole den Taschenrechner, ich brauche mindestens 4000 monatlich - - - 25 Monate, wow, zwei Jahre! Aber erst mal muss die Kohle verschwinden – wohin damit?

Das kommt dabei raus, wenn die ganze Woche nichts passiert, und ich am Dienstag was abliefern muss, „irgendein Geschwurbel“, wie Leser Soso das nannte. Denn leider – I'm very sorry – ist diese Geschichte erfunden. Habt ihr euch schon gedacht, nö? Wenn was nach Hollywood aussieht, ist es auch Hollywood. Es gibt eine andere Version, in der ich überfallen werde und im Handgemenge den Typen versehentlich töte und im Wald entsorge, weil in seinem Aktenkoffer … man weiß schon … Die Geschichte ist etwas aufregender, aber schien mir zu lang für den Dienstag.

Von so'nem Quatsch träumen Taxifahrer, wenn sie zu lange am Halteplatz stehen: Das Happy End besteht darin, dass sie Geld haben und nicht mehr am Halteplatz stehen müssen. Fortsetzung nächsten Dienstag.

Übrigens ist ein Freund mal wieder auf großer Tour, und seine Geschichten sind nicht erfunden:

http://stephans-abenteuer4.blogspot.de/

Und ich bin irgendwann in der Woche vor meiner Haustüre auf die Fresse gefallen, wahrscheinlich über meine Füße gestolpert, Hand und Knie haben auch was abgekriegt, sieht aus wie ein Sternbild, was will es mir sagen?:



[kommentar]



Kommentar Der böse Wolf: So ein Quatsch, Zurken, Du bist nicht auf die Fresse gefallen. Hast Dich leider mit der Hasslinghausener Mafia angelegt. Die haben Dir einen verpasst, wollen nur das Geldköfferchen wiederhaben..... Das kann ja heiter werden, wenn Du das nicht mehr hast ;)

zurken: Klingt die Geschichte echt so echt?



Kommentar eierbergkömig: das ist das ende, komm 100 Freinummern abreiten , aber ficks

zurken: Wie hab ich das verdient?



Kommentar schaettman: huhu, hab dir grad paar einlsdungen geschickt, meine Therme heizt wieder :`) geh num in mein warmes bettchen und steh mnich, mehr auf vor Mitte Jaaaaaanuar..................

zurken: Du willst die Zeit verschlafen bis ich wieder in Pattaya bin? Ist das so langweilig, was ich in der Zwischenzeit schreibe? :-)



Kommentar schaettman: der ganze Scheisswinter hier is völlig überflüssig ,wäre eher Südländer : die haben abends ein Glas Wein , bissl gutes Essen , vorher kleine Vorspeise, danach Baguette mit lecker Käse und es wird immer miteinander gesprochen und nicht gefroren.... neulich gabs für 7.50€ sogar ne Seezunge.... dauert nich mehr lange und ich zieh um, spanischer Freund muss noch 2 Jahre bis zur Rente ;-)

zurken: Wenn doch die Therme wieder heizt, kannst du auch hier Wein trinken und Baguette essen und mitnander sprechen … das Südland wird überschätzt finde ich …




Aus einem Aschehaufen gezogen

1.11.16 – Gute Idee von Leser „alfredo“: Ich werde ab jetzt wöchentlich schreiben und zwar immer Dienstags, weil das der „Dienst-Tag“ ist, also der Arbeitstag, das vergesse ich dann nicht so leicht. Dienstag ist also Zurkenblogtag, es sei denn ich bin unterwegs in Pattaya oder sonstwo, dann schreibe ich wie immer täglich.

Heute geht’s um die Frage, warum Deutsche Schwarz so toll finden. Man schaue sich um in den Straßen, alle tragen schwarze Klamotten und fahren schwarze Autos. Oft sehe ich einen komplett schwarzen Menschen mit schwarzen Taschen und Koffern in ein komplett schwarzes Auto steigen. Motorräder und ihre Fahrer scheinen in anderen Farben gar nicht mehr lieferbar zu sein, auch Radfahrer nicht. Ich stelle mir vor, die haben auch ihre Wohnung in Schwarz. Aber ist Schwarz überhaupt eine Farbe? Es ist wohl eher die Abwesenheit von Farbe.

Die Georgier sind das einzige mir bekannte Volk, das auch schwarz trägt. Was haben wir gemeinsam? Das Christentum. Eine georgische Familie ließ einst über ihren Rechtsanwalt verkünden, dass die gegen sie gerichteten Vorwürfe schon deshalb nicht stimmen könnten, weil sie gläubige Christen seien und jeden Sonntag in die Kirche gingen. Mit Schwarz will man demnach sagen: ich bin ein guter Mensch?

Ich vermute, es hat mit einer depressiven Grundstimmung zu tun. Die Leute sehen schwarz, sie glauben, alles geht den Bach runter. Weil das Leben kein Karneval ist, laufen die Leute rum, als hätte man sie nach einem Vulkanausbruch aus einem Aschehaufen gezogen.

Meine Mitfahrerin Christine sagte, in ihrem Berufsstand (Architekt) sei schwarz üblich, die trügen sogar schwarze Unterwäsche. Ihre Freundin, die in Bishkek zu uns stieß, gehörte offenbar dazu, sie hatte sogar ihre Haare schwarz gefärbt. Bei denen soll das wahrscheinlich Vornehmheit und Vertrauenswürdigkeit ausdrücken, während die jungen Männer in den schwarzen BMWs wohl eher Gangstern nacheifern.

Aber warum muss auch die Innenausstattung von Autos schwarz sein? Man fühlt sich doch da drin wie in einem Sarg. Mein letztes eigenes Taxi konnte ich selbst konfigurieren und habe es mit heller Innenausstattung bestellt. Was war das angenehm! Es sah schön aus und wirkte geräumig.

Ich würde am liebsten bunt wie ein Papagei rumlaufen. Braucht man dafür Mut? Erst mal müsste ich rauskriegen, wo man überhaupt bunte Klamotten kaufen kann. Bei C&A noch nie gesehen. In Pattaya gibt’s bunte Hosen in den Damenabteilungen. In Pattaya ist das ganze Jahr Karneval, und alles ist erlaubt. Könnte ich nähen, ich würde mir alles selber machen, so wie meine Freundin Eva.



Sie sah nie aus wie aus einem Aschehaufen gezogen, selbst wenn sie ein schwarzes Kleid trug. Sie kaufte alles in Weiß, Schwarz oder Rot. Immerhin eine Farbe dabei. Nun ist sie nicht mehr bei mir … schluchz heul …

PS: Heute diesen Titel eines Videos auf Youtube gelesen: „Greatest Notlandungen immer“

[kommentar]



Kommentar Soso: Tolle Wurst. Wenn nun künftig am Mittwoch etwas Interessantes in Deinem Leben passiert - ein Seeungeheuer verwüstet das Café, Du wirst von einem Kugelblitz getroffen - erfährt es der geneigte Blogleser erst eine Woche später. Passiert hingegen nichts, dürfen wir hier irgendein Geschwurbel ertragen. Ach.

Schwarz ist elegant und zeitlos. Ich schlage vor, Du gehst mit gutem Beispiel voran und trägst nur noch bunte Hemden. Jürgen von der Lippe muss die ja auch irgendwoher bekommen.

zurken: Genau so ist das jetzt: wenn ich Mittwoch tot bin, schreibe ich erst nächsten Dienstag was drüber, hat ja dann auch Zeit. Hat den Vorteil, ihr braucht nur noch 1x die Woche gucken, und ich kann in der Woche in Ruhe am Text feilen.

Schwarz ist langweilig, wenn alle es tragen. Nur buntes Hemd kann jeder, wenn schon, dann von den Schuhen bis unters Kinn. Aber nix mit Blumen, wie die Frauen, was Abstraktes muss es sein … Nächste mal in Pattaya guck ich danach …



zurken: Soso schickt mir 2 Fotos:





Stimmt, die tragen auch schwarz, kein Wunder, dass ich sie nicht leiden kann. Das dritte Foto kommt von mir, das ist Pattaya, da gehöre ich hin:





Kommentar Soso: I never wear white
White is for virgins
Children in summer
Brides in the park.

My color is black black black
Black is for secrets
Outlaws and dancers
For the poet of the dark.

&xnbsp; (Suzanne Vega: I Never Wear White)

zurken: Jaja, schwarz tragen die, die Outlaws and dancers und poets of the dark sein wollen. Diejenigen, die es sind, tragen weiß.



Kommentar Andi: Am ersten Wochentag gibt's den Montagsclub, die Wochenzeitung erscheint meistens am Freitag und den Zurkenblog gibt es ab sofort am Dienstag. Das ist doch kein Problem! Auch wenn mal was interessantes oder aussergewöhnliches passiert, es muss ja nicht schon innert 24 Stunden online sein. Dann können wir bis Dienstag warten - und falls etwas aussergewöhnliches passiert gibt es bestimmt einen Sonderpost aus Wuppertal.

zurken: Genau. So hat jeder Tag was Besonderes. Für morgen ist mir grad was eingefallen ...




Hier sind wir!

25.10.16 – Auf Facebook geht ein Video um, über 8 Millionen mal angesehen, 90.000 mal geteilt. Man sieht wie ein Pianist auf einer Eisscholle im Polarmeer ein trauriges Lied spielt. Wir sollen um das abschmelzende Eis trauern. Rein zufällig und an passender Stelle bricht im Hintergrund ein Stück aus der Eiswand ab und fällt rauschend ins Wasser. Als hätte der Regisseur es so arrangiert.

Unsere Gutmenschen schmelzen dahin – wie schön und wertvoll! Aber solche Filme verdienen nur Hohn und Spott. Wenn das keine digitale Trickserei ist, dann haben die einen Hubschrauber über dem Pianisten kreisen lassen, dessen martialischer Lärm natürlich ausgeblendet worden ist. Vielleicht waren seine Schallwellen ja der Grund, warum die Eiswand niederfiel?

Ermahnt zu Umkehr und Einsicht werden immer nur die anderen: die Amerikaner, die Autofahrer, die Reichen … Man selbst tut immer nur Gutes. Zum Beispiel sich auf eine Eisscholle (vermutlich aus Plastik, sonst wäre es zu gefährlich für das wertvolle Piano und den Spieler gewesen) hocken und traurige Weisen spielen. Dabei weiß man schon lange, dass das Abschmelzen gar kein Problem ist, weder für die Menschheit, noch für die Erde. Eis auf den Polen ist eine Anomalie in der Klimageschichte. Die Erde kehrt in ihren Normalzustand zurück. Und irgendwann wird sich dort wieder Eis bilden, mehr als uns lieb ist. Die nächste Eiszeit kommt bestimmt.

Man trauert ja auch gar nicht um die Erde und nicht um das Eis, sondern um unsere Bedeutungslosigkeit. Wenn wir schon nicht Mittelpunkt und Zweck des Universums sein können, dann möchten wir doch wenigstens fähig sein, die Erde zu zerstören. Aber selbst diesen Gefallen will uns die Welt nicht tun. Unerträglich für unsere Eitelkeit, wie egal, winzig und unbedeutend wir sind.

Die Thais machen es mal wieder richtig. Einmal im Jahr lassen sie brennende Lampions in den Himmel steigen. Es ist der spielerische und vergebliche Versuch, dem leeren Weltall zu sagen: „Hier sind wir!“

[kommentar]



Kommentar alfredo: Im Gegensatz zu den Thais läßt Hensgen wöchentlich einen Pups in den Himmel steigen in der Hoffnung, wenigstens noch ein bisschen Aufmerksamkeit bei seinen drei Lesern zu erzielen.

zurken: Jetzt hab ich schon vier!



Kommentar Maras Wolf: sogar fünf ;-)
Ich lese hier schon seit längerem immer wieder mal mit und finde Deine Seite recht unterhaltsam :-)
Maras

zurken: Vielen Dank!



Kommentar henrik: sechs mindestens...

zurken: Na bitte, dann lohnt sich das ja, dann schreibe ich heute mal was :-)



Kommentar schottlandfan: SIEBEN! Und der Pups ist so nah an der Wahrheit, dass es politisch nicht korrekt ist ;-)

zurken: Öhm … politisch?



Kommentar schottlandfan: Na Du kannst doch nicht sagen, dass sich die Erde abkühlt, du "Klimaleugner" ;-). Das ist doch schlimmer als Homophobie und Ausländerfeindlichkeit zusammen. Das würde am Ende bedeuten wir haben die übereilte und unüberlegte Klimawende völlig planlos und ohne das einzig gültige Mantra der unaufhaltsamen Erderwärmung losgetreten. Und wir alle wissen Politiker machen doch keine Fehler, und erst recht keine die den Steuerzahle mehr als 1 Billionen kosten ;-).

zurken: Ach so, jetzt verstehe ich, was du sagen wolltest – ich brauche halt schonma was länger - sorry






Naturgesetze



18.10.16 – Am letzten Tag in Tashkent kam sie aus Buchara, um mich zu besuchen. Als wir im Hotel beim Frühstück saßen, sah ich, wie das Personal tuschelte und nervös zu uns rüberschielte. Ich musste sie natürlich allen vorstellen als meine Freundin. Dann war erst mal gut. Sie durfte sogar ein paar Stunden mit mir aufs Zimmer. Aber als wir das am Abend wiederholen wollten, sagte der Hotelbesitzer, das sei verboten. Sie sagen, ein Hotel werde zum Bordell, wenn sich dort ein unverheiratetes Paar aufhält. Meine Freundin wollte sowieso nicht über Nacht bleiben, sie fuhr am selben Abend zurück nach Buchara, und um 3:30 kam mein Taxi zum Flughafen.

In Usbekistan mit Hotelübernachtungen herumzureisen ist nervenaufreibend. Und ohne Wohnmobil musste ich auf das Beste, was mir das Land bieten kann, verzichten: auf die Nächte in der Wüste. Ich hätte immerhin bei meinen Freunden wohnen können, wäre der Zwang zur Registrierung nicht gewesen. Man sagte, ich müsse bei der Ausreise 2000 USD Strafe zahlen, wenn ich keine lückenlose Registrierung habe. Aber am Flughafen hat sich dann kein Mensch dafür interessiert. Sie haben sich meine Zettel nicht einmal angesehen. Die Menschen in Usbekistan werden schikaniert und bevormundet, und sie nehmen es hin, als wären es Naturgesetze. Da sind die Kirgisen anders, sie haben bereits 2 Präsidenten aus dem Land gejagt.



So viel Geld habe ich aus dem Land ausgeführt: 27.000 Sum. Das ist doch bestimmt auch verboten. Hätte die Scheine gern meiner Freundin überlassen, aber sie meinte, das könnte ich noch brauchen. Nee, kann man nix mit anfangen. Es sind auch nur 4 €.

[kommentar]



Kommentar ostnomade: ... nein, die Som- Ausfuhr ist nicht grundsätzlich verboten. Das richtet sich nach irgendwelchen Berechnungen des Monatseinkommens. Ich hatte 67000 Som eingeführt und 50 wieder aus. Hauptsache ist wohl, dass man nicht mehr Geld einer Währung ausführt als bei der Einfuhr deklariert wurden.
Diese Anmeldemärchen wurden mir auch eben erzählt und ebenso bei der Ausreise ad absurdum geführt.

zurken: Ich hatte bei der Einreise die Deklarazia nur 1x ausgefüllt, also bei der Ausreise keine Kopie von der Einreise dabei: „Big Problem!“ sagte der Beamte. Ich musste noch mal neu ausfüllen, ohne Angabe von Bargeld, dann durfte ich ausreisen. Alles großer Quatsch …


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